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Ernährung

So schmecken Obst und Gemüse richtig gut

Bei der Ökokiste Kößnach und im Wurzelgarten lernen Schüler viel über Biolebensmittel – und dürfen selbst probieren.
Von der Klasse 4a der Grundschule Wörth-Wiesent

Auf dem Erdbeerfeld pflücken die Kinder süße Früchte für die Bowle, die sie zubereiten wollen. Foto: Ingrid Tischler
Auf dem Erdbeerfeld pflücken die Kinder süße Früchte für die Bowle, die sie zubereiten wollen. Foto: Ingrid Tischler

Kößnach.„O mein Gott, schaut mal her, so schöne Erdbeeren!“, ruft Jasmin beim Anblick der Früchte auf dem Erdbeerfeld, zu dem Lydia Hecht die Kinder geführt hat. Selbstverständlich dürfen sie sich sofort bedienen. Lecker! „Das sind die besten Erdbeeren der Welt!“, schwärmt Levente.

Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 4a der Grundschule Wörth-Wiesent besuchen heute die Ökokiste Kößnach. Die Erkundung beginnt bei einem ihrer Direktlieferanten. Im Wurzelgarten, den Lydia Hecht gemeinsam mit Martin Wiethaler führt, wird in biologischem Anbau Gemüse und Obst produziert. Die Kinder entdecken zahlreiche Gemüsesorten, etwa Salat, Gurken, Bohnen, Karotten, Auberginen, Zucchini und vieles mehr. Allein bei den Tomaten sind es über 80, zum Teil sehr alte Sorten.

Nützlinge bekämpfen Schädlinge

Lydia Hecht, die Betreiberin des Wurzelgartens, erklärt, dass sich die Raubmilben unter den Blättern befinden. Foto: Ingrid Tischler
Lydia Hecht, die Betreiberin des Wurzelgartens, erklärt, dass sich die Raubmilben unter den Blättern befinden. Foto: Ingrid Tischler

Brombeeren, Himbeeren, Johannisbeeren – diese Sorten können die Mädchen und Buben gleich benennen. Aber wie heißt diese? Da muss ihnen Lydia Hecht weiterhelfen. Die Maibeere – eine der vielen Besonderheiten und Raritäten, die sie hier kultiviert. Den etwa fünf Hektar großen Wurzelgarten gibt es seit neun Jahren. Die Kunden können hier selbst ernten.

Zunächst erfahren die Kinder, wie ökologischer Landbau funktioniert. Es wird vollkommen auf den Einsatz chemischer Mittel verzichtet. Zur Bodenvorbereitung arbeiten die Biobauern mit Gründüngung, gegen Austrocknung und Unkraut bringen sie Silage aus. Schädlinge werden durch Nützlinge bekämpft. Zum Beispiel setzt man Raubmilben gegen Spinnmilben ein. Marienkäfer vertilgen die Blattläuse. Kartoffelkäfer werden einfach abgeklaubt. „Die Kartoffelkäfer dürft ihr mitnehmen, die Marienkäfer nicht“, scherzt Lydia Hecht.

Die Erdbeer-Bowle schmeckt lecker! Foto: Ingrid Tischler
Die Erdbeer-Bowle schmeckt lecker! Foto: Ingrid Tischler

Nun wird gemeinsam eine Erdbeerbowle zubereitet. Erdbeeren schneiden, Heidelbeeren dazu, Saft drüber – schon ist die Bowle fertig und kann genossen werden. Superlecker! „Schmeckt nicht gut – schmeckt sehr gut!“, stellt Ida begeistert fest. Nach der Brotzeit fahren die Viertklässler weiter zur Ökokiste Kößnach. Aber nicht, ohne vorher verschiedene Kräuter geerntet zu haben, die sie später für die Zubereitung eines Kräuterquarks brauchen.

Jeder kann nach Wahl bestellen

In Martina Kögls Betrieb wird die Frischware in großen Kühlräumen gelagert. Die meisten Kunden bestellen online entweder Abokisten, die je nach Saison bestückt werden, oder nach einer individuellen Wunschliste. Im Packraum werden dann die Kisten befüllt. Heute dürfen die Wiesenter Kinder den vier Packerinnen dabei helfen.

Die Viertklässler dürfen beim Befüllen der Kisten helfen. Foto: Ingrid Tischler
Die Viertklässler dürfen beim Befüllen der Kisten helfen. Foto: Ingrid Tischler

Auf Bildschirmen erscheint die Bestellung, zum Beispiel 200 Gramm Bohnen. Also: Bohnen holen, abwiegen, rein in die Kiste, nächster Artikel.

Mit Lieferwagen wird die Ware zu Schulen, Kindergärten und Familien im Umkreis von 100 Kilometern ausgefahren. Bei der nächsten Lieferung gehen die Pfandkisten wieder zurück. Auch Brot, Milch, Käse, Wurst, Fleisch und vieles mehr kann bestellt werden. Am Freitag ist der Hofladen geöffnet.

In Martina Kögls Betrieb in Kößnach durften Schüler mit anpacken – und natürlich auch probieren.

Das Unternehmen Ökokiste Kößnach gibt es schon seit 19 Jahren. Es bezieht seine Waren von ostbayerischen und oberösterreichischen Öko-Betrieben. Obst, das bei uns nicht wächst, wird vom Bio-Großhandel bezogen. Gerade liefert Michael Pirtsch aus Pfreimd Apfelsaft an. Selbstverständlich dürfen die Mädchen und Buben sofort davon probieren. Lecker, lecker!

Die Brote mit Kräuterquark schmecken gut! Foto: Ingrid Tischler
Die Brote mit Kräuterquark schmecken gut! Foto: Ingrid Tischler

Nun ist es aber an der Zeit, den Kräuterquark zuzubereiten. Einige Kinder schneiden unter Anleitung von Martina Kögl die Kräuter klein und mischen sie anschließend unter den Quark. Andere schnippeln Gurken oder Paprika, wieder andere bestreichen Vollkornbrote. Wieder lecker!

Nach dieser Stärkung wird es Zeit für die Heimfahrt. Danke an Lydia Hecht und Martina Kögl für die interessante Führung!

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