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Aktion

Rico, Oskar und der Feueralarm

Grundschüler durften hinter die Kulissen des Akademietheaters blicken und erlebten etwas Unerwartetes.
Von der Klasse 4b der Gerhardinger-Grundschule Steinweg

Die Schüler durften bei einer Lichtprobe selbst auf der Bühne stehen. Foto: Emmy Kreuzer
Die Schüler durften bei einer Lichtprobe selbst auf der Bühne stehen. Foto: Emmy Kreuzer

Regensburg.Aufgeregt warten wir hinter den beiden Stellwänden auf der Bühne. Auf einmal ertönt Musik und Scheinwerfer flammen auf. Das ist unser Signal. Afra, eine Schauspielschülerin, begleitet uns auf die Bühne. Eine Nebelmaschine versprüht Nebel. Wir können unsere Mitschüler im dunklen Zuschauerraum kaum erkennen. Es ist ein aufregendes Gefühl, wie ein Schauspieler im Scheinwerferlicht zu stehen.

Wir, die Klasse 4b, sind heute im Akademietheater Regensburg. Es gehört zur Akademie für Darstellende Kunst (ADK) Bayern. Hier kann man eine Ausbildung zum Schauspieler, Regisseur oder Theaterpädagogen machen. Im Treppenhaus hängen Fotos der Mitarbeiter und Schüler.

Schauspieler müssen viel lernen

Wir gehen zunächst in die Kantine. Der Raum ist klein und gemütlich, ein feiner Kaffeegeruch liegt in der Luft. Die stellvertretende Schulleiterin Meike Fabian erzählt uns etwas über die Schule. Dann führt sie uns durch das Gebäude. In einem Übungsraum wird gerade geprobt. Das Stück „Rico, Oskar und die Tieferschatten“ hat am 13. Juli Premiere. Einige von uns kennen das Buch oder den Film. Wir sitzen auf dem Parkettboden und sehen zu, wie Rico gerade Oskar seiner Mutter vorstellt.

Die Schüler schauen bei einer Probe für „Rico, Oskar und die Tieferschatten“ zu. Foto: Emmy Kreuzer
Die Schüler schauen bei einer Probe für „Rico, Oskar und die Tieferschatten“ zu. Foto: Emmy Kreuzer

Danach dürfen wir den Schauspielschülern Fragen stellen. Zunächst wollen wir wissen, wie lange es dauert, den Text auswendig zu lernen. Jeder habe da seine Tricks, verrät Gisa Stößl, die im Stück den Oskar spielt. „Also, ich lese mir den Text immer fünftausendmal durch, gehe dann durchs Haus und spreche mir das immer vor.“ Andere würden den Text aufnehmen und sich das mehrmals anhören. „Wiederholung ist ganz wichtig“, sagt auch Miriam Ohlmeyer, die Ricos Mama darstellt.

Reihenweise Kostüme

Haben die Schauspieler eine Traumrolle? „Ich würde gerne mal gerettet werden, so richtig mit Action“, erzählt Miriam Ohlmeyer. Antonia Marie Waßmund, die den Rico spielt, würde dagegen „gerne mal auf der Bühne sterben“. Und Gisa Stößl hat ihre Traumrolle schon gespielt: „Ich war die Schildkröte bei Momo. Die wollte ich schon immer mal spielen.“ Und was, wenn man eine Rolle bekommt, die man nicht mag? „Du freundest dich früher oder später damit an“, ist Gisa Stößl überzeugt. „Und je länger du dich damit beschäftigst, desto mehr wächst du mit der Rolle dann auch zusammen.“

„Ich war die Schildkröte bei Momo. Die wollte ich schon immer mal spielen.“

Gisa Stößl, Schauspielschülerin

Wir erfahren, dass Schauspieler manchmal abergläubisch sind. Vor einer Premiere darf zum Beispiel der Name des Stücks auf der Bühne nicht genannt werden. Bei der Generalprobe zu klatschen, soll auch Unglück bringen.

Im Kostümfundus stapeln sich Boxen mit Requisiten. Foto: Emmy Kreuzer
Im Kostümfundus stapeln sich Boxen mit Requisiten. Foto: Emmy Kreuzer

Als nächstes gehen wir in den Kostümfundus. Links stehen in hohen Regalen Schuhe, nichts als Schuhe. Auf Kleiderstangen hängen in zwei Reihen übereinander Kostüme. In vielen durchsichtigen Plastik-Boxen sind Requisiten verstaut. Das Theater nimmt auch gerne besondere Stücke als Kleiderspenden an, erfahren wir.

Interview

Was Schauspieler alles können müssen

Mit Meike Fabian von der ADK Bayern sprechen Schüler über die Ausbildung zum Schauspieler und die Arbeit am Theater.

Schließlich steigen wir bis unters Dach hinauf. Hier befindet sich die Theaterbühne. Der Raum ist stockdunkel. Nur ein Scheinwerfer beleuchtet den roten Teppich auf den Treppenstufen in der Bühnenmitte. Für die Lichtprobe wird auch die Nebelmaschine angeschaltet. Plötzlich heult der Feueralarm los. Wir erschrecken, aber die Mitarbeiter beruhigen uns. Wir müssen aber trotzdem das Gebäude verlassen. Alle Schüler und Mitarbeiter der ADK warten am Arnulfsplatz darauf, dass der Alarm ausgeht.

Zum Glück war es nur ein Fehlalarm. Wir dürfen zurück ins Theater und bei der Lichtprobe auch selbst einmal auf der Bühne stehen und den Applaus unserer Mitschüler genießen.

Viertklässler der Gerhardinger-Grundschule Steinweg waren zu Besuch bei der Akademie für Darstellende Kunst.

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