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Wirtschaft

Roboterspinnen und eigene Taschenlampen

Schüler aus Nabburg lernten im Tekkie Innovation Lab von Conrad Electronic in Hirschau jede Menge über moderne Technik.
Von der Klasse 8b des JAS-Gymnasiums in Nabburg

Ein echter Profi zeigt den Nabburger Schülern erste Schritte zum selbstständigen Löten.  Fotos: Markus Janner
Ein echter Profi zeigt den Nabburger Schülern erste Schritte zum selbstständigen Löten. Fotos: Markus Janner

Hirschau.„Herzlich willkommen bei Conrad in Hirschau!“ Das Bürogebäude mag von außen ganz normal aussehen, tatsächlich versteckt sich dahinter aber großartige Technik. Hirschau ist anders als die anderen Conrad-Standorte – viele kennen ja nur die Filialen von Conrad. Hier in der Firmenzentrale werden unter anderem Artikel eingekauft und betreut, aber nicht verkauft. Zugegeben: Am Anfang des Tages hatten viele Schüler keine sonderlich große Lust, hierher zu fahren, was aber nun schnell der gespannten Freude weicht.

Das Gebäude in Hirschau wirkt trotz seiner Hauptaufgabe als Verwaltungsgebäude im Gegensatz zur Filiale in Wernberg-Köblitz eher unscheinbar. Wernberg ist zuallererst ein Logistik- und Verkaufsgebäude. Das Innovation Lab in Hirschau hingegen hat es sich zur Aufgabe gemacht, interessante Lernprogramme für Schulen zu entwickeln.

3500 Mitarbeiter weltweit

Wie Head of CTC Product Development Andreas Meiler den Schülern erklärt, hat Conrad insgesamt 28 Filialen in Europa, 19 davon in Deutschland. In 16 Ländern ist das Unternehmen vertreten, zum Beispiel in der Schweiz, Österreich und Frankreich. Sogar in einem kleinen chinesischen Handelsbüro in Hongkong sind 35 Menschen beschäftigt. Derzeit sind es insgesamt 3500 Mitarbeiter weltweit, die im Unternehmen Arbeit gefunden haben. Viele der verkauften Produkte stammen von Conrads Eigenmarken, wie zum Beispiel Renkforce.

Spannende Technik im Innovation Lab bei Conrad in Hirschau: So sieht ein 3D-Drucker der Conrad-Eigenmarke Renkforce aus.
Spannende Technik im Innovation Lab bei Conrad in Hirschau: So sieht ein 3D-Drucker der Conrad-Eigenmarke Renkforce aus.

Mehr als fünf Millionen Artikel sind verfügbar. Hauptsächlicher Abnehmer sind Business-Kunden, die große Mengen ordern. Service- und Herstellungsprozesse werden mittlerweile bereits zum Teil durch künstliche Intelligenz ausgeführt, wie zum Beispiel die täglich 15 000 eingehenden E-Mails, die von Programmen bearbeitet werden. Vollautomatisch werden sie zum jeweiligen Firmenbereich geleitet.

Das „Tekkie Innovation Lab“ ist etwas Besonderes: Neue, innovative Produkte der Eigenmarke Renkforce werden hier betreut, beispielsweise hochwertige 3D-Druckgeräte. Der erste Eindruck vom Innovation Lab: ausgesprochen sauber, aufgeräumt und fokussiert. Im großen Ideen-Raum sind faszinierende technische Neuheiten zu sehen, wie etwa ein Playstation Virtual Reality System, oder auch eine ferngesteuerte und programmierbare Roboterspinne mit vielfältigen Einsatzmöglichkeiten.

Schülergruppen, die zu Besuch sind, werden sehr freundlich aufgenommen. In zwei Themenbereichen dürfen sie praktische Erfahrungen sammeln: Sie können etwa mit einem 3D-Druckstift der Kreativität freien Lauf lassen und eigene Ideen ausprobieren. Die Farbe ihrer plastischen Kunstwerke können die Schüler selbst auswählen, wobei ihnen von Mitarbeitern gefertigte Figuren und Formen wie Sneakers und Burger als Inspiration dienen. Die Nachwuchsdesigner dürfen buntes, kompostierbares PLA verwenden, welches aus Milchsäure besteht. Dieses wird im Inneren des Druckstiftes erhitzt, so dass es flüssig aus der Spitze tritt.

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Auch wenn es anfangs viel Konzentration erfordert, kommen dank der Vorlagen sehenswerte Ergebnisse zum Vorschein. Während ein solcher Stift beim Zeichnen sehr viel Zeit in Anspruch nimmt, erreicht der Renkforce 3D-Drucker mit spezieller Software schneller und präziser die gewünschten Objekte.

An einer zweiten Station dürfen Schülergruppen das Löten ausprobieren, indem sie den Umgang mit Lötkolben und Lötzinn erlernen. Selbstständig können sie einen Taschenlampenbausatz aus vorgefertigten Holzteilen und anderen technischen Teilen montieren und testen. Selbst Unerfahrene beenden die Fertigstellung erfolgreich.

Persönlicher Besuch vom Chef

Im anschließenden Interview haben die Besucher viele Fragen. Was dem Conrad-Team hier besonders gefalle? „Das Schöne an dem Beruf ist das selbstständige Arbeiten!“, sagt ein Teammitglied. Technik-Experte Patrick Götz erklärt, dass das auch der Grund sei, warum er bei Conrad arbeite. Er liebe das Erfinden und Verbessern von Dingen und könne hier seiner Leidenschaft nachgehen. Ein weiterer Grund, warum viele gern hier arbeiten, ist sicherlich, dass sie auch öfter vom Chef persönlich in der Abteilung besucht werden: Werner Conrad führt das Unternehmen in der vierten Generation und kommt gern auf ein interessantes Fachgespräch vorbei.

Eine Schülerin baut eine Taschenlampe zusammen.
Eine Schülerin baut eine Taschenlampe zusammen.

Was dem Conrad-Team nicht so gefalle? „Das ist schwer zu sagen“, lautet die gut gelaunte Antwort. Einer der wenigen Nachteile sei der längere Arbeitsweg einiger Mitarbeiter, die nicht in unmittelbarer Nähe wohnen. Gibt es auch Probleme? „Technische, die können aber schnell gelöst werden, da unser hervorragendes Team aus vielen Experten besteht, die gemeinsam an Lösungen tüfteln.“ Doch auch Kunden können Vorschläge für Produkte einbringen. Dann wird geklärt, wie viele solcher Produkte verkauft werden könnten und entschieden, ob sich die Investition lohnt.

Ihre Zukunft möchten Andreas Meiler und sein Team der Unterstützung der Technik und Elektronik widmen und noch viele neue, wegweisende Produkte entwickeln. Also kann man zusammenfassen: Conrad ist ein echt cooler Laden! Die Begeisterung der Technik-Experten für ihre Leidenschaft hat deutlich auf die jungen Besucher abgefärbt.

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