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Projekt

Mit der Zeitung die Welt entdecken

Zum Auftakt von „Zeitung in der Grundschule“ zeigten Schüler aus Barbing ein tolles Programm rund um das Printmedium.
Von Louisa Knobloch

Kleider, Hüte, Taschen, Masken und sogar Pizza oder Eis: Die Klasse 4c zeigte, was man aus Zeitungen so alles machen kann. Foto: Louisa Knobloch
Kleider, Hüte, Taschen, Masken und sogar Pizza oder Eis: Die Klasse 4c zeigte, was man aus Zeitungen so alles machen kann. Foto: Louisa Knobloch

Barbing.„Zeitung lesen macht Spaß!“, „Toll finde ich auch die Junior-Seite!“, „Natürlich ist für jeden etwas Spannendes dabei!“ – zu jedem Buchstaben von „Zeitung in der Schule“ haben sich die Buben und Mädchen der Klasse 3c in ihrem Akrostichon einen Satz überlegt, der zeigt, was ihnen an der Zeitung gefällt. Seit 11. März lesen die Dritt- und Viertklässler der Grundschule Barbing im Unterricht die Mittelbayerische. Insgesamt 88 Klassen mit über 1800 Schülern im gesamten MZ-Verbreitungsgebiet nehmen in diesem Schuljahr an dem Projekt „Zeitung in der Grundschule“ (ZiG) teil.

Die Klasse 3b präsentierte das Gedicht „Das große, kecke Zeitungsblatt“ von Josef Guggenmos. Foto: Louisa Knobloch
Die Klasse 3b präsentierte das Gedicht „Das große, kecke Zeitungsblatt“ von Josef Guggenmos. Foto: Louisa Knobloch

Für die offizielle Auftaktveranstaltung am Dienstag an der Johann-Michael-Sailer-Schule in Barbing hatten die Schüler mit ihren Lehrkräften ein tolles Programm mit Gedichten, Sketchen und Liedern einstudiert, das sie in der voll besetzten Turnhalle vor Mitschülern und Eltern präsentierten. So zeigte die Klasse 4b zur Musik „Also sprach Zarathustra“ die „Entwicklung des Zeitungslesers“ und die Buben und Mädchen der 3b trugen das Gedicht „Das große, kecke Zeitungsblatt“ von Josef Guggenmos vor.

Eine Herausforderung, die sich lohnt

Schulleiterin Margarete Gatt-Bouchouareb betonte, durch die Zeitungslektüre könnten die Schüler viele interessante und neue Dinge erfahren und sich eine eigene Meinung bilden. Foto: Louisa Knobloch
Schulleiterin Margarete Gatt-Bouchouareb betonte, durch die Zeitungslektüre könnten die Schüler viele interessante und neue Dinge erfahren und sich eine eigene Meinung bilden. Foto: Louisa Knobloch

Für die Grundschüler sei das Zeitungsprojekt eine Herausforderung, sagte Schulleiterin Margarete Gatt-Bouchouareb in ihrem Grußwort: „Die Zeitung hat riesige Seiten und neben den Fotos gibt es viele lange Texte in kleiner Schrift.“ Doch die Mühe, sich mit dem Medium Zeitung auseinanderzusetzen, lohne sich: „Zeitungsleser blicken über den Rand ihrer eigenen kleinen Welt hinaus und werden schlauer.“

In der Zeitung könnten die Schüler vieles aus ihrer unmittelbaren Umgebung finden, etwa Artikel über die Schule, den Sportverein oder Feste im Ort. Neues aus Bayern, Deutschland und der ganzen Welt erfahre man ebenso. Neben schönen Dingen würden auch schlechte Nachrichten in der Zeitung stehen: Artikel über Unfälle, Verbrechen oder Naturkatastrophen. Doch es sei wichtig, umfassend informiert zu sein. Kindgerecht erklärte Gatt-Bouchouareb, dass es auch Länder gibt, in denen Zensur herrscht und in denen die Journalisten eben nicht alles schreiben dürfen, was passiert. „Dadurch können sich die Leser dann gar kein richtiges Bild machen von der Welt.“ Die Barbinger Schüler könnten durch das Projekt hingegen viele interessante und neue Dinge erfahren und sich eine eigene Meinung bilden.

