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Gesundheit

Auch Zähne machen Leute

Ein schönes Lächeln ist nur ein Ziel einer Behandlung beim Kieferorthopäden, erfuhren Schüler in der Praxis Dr. Berneburg.
Von der Klasse 4a der Konrad-Grundschule in Regensburg

Speichel absaugen, Wachsabdrücke nehmen – die Schüler dürfen alles selbst ausprobieren. Foto: Klasse 4a
Speichel absaugen, Wachsabdrücke nehmen – die Schüler dürfen alles selbst ausprobieren. Foto: Klasse 4a

Regensburg.Es röchelt und gurgelt laut, als einige Schüler ihren Klassenkameraden den Speichel aus dem Mund absaugen. Andere begutachten die Zahnstellung ihrer Mitschüler und halten schriftlich fest, wie viele Milch- beziehungsweise bleibende Zähne vorhanden sind oder wo noch Zähne fehlen. Auch das Schluckverhalten wird beobachtet, Wachsabdrücke vom Gebiss werden genommen und schließlich wird offiziell bestätigt, wer die größte „Klappe“ hat, denn auch die Spannweite des Kiefers wird gemessen und in der Patientenakte festgehalten.

In den Behandlungsräumen der kieferorthopädischen Praxis herrscht an diesem Tag reges Treiben, denn unsere Klasse 4a der Konrad-Grundschule in Regensburg ist im Rahmen der Zahngesundheit zu Besuch bei Prof. Dr. Mirjam Berneburg. Zunächst erhalten wir eine ausführliche theoretische Einführung und erfahren dabei nicht nur viel Interessantes über die Tätigkeitsbereiche eines Kieferorthopäden sowie über die verschiedenen Behandlungsmethoden, sondern auch jede Menge Wissenswertes über die unterschiedlichen Zahnspangen, deren Tragedauer und Reinigung.

Übung macht den Meister

Als Anschauungsmaterial stehen einige Gipsmodelle mit verschiedenen Zahnspangen bereit, die wir anfassen und genau unter die Lupe nehmen können. Einige von uns wussten es zwar schon, aber Zahnspangen sind in den unterschiedlichsten Farben und sogar mit ausgefallenen Mustern erhältlich. Im Anschluss an die kleine Theoriestunde dürfen wir tatsächlich selbst Hand anlegen und Wissen in die Tat umsetzen. Damit wir alle die Möglichkeit haben, die unterschiedlichen Werkzeuge und Arbeitsbereiche kennen zu lernen, werden wir in drei Gruppen eingeteilt.

Eine Schülerin befestigt hochkonzentriert Gummis an einer festen Zahnspange. Foto: Klasse 4a
Eine Schülerin befestigt hochkonzentriert Gummis an einer festen Zahnspange. Foto: Klasse 4a

Während eine Gruppe in die Rollen von Kieferorthopäden, Patienten und Assistenten schlüpft, kann eine andere ihre Fingerfertigkeit testen, indem die Schüler an Gipsmodellen bunte Gummis über die Brackets einer festen Spange ziehen und diese dann wieder entfernen. Das sieht leichter aus als es ist und man muss auf jeden Fall vorher üben, um den Patienten nicht zu verletzen. Eine dritte Gruppe darf „Kieferspezialist“ spielen und anhand verschiedener, teilweise abschreckender Fotos die jeweiligen Zahn- oder Kieferfehlstellungen erraten und Behandlungsmöglichkeiten vorschlagen.

Viele Gründe für einen Besuch

Nun können wir zeigen, was wir gelernt haben und wissen auch, dass Kieferfehlstellungen nur während der Wachstumsphase mithilfe einer Zahnspange behoben werden können. Danach hilft nur noch eine Operation. Zahnfehlstellungen können dagegen ein Leben lang durch Zahnklammern korrigiert werden.

Prof. Berneburg zeigt den Schülern Bildern von gravierenden Fehlbissen und Kieferfehlstellungen. Foto: Klasse 4a
Prof. Berneburg zeigt den Schülern Bildern von gravierenden Fehlbissen und Kieferfehlstellungen. Foto: Klasse 4a

Mit viel Spaß und Freude schlüpfen wir in unsere zugeteilten Rollen und probieren alles aus, doch langsam neigt sich unser Besuch dem Ende zu. Einigen von uns brennen trotz der umfangreichen Aufklärung noch Fragen unter den Nägeln, zu denen Prof. Dr. Berneburg uns bereitwillig Rede und Antwort steht. Mit unserem Abschiedsgeschenk, einer mit „Blut“ befüllten Kugelschreiber-Spritze und vielen neuen Eindrücken im Gepäck, machen wir uns schließlich auf den Rückweg.

Wir wissen nun, dass eine Behandlung beim Kieferorthopäden nicht nur aus kosmetischen Gründen sinnvoll ist, sondern vor allem auch um Folgebeschwerden vorzubeugen. Denn eine nicht behandelte Zahn- oder Kieferfehlstellung kann unter anderem auch zu Kaubeschwerden, Sprachstörungen oder ungenügender Belüftung der Nasennebenhöhlen führen, was Erkältungskrankheiten begünstigt.

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