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Schüler besuchen die Domspatzen

Die Mädchen und Buben der Klasse 3b aus Roding wollten als junge Reporter wissen, wie ein Leben im Internat abläuft.
Von der Klasse 3b der Grundschule Roding

  • Die Schüler bekamen eine Führung durch die Räume des Domspatzen-Internats. Foto: Thomas Lehnerer
  • Sie kümmert sich um die Anzüge. Foto: Thomas Lehnerer
  • Mittags durften die Schüler auch in der Kantine des Internats essen. Foto: Thomas Lehnerer
  • Einmal Domspatz sein ... Foto: Thomas Lehnerer

Roding.Die Klasse 3b der Grund- und Mittelschule Roding hat am Dienstag das Gymnasium der Domspatzen in Regensburg besucht. Die Schüler nehmen derzeit an einem Zeitungsprojekt teil, bei dem sie einige Monate lang das Bayerwald-Echo in die Schule geliefert bekommen.

Nun wollten sie einmal selbst Reporter sein. Sie hatten sich mit Klemmbrettern, Stiften und Fragen ausgerüstet, Klassenlehrer Thomas Lehnerer war mit einer Kamera ausgestattet. Die Mädchen und Buben wollten bei den Domspatzen unter anderem etwas über das Leben im Internat erfahren.

Schüler erlebten einen spannenden Tag bei den Domspatzen.

Eine lateinische Messe

Bei der Chorprobe ist den Kindern vor allem aufgefallen, wie laut die Domspatzen sangen – ganz ohne Mikrofon. Und obwohl das ja alles Jungen sind, haben sie auch sehr hoch und hell gesungen. Von ganz tief bis ganz hoch war jede Tonlage dabei, und gekratzt hat es nie. Die Jungen hatten ihre Münder ganz weit offen und saßen ganz gerade vorn an der Stuhlkante. Geübt haben die Domspatzen gerade eine lateinische Messe von Mozart für eine bevorstehende Aufführung. Die jungen Sänger sind an den Wochenenden und auch auf längeren Tourneen immer wieder viel unterwegs, um Konzerte zu geben, zum Beispiel auch in Amerika, Japan, Schottland und Ungarn.

Die Mädchen und Buben aus Roding durften auch bei einer Chorprobe mit dabei sein und den Domspatzen zuhören. Foto: Thomas Lehnerer
Die Mädchen und Buben aus Roding durften auch bei einer Chorprobe mit dabei sein und den Domspatzen zuhören. Foto: Thomas Lehnerer

Das Domspatzen-Internat in Regensburg gibt es seit mehr als 1000 Jahren. Im Gymnasium gehen derzeit mehr als 300 Jungen zur Schule, 130 davon wohnen im Internat. Die Gebäude werden seit fünf Jahren saniert, zum Teil wird auch neu gebaut. Unter anderem entstehen neue Wohnräume mit Einzelzimmern. Bislang sind die Schüler in Zwei- und Dreibettzimmern untergebracht.

Die Schüler schrieben fleißig mit, was sie Neues erfuhren. Foto: Thomas Lehnerer
Die Schüler schrieben fleißig mit, was sie Neues erfuhren. Foto: Thomas Lehnerer

Wenn Jungen neu ins Internat kommen, haben sie anfangs schon ein wenig Heimweh, wurde den Schülern erklärt. Das wird mit der Zeit aber besser. Die Jungen dürfen mit ihren Handys mit den Eltern telefonieren und am Wochenende – wenn sie keine Auftritte haben – nach Hause. Die Schüler, die weiter weg wohnen, sind aber natürlich nicht jedes Wochenende daheim. Sie unternehmen dann mit ihren Betreuern Ausflüge, zum Beispiel in den Bayernpark, oder besuchen Veranstaltungen in Regensburg.

Die Kinder stellten viele Fragen. Foto: Thomas Lehnerer
Die Kinder stellten viele Fragen. Foto: Thomas Lehnerer

Und das Internat selbst hat für die Freizeitgestaltung der Schüler auch einiges zu bieten, ein eigenes Schwimmbad etwa, eine Turnhalle und Gemeinschaftsräume. Die Domspatzen tragen auch viele sportliche Wettkämpfe aus.

Alles gemeinsam machen

Zwei Stunden in der Woche haben die Schüler Musikunterricht, fünf Stunden Chorprobe – vor Auftritten ist das natürlich mehr. Mit ihrem Instrument üben die Jungen eine halbe Stunde am Tag. Wenn sie noch kein Instrument spielen, wenn sie zu den Domspatzen kommen, lernen sie Klavier oder Geige, ansonsten dürfen sie ihr Instrument weiter spielen.

Mit Klemmbrett und Stift unterwegs Foto: Thomas Lehnerer
Mit Klemmbrett und Stift unterwegs Foto: Thomas Lehnerer

Wer Domspatz werden will, muss eine Aufnahmeprüfung machen. Der Junge muss gut singen können und so gute Noten haben, dass er aufs Gymnasium gehen kann. Das Wichtigste ist aber die Freude am Singen, haben die Rodinger Schüler erklärt bekommen. Mehr als zehn von ihnen können sich nach dem Besuch in Regensburg vorstellen, auf ein Internat zu gehen. Weil man neue Freunde findet, und es dort schön ist, sagen sie. Weil man nicht allein ist und alles gemeinsam macht. Und weil es einfach interessant ist, so ein anderes Leben einmal kennenzulernen.

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