Auftakt für "Zeitung in der Grundschule"

Vorfreude auf die Schülerartikel

Barbings Bürgermeister Johann Thiel lobte das Projekt „Zeitung in der Grundschule“. Dadurch würden die Schüler schon früh im Umgang mit Medien geschult und könnten auch lernen, wie man sich kontrovers mit einem Thema auseinandersetzt. „Das gehört in einer Demokratie dazu.“ Er selbst lese jeden Morgen gründlich die Zeitung – und freue sich schon auf die Artikel der Schüler, die in den kommenden Wochen erscheinen werden.

Auch die Elternbeiratsvorsitzende Kerstin Plentinger zeigte sich von dem Projekt und der Auftaktveranstaltung beeindruckt. Durch die große Bandbreite an Themen in der Zeitung könne sich jeder Schüler täglich seine Lieblingsrubrik heraussuchen. Plentinger brach auch eine Lanze für die gedruckte Zeitung: Die Schüler könnten ihren Artikel ausschneiden, in einer Kiste aufbewahren und in 20 oder 30 Jahren ihren eigenen Kindern zeigen. „Ich wünsche euch viel Spaß beim Projekt und bin sicher, dass aus der einen oder dem anderen mal ein toller Journalist wird!“

An der Grundschule Barbing fand die Auftaktveranstaltung für „Zeitung in der Grundschule“ statt.

Die Vorzüge der gedruckten Zeitung waren auch Thema im Sketch „Wie toll ist das denn!“ der Klasse 4a. Drei als Geschäftsleute verkleidete Schüler saßen da an einem Tisch und gaben reihum mit der Ausstattung ihrer Notebooks an. Vom Nebentisch wurde ihnen eine Zeitung gereicht. „Ultraflach! Und ein Mega-Display!“, staunten die Technik-Fans. Dazu kommt die „unendliche“ Akkulaufzeit, da die Zeitung keinen Strom braucht – und zusammenfalten lässt sie sich auch noch. Im Laden gibt es die Zeitung täglich aktuell, sogar als „Flatrate“, will sagen im Abonnement.

Medien

Schüler lernen mit der Zeitung

Das Projekt „Zeitung in der Grundschule“ startet am 11. März wieder. Vorab informierten sich Lehrer im MZ-Verlagshaus.

Und ist die Zeitung ausgelesen, kann man damit immer noch wunderbar basteln, wie die Schüler der Klasse 4c zeigten. Sie hatten für drei Kategorien eines (fiktiven) Wettbewerbs Zeitungsmode, Kulinarisches und Alltagsgegenstände gebastelt.

Auch Eis, Pizza und ein Rührgerät aus Zeitungspapier hatten die Schüler gebastelt. Foto: Louisa Knobloch
Auch Eis, Pizza und ein Rührgerät aus Zeitungspapier hatten die Schüler gebastelt. Foto: Louisa Knobloch

Präsentiert wurden die Werke auf einem Laufsteg aus aneinandergeschobenen Bänken. Zu sehen bekam das Publikum zunächst Zeitungsröcke, Hüte, Handtaschen, Trikots sowie einen Fußball aus Papier, mit dem „die nächste WM sicher zu einem Triumph für die deutsche Nationalmannschaft werden kann“, wie Moderator Charles alias Leo augenzwinkernd bemerkte. Anschließend wurden Pizza, Eis und ein „biologisch abbaubarer“ Thermomix-Ersatz aus Papier vorgestellt. Einziges Manko: Das Rührgerät überlebt nur ein Mal Kochen... In der dritten Kategorie gab es etwa Smartphones, Tiere und Masken aus Papier zu sehen. Am Ende herrschte Punktegleichstand – zum Sieger wurde der Werkstoff Zeitung gekürt.

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