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Umwelt

Hier wird das Abwasser wieder sauber

Im Klärwerk Regensburg erlebten Schüler den aufwändigen Reinigungsprozess – und sie genossen die Aussicht von den Faultürmen.
Von der Klasse 4c der Grundschule Prüfening

Blick über die Nachklärbecken zur Donau: Von den 24 Meter hohen Faultürmen hat man eine tolle Aussicht. Foto: Evelin Käser
Blick über die Nachklärbecken zur Donau: Von den 24 Meter hohen Faultürmen hat man eine tolle Aussicht. Foto: Evelin Käser

Regensburg.„Jährlich werden in unserem Klärwerk etwa 20 Milliarden Liter Wasser gereinigt“, erklärt Abwassermeister Alexander Bräu den Viertklässlern der Grundschule Prüfening, die sich im Klärwerk Regensburg im Stadtosten versammelt haben. Hier wird das Abwasser aus Regensburg und etlichen umliegenden Gemeinden gereinigt. Rund 54 Quadratkilometer groß ist das Gebiet, aus dem das Abwasser ins Klärwerk kommt. Nach fünf Jahren Bauzeit wurde dieses 1980 fertig gestellt und seither mehrmals erweitert. Heute dürfen die jungen Besucher die 900 Meter lange Anlage besichtigen.

Täglich 200 Tonnen Schlamm

Die Kinder bestaunen die riesigen Förderschnecken. Foto: Josef Göttl
Die Kinder bestaunen die riesigen Förderschnecken. Foto: Josef Göttl

Über riesige Förderschnecken wird das Abwasser, das in neun Metern Tiefe ankommt, zur ersten Reinigungsstation befördert. Dort erblicken die Schüler den Rechen. „Mit ihm werden die Teile aus dem Wasser geholt, die größer als sechs Millimeter sind. Das meiste davon ist Papier, es findet sich hier aber alles Mögliche“, berichtet Alexander Bräu. Es stinkt faulig in der großen Halle. Die meisten Kinder halten sich die Nase zu und sind froh, als es wieder nach draußen geht.

Im nächsten Gebäude jedoch riecht es auch nicht gerade angenehm. Hier befindet sich der Sandfang, in dem schwere Teilchen wie Sand aus dem Wasser entfernt werden. Danach durchläuft das Wasser das Vorklärbecken. Hier kann sich der im Wasser schwimmende Schlamm am Boden absetzen. Über einen Räumer wird dieser langsam zusammengeschoben und anschließend aus dem Becken entfernt. Von diesem übel stinkenden Schlamm fallen in dieser riesigen Anlage täglich 200 Tonnen an.

Kunst am Bau: Die Bronzestatue „Der Schmutzfischer“ ist auf dem Klärwerks-Gelände zu bewundern. Foto: Nicole Winkler
Kunst am Bau: Die Bronzestatue „Der Schmutzfischer“ ist auf dem Klärwerks-Gelände zu bewundern. Foto: Nicole Winkler

Die Grundschüler rümpfen die Nase, als sie eine Geruchsprobe davon nehmen dürfen. Gut, dass viele Stationen überdacht sind. Somit wird die Umgebung nicht mit Lärm und Gerüchen belästigt. Schlecht riechende Luft aus den Gebäuden wird außerdem durch einen Kompostfilter gepumpt und dadurch gefiltert.

Aufstieg auf die Faultürme

Der Schlamm aus dem Vorklärbecken landet in den drei Faultürmen, die schon von weitem das Klärwerk als solches erkennen lassen. In den Faultürmen wird mit Hilfe des Klärschlamms Gas erzeugt, das im Klärwerk zum Heizen und zur Erzeugung von Strom verwendet wird. Der nach etwa 30 Tagen ausgefaulte Schlamm wird entwässert, von Lkws abgeholt und in Braunkohlekraftwerken im Osten von Deutschland mitverbrannt. Das sind jedes Jahr rund 20 000 Tonnen.

Nach dem Vorklärbecken kommt das Wasser ins Belebungsbecken. Hier findet durch die Zugabe von Luft und Bakterien die biologische Reinigung statt.

Die Faultürme sind schon von Weitem zu sehen. Foto: Moritz Sieler
Die Faultürme sind schon von Weitem zu sehen. Foto: Moritz Sieler

Die letzte Station bilden die sechs kreisförmigen Nachklärbecken mit Durchmessern von 53 Metern. In diesen setzen sich die Bakterien als Schlamm ab, der dann wieder abgepumpt wird. Den abschließenden Höhepunkt für die Besucher bilden die bereits genannten Faultürme. Die Kinder dürfen über die gut 150 Treppen die 24 Meter hohen eierförmigen Behälter besteigen. Von oben bietet sich ein toller Ausblick über die gesamte Anlage bis hin zur Donau, in die das geklärte Wasser nach dem Durchlaufen aller Reinigungsstationen gepumpt wird.

Am Ende der Besichtigung wissen alle, wie aufwändig die Reinigung unseres Abwassers ist. Kein Wunder also, dass die Kosten für die Abwasserreinigung ähnlich hoch sind wie die für frisches Leitungswasser.

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