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Beruf

Die Polizei sorgt für Sicherheit

Schüler erlebten die Arbeit der Beamten hautnah – inklusive Fahndungsfoto, Fingerabdrücken und Blick in die Arrestzelle.
Von der 3. Klasse der Grundschule Holzheim

Zum Abschluss machen die Drittklässler mit PHK Stefan Ferstl noch ein Gruppenfoto vor dem Polizeiauto. Foto: Werner Kotzbauer
Zum Abschluss machen die Drittklässler mit PHK Stefan Ferstl noch ein Gruppenfoto vor dem Polizeiauto. Foto: Werner Kotzbauer

Neumarkt.Jakob, Lukas und Luca blicken verdutzt durch die Gitterstäbe der Arrestzelle nach draußen. Ein bisschen mulmig ist ihnen schon, doch sie haben nichts angestellt. Sie durften kürzlich zusammen mit anderen Schülerinnen und Schülern ihrer Klasse die Polizeiinspektion Neumarkt besichtigen.

Die Polizei hat viele Aufgaben, zum Beispiel muss sie den Verkehr regeln, Einbrüche und Diebstähle aufklären, einen Mordfall lösen… Aber eines haben alle diese Aufgaben gemeinsam - die Polizei sorgt für die Sicherheit der Menschen.

Nach der Begrüßung durch den Dienststellenleiter Michael Danninger nahmen die Schüler und ihr Klassenlehrer Werner Kotzbauer im neuen Schulungsraum Platz. Polizeihauptkommissar (PHK) Stefan Ferstl – er ist auch der Kontaktbeamte für die Schulen – gab einen Einblick in die Aufgaben der Polizei. Er nannte drei Hauptaufgabengebiete: Neben der Gefahrenabwehr und der Strafverfolgung sei die Prävention besonders wichtig, zum Beispiel bei der Verkehrserziehung in Kindergarten und Schule, damit richtiges Verhalten eingeübt wird und es gar nicht erst zu Unfällen kommt.

Mindestgröße für Polizisten

Jakob, Lukas und Luca (von links) in der Arrestzelle Foto: Werner Kotzbauer
Jakob, Lukas und Luca (von links) in der Arrestzelle Foto: Werner Kotzbauer

Die Dienststelle Neumarkt ist für insgesamt zwölf Gemeinden zuständig. Um die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu überwachen, erfolgt die Funkstreife im Schichtbetrieb rund um die Uhr. Für die vielfältigen Aufgaben hat sich die Polizei in verschiedene Aufgabenfelder spezialisiert, so gibt es etwa die Kriminalpolizei, Hundestaffeln, die Wasserschutzpolizei, manchmal unterstützen auch Hubschrauber bei der Fahndung oder ein Sondereinsatzkommando (SEK ) wird benötigt.

„Wie wird man eigentlich Polizist?“ , wollte Tim wissen. PHK Ferstl nannte einige grundsätzliche Bedingungen: Man muss deutscher Staatsangehöriger sein, die Mittlere Reife oder den Quali mit abgeschlossener Berufsausbildung besitzen, außerdem mindestens 165 Zentimeter groß sowie gesundheitlich geeignet sein: Bewerber müssen eine Sportprüfung bestehen. Und: Man darf noch nicht mit dem Gesetz in Konflikt geraten sein. Die genauen Voraussetzungen sind beim Einstellungsberater zu erfragen oder unter www.mit-sicherheit-anders.de nachzulesen.

Lukas ist jetzt erkennungsdienstlich erfasst. Foto: Werner Kotzbauer
Lukas ist jetzt erkennungsdienstlich erfasst. Foto: Werner Kotzbauer

„Welche Notrufnummer muss ich wählen?“, fragte David. Unter der Nummer 110 erreicht man die Polizei, erfahren die Schüler. Unter der 112 sind Feuerwehr, Notarzt und Rettungsdienst erreichbar. Wenn jemand verletzt ist, immer erst die 112 wählen! Dieser Notruf wird auch zur Polizei weitergeleitet. Anschließend lernten die Schüler das Polizeigebäude näher kennen. In der Einsatzzentrale werden alle Meldungen überwacht. Pro Tag gibt es Dutzende von Aufträgen. „Niemand darf ins Haus, ohne dass wir es wissen“, erklärte PHK Ferstl.

Jeder Fingerabdruck ist anders

Sehr gemütlich sind die Pritschen nicht, denken sich Alisa und Luca. Foto: Werner Kotzbauer
Sehr gemütlich sind die Pritschen nicht, denken sich Alisa und Luca. Foto: Werner Kotzbauer

Einen kleinen Schock erlebten die Kinder und die Polizeibeamten im Haus, als bei der Besichtigung der Arrestzelle versehentlich ein akustischer Alarm ausgelöst wurde. Die Polizei Neumarkt hält nur vorläufig Personen fest, so kann es etwa vorkommen, dass ein Betrunkener in der Zelle für eine Nacht ausharren muss.

PHK Stefan Ferstl erfasst Davids Fingerabdrücke mit dem Scanner. Foto: Werner Kotzbauer
PHK Stefan Ferstl erfasst Davids Fingerabdrücke mit dem Scanner. Foto: Werner Kotzbauer

Spannend wurde es auch im Raum für erkennungsdienstliche Behandlung. David und Sophia ließen ihre Fingerabdrücke von einem modernen Scanner erfassen. PHK Ferstl erklärte, wie damit gearbeitet wird. „Jeder Fingerabdruck hat verschiedene, auch feinste, Merkmale („Minuzien“). Es gibt keine zwei gleichen Fingerabdrücke. Selbst eineiige Zwillinge haben unterschiedliche Fingerabdrücke“, erklärte der Polizeibeamte.

Lukas stellte sich für die Aufnahme eines „Fahndungsfotos“ zur Verfügung. Das fertige Bild mit Ganzkörperporträt und Profilaufnahmen durfte er als Belohnung mit nach Hause nehmen.

„Wofür machen Sie das?“, wollte Alisa wissen. Ferstl erklärte, dass diese Daten gebraucht würden, wenn jemand erneut straffällig wird. Die Lichtbildrecherche wird benötigt, wenn zum Beispiel ein Täter nicht richtig erkannt oder beschrieben wurde.

Den Abschluss bildete ein Gruppenfoto mit Stefan Ferstl vor dem Polizeiauto. Nach dem Ertönen der Sirene verabschiedeten sich alle. Die Drittklässler der Grundschule Holzheim waren schwer beeindruckt. Diesen Tag werden sie so schnell nicht vergessen.

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