MyMz

Beruf

Mit Martinshorn und Blaulicht unterwegs

Auf der Polizeiwache Regenstauf erfuhren Grundschüler viel über den Polizeiberuf – und durften sogar die Zellen testen.
Von der 4. Klasse der Grundschule Steinsberg-Eitlbrunn

Alfons Zenger zeigte den Schülern das Polizeiauto. Foto: 4. Klasse
Alfons Zenger zeigte den Schülern das Polizeiauto. Foto: 4. Klasse

Regenstauf. „Hallo, bitte folgen Sie mir unauffällig!“, sagt Hauptkommissar Alfons Zenger zur 4. Klasse der Grundschule Steinsberg-Eitlbrunn. Bevor alle im Gänsemarsch die Treppe hinauf in den Unterrichtsraum steigen, begrüßt er jedes Kind einzeln mit Handschlag. Die Polizeiwache Regenstauf, die seit 1994 im ehemaligen Verwaltungsgebäude der Brüterei Lohmann untergebracht ist, verfügt über zwei Lehrsäle. Polizeibeamte müssen sich ständig fortbilden.

In der neuen, blauen Uniform steht Alfons Zenger vor der Klasse. Handschellen und Schlagstock wandern durch die Reihe der Kinder. Der Schlüssel für die Handschellen ist am Gürtel des Polizisten sicher verwahrt. „Oje, ist die kugelsichere Weste schwer!“ „Wie viel schleppt so ein Polizist mit sich herum?“, diese Gedanken gehen den Schülern durch den Kopf. „Diese Weste hält nur kleinsten Waffenkalibern stand“, erklärt Alfons Zenger. Nebenbei „durchlöchern“ ihn die Mädchen und Jungen mit Fragen. „Wie fühlt man sich bei einem Einsatz?“ – „Ich habe immer Herzklopfen, weil man ja nie genau weiß, was einen erwartet“, ist die ehrliche Antwort.

Die Schüler mit Hauptkommissar Alfons Zenger Foto: 4. Klasse
Die Schüler mit Hauptkommissar Alfons Zenger Foto: 4. Klasse

Wie wird man Polizist? Mit dem qualifizierten Hauptschulabschluss und einer abgeschlossenen Berufsausbildung, der mittleren Reife oder dem Abitur kann man die dreijährige Ausbildung an einem der acht Standorte in Bayern beginnen. Alfons Zenger ist seit 38 Jahren Polizist. Seinen Beruf mag er, weil er viel Abwechslung bietet. Seine Arbeitszeit beträgt 40 Stunden pro Woche. „Einsätze in der Nacht sind bei mir als Verkehrssachbearbeiter eher selten“, erzählt er. Und was darf ein Polizist nicht? Er darf natürlich selber keine Straftaten begehen.

Die Zellen sind sehr spartanisch eingerichtet. Foto: 4. Klasse
Die Zellen sind sehr spartanisch eingerichtet. Foto: 4. Klasse

Vom Unterrichtsraum geht es nun in den Keller. „Unsere Hotelzimmer sind im Moment frei“, meint Alfons Zenger schmunzelnd. „Hotelzimmer im Polizeigebäude? Davon hab ich noch nie gehört“, überlegt ein Schüler. Schnell wird das Rätsel gelöst: „Jungs in die erste, Mädchen in die zweite Zelle“, kommandiert der Hauptkommissar. Schon sind die Zellen verschlossen. Ein Kind jammert: „Ganz schön unbequem, die Matratzen! Und alles kahl! Ein Hotel ist das sicher nicht.“ – „Gesteht ihr, was ihr verbrochen habt?“, fragt Alfons Zenger scherzhaft und lässt die „reumütigen“ Kinder wieder frei.

Kurz waren die Schüler auch „hinter Gittern“ – sie durften aber gleich wieder hinaus. Foto: 4. Klasse
Kurz waren die Schüler auch „hinter Gittern“ – sie durften aber gleich wieder hinaus. Foto: 4. Klasse

Weiter geht es zum „Erkennungsraum“. Festgenommene Personen werden hier erkennungsdienstlich erfasst. Im Raum befinden sich eine Kamera, eine Personenwaage und ein Tisch zur Abnahme der Fingerabdrücke. Voller Begeisterung hinterlässt hier jeder seinen Fingerabdruck.

Im Kofferraum des Polizeiautos finden sich viele nützliche Dinge: Aufklappbare Pylonen, eine Lampe zum Absichern eines Unfallorts, ein Brecheisen, ein Besen, ein Feuerlöscher, Kreide und ein kugelsicherer Helm. Foto: 4. Klasse
Im Kofferraum des Polizeiautos finden sich viele nützliche Dinge: Aufklappbare Pylonen, eine Lampe zum Absichern eines Unfallorts, ein Brecheisen, ein Besen, ein Feuerlöscher, Kreide und ein kugelsicherer Helm. Foto: 4. Klasse

Ein weiteres Highlight ist danach im Hof das Polizeieinsatzfahrzeug, ein silberfarbener BMW mit den neuen blauen Polizeiaufklebern. Viele Kinder zucken zusammen, als Alfons Zenger mit einer Fernbedienung das Blaulicht einschaltet und kurz darauf das Martinshorn ertönt. „Bitte folgen“, erscheint im Display. Interessantes findet sich auch im Kofferraum: Aufklappbare Pylonen, eine Lampe zum Absichern eines Unfallorts, ein Brecheisen, ein Besen, ein Feuerlöscher, Kreide und ein kugelsicherer Helm. Alfons Zenger, den die Schüler schon aus der Jugendverkehrsschule kennen, verteilt zum Abschied Reflektorbänder. Wie durch Zauberhand öffnet sich zum Schluss das Tor der Polizeiwache. Der mysteriöse Türöffner ist nur eine alte, rostige Schaufel. Mehr wird nicht verraten. „Vielleicht werd` ich ja Polizist?“, überlegt manch einer bei der Rückfahrt im Bus.

Mehr Artikel von ZiG-Klassen lesen Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht