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Sonntag, 19. August 2018 32° 2

Zahnmedizin

Kleine Kieferorthopäden im Einsatz

In der Praxis von Dr. Mirjam Berneburg erfahren Schüler, wie Zahnspangen angepasst werden und was die Behandlung bringt.
Von der Klasse 4a der Schule der Vielfalt und Toleranz

Die Schüler dürfen mit Hilfe einer Mitarbeiterin selbst einen Unterkieferabdruck machen. Foto: Florentine von Imhoff
Die Schüler dürfen mit Hilfe einer Mitarbeiterin selbst einen Unterkieferabdruck machen. Foto: Florentine von Imhoff

Regensburg.Der Weg von unserer Schule bis zur Praxis von Prof. Dr. Mirjam Berneburg dauert gefühlt eine halbe Ewigkeit. Es ist sehr heiß, doch die Neugierde und die Aufregung, was uns gleich in der kieferorthopädischen Praxis erwarten wird, lassen uns unsere Motivation aufrecht erhalten. Prof. Berneburg und ihr gesamtes Team warten schon auf uns und empfangen uns sehr herzlich. Sie schicken die gesamte Klasse zuerst einmal in das sehr helle und freundlich wirkende Wartezimmer.

Dort liegen auf einem kleinen Tisch in der Mitte des Zimmers bereits mehrere Zahnspangen bereit. Zunächst erklärt uns Prof. Berneburg einiges über die Vielfalt der kieferorthopädischen Behandlungen und die unterschiedlichen Arten von Zahnspangen. Viele davon sind auf dem kleinen Tisch zu sehen. Wir sind ganz schön gespannt, was uns gleich in den weiteren Behandlungszimmern noch so erwartet.

Ganz individuelle Spangen

Endlich ist es soweit und wir dürfen loslegen: Wir werden in drei Gruppen aufgeteilt. Jede Gruppe darf jedes noch zu Beginn geheimnisvoll wirkende Behandlungszimmer und die dazugehörigen Tätigkeitsbereiche „durchlaufen“.

Wir beginnen im Wartezimmer, in dem wir einiges über die Zahnspange und die Behandlung erfahren: In gemütlicher Atmosphäre erklärt uns die Spezialistin für Kieferorthopädie, dass es sehr wichtig ist, gesunde und vor allem gerade Zähne zu haben. Es geht nicht nur darum, dass es ein ästhetischer Aspekt ist, sondern der wichtigste Faktor ist die Gesundheit. Auch sind Zahnspangen keine Schande, sie machen einen Menschen besonders, denn sie können teilweise individuell in verschiedenen Farben „angepasst“ werden.

Wir sind ganz schön verblüfft, als uns Prof. Berneburg erzählt, wie viele verschiedenen Zahnspangen und Bestandteile es gibt: Es gibt lose und feste Zahnspangen, Brackets, Zahnspangen mit Schrauben, mit Federn und Außenbügeln. Und was nicht vergessen werden darf: Es gibt fast durchsichtige Zahnspangen, die sogenannten Invisalign – eine kieferorthopädische Behandlungsmethode zur weitgehend „unsichtbaren“ Behandlung von leichten Zahnfehlstellungen.

Jeden Monat wird angepasst

Monatlich verändert der Kieferorthopäde bei einer festen Zahnspange die Stärke des Drahtes, so dass die Zähne nach und nach eine optimale und für den jeweiligen Kiefer passende Position einnehmen können. „Wirklich sehr spannend, welch ein Geheimnis hinter so einer Zahnspange steckt“, murmelt eine Schülerin leise vor sich hin. Auf geht es zur nächsten Station: Hier geht es um den Abdruck des Unterkiefers: Unter freundlicher Leitung zeigt uns eine Helferin, wie die Abdrücke von der Pike an entstehen. Jedes Kind zieht Gummihandschuhe an und los geht es: Gemeinsam in unserer kleinen Gruppe rühren wir mit aller Kraft ein Pulver an. Es entsteht eine pinke, zäh aussehende Masse, die dann in ein Metallgefäß gefüllt wird. Anschließend wird dieses auf den jeweiligen Unterkiefer von jedem Schüler gedrückt. – „Wir sind ganz schön stolz auf unseren eigenen Unterkieferabdruck“, sagt ein Schüler, als wir weitergehen.

Mit Gips fertigten die Schüler Unterkieferabdrücke an. Foto: Florentine von Imhoff
Mit Gips fertigten die Schüler Unterkieferabdrücke an. Foto: Florentine von Imhoff

Der nächste Raum sieht schon wieder ganz anders aus. Hier gibt es verschiedenste Materialien und Equipment. „Aus dem Abdruck muss nun ein Gipsmodell erstellt werden“, sagt die Behandlungsassistentin. Auch hier dürfen wir wieder zu kleinen Kieferorthopäden werden. Also rühren wir ein Gipspulver mit Wasser an, entfernen mit einer Saugmaschine die Luftblasen und gießen den auf der Rührmaschine cremig gerührten Gips in den Abdruck. – Puh, das ist ganz schön anstrengend und auch die Behandlungsassistentin kommt ganz schön ins Schwitzen.

Ein Interview mit Prof. Dr. Mirjam Berneburg lesen Sie hier: „Kieferorthopädin ist mein Traumberuf“

Prof. Dr. Mirjam Berneburg zeigte den Schülern Vorher-Nachher-Bilder von Zahn- und Kieferfehlstellungen. Foto: Florentine von Imhoff
Prof. Dr. Mirjam Berneburg zeigte den Schülern Vorher-Nachher-Bilder von Zahn- und Kieferfehlstellungen. Foto: Florentine von Imhoff

An der letzten Station angekommen, zeigt uns Prof. Berneburg an ihrem PC verschiedene Zahnfehlstellungen mit Vorher- und Nachher-Bildern: Es ist wirklich beeindruckend, was so eine Zahnspange doch alles bewirken kann. Durch diesen Besuch wurde manchen Kindern die Angst vor einer Zahnspange genommen. Zum Schluss kommen alle drei Gruppen nochmals im Wartezimmer zusammen. Wir sind sehr stolz auf unsere Abdrücke.

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Prof. Dr. Berneburg und ihr Team, die uns einen spannenden Tag und interessanten Tag in der kieferorthopädischen Praxis ermöglicht haben.

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