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Gesundheit

Spannender Tag als Kieferorthopäde

In der Praxis von Prof. Dr. Mirjam Berneburg dürfen Schüler selbst ausprobieren, wie verschiedene Zahnspangen funktionieren.
Von der Klasse 4B der Grundschule Burgweinting

An Mitschülern wurde untersucht, wie viele Milch- und bleibende Zähne im Gebiss vorhanden sind. Foto: Sabrina Dirscherl
An Mitschülern wurde untersucht, wie viele Milch- und bleibende Zähne im Gebiss vorhanden sind. Foto: Sabrina Dirscherl

Regensburg.Ein Schüler nimmt eine rosa Wachsplatte aus dem warmen Wasser, faltet sie einmal und biegt sie in Hufeisenform zurecht. Er schiebt mit Handschuhen und Mundschutz bekleidet die Platte vorsichtig in den Mund eines Mitschülers. Dieser beißt fest zu. Die Wachsplatte fühlt sich an wie fester Kaugummi, schmeckt aber nach nichts.

Andere Schüler sind unterdessen damit beschäftigt, ihre Mitschüler zu untersuchen. Auf zwei Behandlungsstühlen wird anhand eines Formulars überprüft, wie viele Milch- und bleibende Zähne vorhanden sind und welche Zähne noch fehlen. Außerdem beobachten die Schüler genau, ob der Mund gerade geöffnet werden kann und ob die Zunge beim Schlucken nach vorne fällt. Alle Informationen tragen sie auf dem Formular ein.

Den Draht in die Brackets einzufädeln, ist gar nicht so einfach. Foto: Sabrina Dirscherl
Den Draht in die Brackets einzufädeln, ist gar nicht so einfach. Foto: Sabrina Dirscherl

Wir, die Klasse 4B der Grundschule Burgweinting, sind heute zu Besuch in der Praxis von Prof. Dr. Mirjam Berneburg und dürfen in die Rolle von Kieferorthopäden schlüpfen. Um in ihre berufliche Welt eintauchen zu können, zeigt uns die Ärztin Fotos sowie Kiefermodelle mit unterschiedlichen Zahnspangen. Denn es gibt doppelte Zahnspangen, Spangen mit Speed Brackets und Standard Brackets mit Gummis beziehungsweise Drähten. An einem Modell können wir selbst einmal versuchen, den Draht in die Brackets einzufädeln. Das ist gar nicht so einfach, da der Draht leicht hinausschlüpft. Mit Spezialwerkzeug darf eine andere Gruppe Speed Brackets öffnen und wieder befestigen. An einer dritten Station fixieren wir Brackets und Drähte mit Gummis. Das finden wir am schwierigsten.

Im Anschluss dürfen wir Dr. Berneburg alles fragen, was uns an ihrem Job interessiert. Dabei erfahren wir, dass sie bereits im Grundschulalter diesen Beruf für sich entdeckt hat: „Seit ich in eurem Alter war, ist das mein Traumberuf!“, erzählt sie. Die Ausbildung dauerte insgesamt neun Jahre, erst schloss sie ein Studium der Zahnmedizin ab und dann ein Zusatzstudium Kieferorthopädie. Leider hat der Job von Dr. Berneburg auch negative Seiten: Neben der Arbeit mit den Patienten fallen viele Tätigkeiten in der Verwaltung an, sozusagen „Papierkram“.

Mit Wachsplatten wurde ein Zahnabdruck genommen. Foto: Sabrina Dirscherl
Mit Wachsplatten wurde ein Zahnabdruck genommen. Foto: Sabrina Dirscherl

Am häufigsten kommen Kinder in die Praxis, die entweder eine Kiefer- oder eine Zahnkorrektur benötigen. Hierfür wird ein Abdruck gemacht, aus diesem wird ein Modell gegossen und mithilfe des Modells kann dann die Zahnspange gebaut und angepasst werden. Der Bau einer Zahnspange kann bis zu mehreren Wochen dauern, das Einsetzen von wenigen Sekunden bis zu drei Stunden – je nach Modell. Zum Schluss bekommen wir das Formular mit unseren Untersuchungsergebnissen und dem Zahnabdruck mit nach Hause. Ein paar von uns können sich nach dem Besuch heute sogar vorstellen, auch Kieferorthopäde zu werden.

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