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Medienpädagogik

So läuft das Zeitungsprojekt

„Klasse informiert!“ bietet Schülern aktuellen Lesestoff im Unterricht. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.
Von Louisa Knobloch und Dagmar Unrecht

Social-Media-Experte Mathias Wagner erläuterte den Teilnehmern des Lehrerseminars, wie die MZ soziale Netzwerke nutzt. Foto: Louisa Knobloch
Social-Media-Experte Mathias Wagner erläuterte den Teilnehmern des Lehrerseminars, wie die MZ soziale Netzwerke nutzt. Foto: Louisa Knobloch

Wer kann am Projekt „Klasse informiert!“ teilnehmen?


Das medienpädagogische Projekt der Mittelbayerischen Zeitung heißt seit diesem Schuljahr „Klasse informiert!“ und richtet sich an Klassen aller Schularten und Jahrgangsstufen im Verbreitungsgebiet der MZ. Egal ob Grundschule, weiterführende Schule, Berufs- oder Förderschule: Alle können mitmachen!

In welchem Zeitraum wird das Projekt angeboten?
Das Projekt läuft im Schuljahr 2019/20 vom 30. September 2019 bis zum 10. Juli 2020. Der Projektzeitraum ist in vier Kernzeiten von jeweils zwölf Wochen unterteilt. Teilnehmende Klassen wählen eine Kernzeit aus. Während dieses Zeitraums erhalten die Klassen wahlweise die gedruckte Zeitung oder ein Digital-Abo, also einen kostenlosen ePaper- und Webzugang. In den Schulferien wird die Zeitungslieferung automatisch ausgesetzt. Zu Projektbeginn fand am 8. Oktober ein vorbereitendes Seminar für Lehrkräfte statt. Diese konnten sich über das Projekt und bei einem Rundgang durch den Newsroom über unser Medienhaus informieren – von der Printproduktion über Videos bis Social Media.

Auch das Sendestudio von Mittelbayerische Video konnten die Teilnehmer des Lehrerseminars besichtigen. Redakteur André Baumgarten erklärte, warum die MZ auf Webvideos setzt. Foto: Louisa Knobloch
Auch das Sendestudio von Mittelbayerische Video konnten die Teilnehmer des Lehrerseminars besichtigen. Redakteur André Baumgarten erklärte, warum die MZ auf Webvideos setzt. Foto: Louisa Knobloch

Was sind die zentralen Bestandteile des Projekts?
Bei „Klasse informiert!“ können sich Schülerinnen und Schüler intensiv und kritisch mit Print- und Onlinemedien auseinandersetzen. Sie lernen den Aufbau der Zeitung und die verschiedenen journalistischen Darstellungsformen wie Nachricht, Reportage, Interview oder Kommentar kennen. Den Lehrkräften stellen wir dafür umfangreiches, auf die verschiedenen Jahrgangsstufen abgestimmtes Unterrichtsmaterial zur Verfügung. Daneben bietet wir unter https://video.mittelbayerische.de/klasse-informiert/lernvideos/ fünf Lernvideos zu verschiedenen Themen wie „Was macht ein Journalist?“ oder „Cyber-Mobbing“ an. Die Schülerinnen und Schüler können auch selbst in die Rolle von Reportern schlüpfen: Dazu wählen die Klassen ein Thema aus, recherchieren vor Ort und schreiben einen Artikel, der in der Zeitung und auch online veröffentlicht wird – Bildergalerien, Videos oder Instagram-Stories sind als Zusatzelemente möglich.

Redakteurin Andrea Rieder erläuterte das Konzept „M Plus“. Foto: Louisa Knobloch
Redakteurin Andrea Rieder erläuterte das Konzept „M Plus“. Foto: Louisa Knobloch

Wieso ist regelmäßige Zeitungslektüre so wichtig?
Laut der PISA-Studie von 2016 haben mehr als 16 Prozent der 15-Jährigen eingeschränkte Lesefähigkeiten. Knapp ein Fünftel der Viertklässler in Grundschulen hat laut Iglu-Studie (2016) kein ausreichendes Niveau im Lesen. Dazu kommt, dass immer weniger Kinder und Jugendliche in Elternhäusern aufwachsen, in denen es eine gedruckte Zeitung gibt. Dabei sind Lesefähigkeiten gerade auch im zunehmend digitalen Alltag elementar.

Klasse informiert! So erlernen Schüler Lese-und Me

Vor allem Kinder und Jugendliche lesen viele Texte im Internet und in den sozialen Medien – auf dem Smartphone, dem Tablet oder am Computer. Wenn Jugendliche online sind – und das ist oft der Fall – dann müssen sie laut JIM-Studie (2018) für jede zweite Aktion im Netz Lesen oder Schreiben können. Zwei Faktoren spielen bei der Lesekompetenz von jungen Menschen eine entscheidende Rolle: der Bildungshintergrund der Eltern und die Präsenz von Lesestoff im Haushalt – also Bücher, Zeitungen und Zeitschriften. Hier kann das Projekt „Klasse informiert!“ einen wertvollen Beitrag leisten.

Josef Pöllmann, Geschäftsführender Chefredakteur, berichtete über den Transformationsprozess des Medienhauses. Foto: Louisa Knobloch
Josef Pöllmann, Geschäftsführender Chefredakteur, berichtete über den Transformationsprozess des Medienhauses. Foto: Louisa Knobloch

Ist das Projekt für die Teilnehmer mit Kosten verbunden?
Für Schulklassen ist die Teilnahme an „Klasse informiert!“ grundsätzlich kostenfrei. Projekt-Partner aus der Wirtschaft finanzieren die Schüler-Abonnements mit – und bieten den Kindern und Jugendlichen zudem spannende Einblicke in ihre Betriebe oder Organisationen. Wenn Klassen ein Recherchethema bearbeiten wollen, sind gegebenenfalls anfallende Kosten für Fahrten, Eintritte und Führungen aber – falls nicht ausdrücklich anders vermerkt – von den Klassen selbst zu tragen.

Start

Mehr Vielfalt statt Filterblase

An der Mittelschule West in Neumarkt ist das Schulprojekt „Klasse informiert!“ eröffnet worden. Der Auftakt war gelungen.

Was lernen Schülern beim Projekt „Klasse informiert!“?
Für Kinder und Jugendliche ist es wichtig, Quellen von Nachrichten einschätzen zu können – also seriöse, unabhängige Informationen von subjektiven Einschätzungen zu unterscheiden. Eine regionale Tageszeitung wie die Mittelbayerische bietet nicht nur eine Fülle von verschiedenen Themen, sondern ist bei der Berichterstattung auch vertrauenswürdig. Dazu gehört, Ansprechpartner und Quellen zu klar zu benennen – und Meinungsartikel als „Kommentar“ oder „Leitartikel“ zu kennzeichnen. Kinder und Jugendliche können im Zeitungsprojekt ihre Medienkompetenz schulen und sich zu kritischen Lesern entwickeln. Gemeinsam zu recherchieren, Interviews zu führen und dann einen Artikel zu schreiben, verbessert die sprachliche Ausdrucksfähigkeit und stärkt zudem die Klassengemeinschaft. Die außerschulischen Lernorte bieten den Schülern neue Erfahrungen und Einblicke in verschiedene Berufsfelder.

Weitere Informationen zum Projekt sowie Schülerbeiträge finden Sie hier.

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