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Gesundheit

Ein tierischer Schultag mit Hund Whisky

Der Besuchs- und Streichelhund war zu Gast im Klassenzimmer. Die Tiere helfen, Ängste abzubauen und Krankheiten zu heilen.
Von der Klasse 4b der Konradschule

Begeistert kuschelten die Schüler mit Besuchshund „Whisky“. Foto: Angelika Liebl
Begeistert kuschelten die Schüler mit Besuchshund „Whisky“. Foto: Angelika Liebl

Regensburg.Die Kinder der Klasse 4b saßen gespannt im Stuhlkreis. Schließlich klopfte es an der Klassenzimmertür und herein kam ein großer, hellbrauner Hund. „Ist der nett“, riefen die Schüler, als Whisky das Klassenzimmer betrat. Alle wollten ihn streicheln. Der große, freundliche Hund drehte gleich eine Runde im Sitzkreis. Schwanzwedelnd lief Whisky von Kind zu Kind und ließ sich streicheln und tätscheln. Erst danach wurde dessen Besitzerin Andrea Sittauer von der Klasse begrüßt. Sie breitete eine rote Decke für Whisky aus und füllte seine Wasserschlüssel. Gierig schlabberte Whisky den Napf leer. Dann schnüffelte er am Rucksack, denn er witterte dort seine Leckerlis.

Zuerst kommt der Wesenstest

„Er ist ein Labradoodle, das heißt sein Vater ist ein Königspudel und seine Mutter ein Labrador“, berichtete Andrea Sittauer. Sie bekam Whisky mit neun Wochen. Nachdem der Hund ein Jahr alt war, machte er einen Wesenstest in der Kindertagesstätte. Hier wurde Whisky geprüft, wie er im Umgang mit kleinen Kindern und unter Stress reagiert. Diesen Test bestand Whisky prima und so stand seiner Ausbildung zum Besuch- und Streichelhund bei den Johannitern nichts mehr im Weg.

Whisky hat viel gelernt – natürlich auch Pfote geben. Foto: Angelika Liebl
Whisky hat viel gelernt – natürlich auch Pfote geben. Foto: Angelika Liebl

Whisky besucht nun ein- bis zweimal in der Woche Kinder in Kitas, Senioren, aber auch kranke und behinderte Menschen. Ziel ist es, Ängste vor Hunden abzubauen, aber auch das Heilen von Krankheiten zu unterstützen.

Die Schüler erfuhren, dass Whisky ein Besuchshund ist und kein Therapie- oder Assistenzhund. Diese haben eine lange Ausbildung hinter sich und kosten viel Geld, 10 000 bis 50 000 Euro. Nach ihrer Ausbildung leben Assistenzhunde bei einem Menschen mit Handicap, um diesem im Alltag zu helfen. Sie werden eingesetzt bei blinden oder körperbehinderten Menschen, aber auch bei Diabetikern oder Personen, die sich selber verletzen. Sittauer berichtete, dass sich viele Rassen eignen – wichtig sei nur, dass der Hund zutraulich ist und gerne spielt. Denn beim Spielen lernt er die später wichtigen Dinge.

Bei Linda zog Whisky eine Socke aus. Foto: Angelika Liebl
Bei Linda zog Whisky eine Socke aus. Foto: Angelika Liebl

Auch Whisky kann viele Kunststücke und Hilfsdienste. Er kann natürlich Tricks wie Pfote geben, Männchen machen und auf Kommando bellen. Aber Whisky hat auch wichtige Sachen gelernt: Er kann Dinge vom Boden aufheben und in die ausgestreckte Hand geben. Sittauer erzählte, dass Whisky ein Weichmaul hat. Das bedeutet, dass er auch leicht zerbrechliche Dinge mit seinem Maul aufheben kann: So kann er auch Flaschen, Batterien oder sehr kleine Dinge aufheben. Als nächstes führte Whisky bei Linda vor, wie er Socken ausziehen kann. Linda musste nur ihren Fuß hochstrecken, schon kam Whisky angelaufen und zog vorsichtig mit den Zähnen am Socken. Schon hatte er den Socken ausgezogen und überreichte ihn Linda. Das war natürlich einen Applaus und – für Whisky viel wichtiger – eine Belohnung wert. Zurzeit lernt Whisky, selbstständig die Türen aufzumachen.

Besuchshund Whisky war der Star im Klassenzimmer.

Leckerlis zum Abschied

Die Zeit mit Whisky verging viel zu schnell. Zum Abschluss durft jeder Schüler Whisky ein Leckerli geben. Whisky drehte die Runde, knuddelte mit jedem Kind und nahm vorsichtig sein Leckerli. Zum Abschied machte er ein Männchen. Die Kinder der 4b waren begeistert und Andrea Sittauer versprach, in diesem Schuljahr nochmal mit Whisky vorbeizuschauen.

Habt ihr auch Lust, Whisky kennen zu lernen? Kein Problem. Den Besuch von Whisky und seiner Besitzerin Andrea Sittauer kann man für wenig Geld buchen. Die Johanniter, Regionalverband Ostbayern, vermitteln Termine mit Besuchhunden. Außerdem werden ständig neue Mensch-Hund-Teams gesucht. Kontakt: Kerstin Schönberger (kerstin.schoenberger@johanniter.de).

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