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Mittwoch, 18. Juli 2018 29° 6

Exkursion

Wo kleine Eulen Kinderwagen fahren

Der Greifvogelpark in Grafenwiesen war Ziel der Schorndorfer Grundschüler. Der Steinadler stand bei ihnen im Mittelpunkt.
Von der Klasse 3a der Grundschule schorndorf

  • Wie im richtigen Leben: Die Eulenkinder werden auch schon einmal mit dem Kinderwagen kutschiert. Foto: Klasse 3a der Grundschule Schorndorf
  • Im „Geianest“, umgeben vom Grün des Parks, können Besucher Kaffee und Kuchen genießen oder Souvenirs erstehen. Das nutzten auch die Kinder der 3a. Foto: Klasse 3a der Grundschule Schorndorf

Grafenwiesen.Am Ende der Führung haben alle gelacht – die Grundschüler aus Schorndorf über den Seeadler, und der Weißkopfseeadler genauso über sie.

So hat sich das jedenfalls angehört, erinnern sich Adrian, Jule, Emil und Lisa. Sie und ihre 14 Mitschüler der Grundschule Schorndorf waren jetzt zu Besuch im Greifvogelpark in Grafenwiesen, der neben Eulen, Geiern, Adlern und Falken auch eine Flugshow mit einem Falkner anbietet und dessen Parkcafé den treffenden Namen „Zum Geianest“ trägt. Und außerdem auch schon einmal Eulenkinder im Kinderwagen durchs reiche Grün der Anlage geschoben werden – zur Freude der Schorndorfer Mädchen und Buben.

Der König der Lüfte

Parkchef Dieter Betz beantwortete die vielen Fragen der Kinder und konnte auch über manche Besonderheit im Park, der bei Grafenwiesen zu finden ist, berichten. Foto: Klasse 3a der Grundschule Schorndorf
Parkchef Dieter Betz beantwortete die vielen Fragen der Kinder und konnte auch über manche Besonderheit im Park, der bei Grafenwiesen zu finden ist, berichten. Foto: Klasse 3a der Grundschule Schorndorf

Doch weniger die Aasfresser, sondern mehr der „König der Lüfte“, der Steinadler, stand bei der 3a im Blickpunkt. Sie hatten sich im Unterricht allerlei Fragen für den Parkleiter Dieter Betz ausgedacht, der als Experte rund ums Thema Greifvögel um keine Antwort verlegen war. So lautete die Antwort, auf Angelinas Frage, wie viel Junge solch ein Adler denn bekommt, dass es ein bis drei pro Jahr werden können. Sie erfuhren, dass die Vögel treue Partner sind und ein Leben lang zusammen bleiben. Spannend auch, wie die Vögel mit einer Flügelspannweite von über zwei Metern bei uns in den Alpen jagen: Sie schubsen etwa Ziegen, Steinböcke oder Schafe mit ihren Krallen von den Berghängen, um sie nach dem Absturz zu verzehren. Oder sie schnappen sie auch schon einmal einen Fuchs – der Griff des Adlers mit seinen scharfen Krallen ist unheimlich kräftig und setzt die Beute schnell außer Gefecht. Der Adler ist ein Akrobat in der Luft, er kann sich sogar während des Flugs auf den Rücken drehen.

Der Steinadler stand im Mittelpunkt beim Besuch der 3a der Grundschule Schorndorf. Viele waren überrascht, wie groß so ein Adler doch ist und was er alles so macht. Foto: Klasse 3a der Grundschule Schorndorf
Der Steinadler stand im Mittelpunkt beim Besuch der 3a der Grundschule Schorndorf. Viele waren überrascht, wie groß so ein Adler doch ist und was er alles so macht. Foto: Klasse 3a der Grundschule Schorndorf

Drei Männer brauche es, solch einen Griff zu lösen, sagte Betz. Dabei stürzt sich der Adler mit 320 Stundenkilometern im Sturzflug auf die Beute oder jagt von einem Ansitz aus. Nur der Wanderfalke ist da noch einen Tick schneller im Anflug. Gefährlich sei aber weder der Adler noch der Falke für den Menschen, erklärte Betz. Es ist eine rabiate Jagdmethode, die aber den Kindern auch deutlich machte, dass Vögel keineswegs langweilige Tiere sind. Dieter Betz jedenfalls begeisterte die 3a und Klassenleiter Kurt Schillinger für die gefiederten Flieger in seinem Park. Jeder der Vögel, die hier im Park alle von Züchtern kommen und in freier Natur nicht gefangen werden dürfen, hat hier einen Namen – Uhu Siegi, Schleiereule Ludwig, Weißkopfseeadler Sissi oder Zwergohreule Rudi. Oder eben auch der Burli, der Steinadler. Der ist anders als seine Eulen-Kollegen nicht nachtaktiv, haben die Kinder erfahren. Dafür ist er tagsüber ein Beobachter aus großer Höhe, dem mit scharfem Blick wenig entgeht.

Zwei Stunden Non-Stop-Flug

Der Lebensraum der Steinadler erstreckt sich über Nordamerika, Nordafrika, Asien und Europa. In Europa beschränkt sich ihr Vorkommen auf wenige Orte, wie etwa die Alpen. Foto: Klasse 3a der Grundschule Schorndorf
Der Lebensraum der Steinadler erstreckt sich über Nordamerika, Nordafrika, Asien und Europa. In Europa beschränkt sich ihr Vorkommen auf wenige Orte, wie etwa die Alpen. Foto: Klasse 3a der Grundschule Schorndorf

Zwei Stunden am Stück kann ein Adler ohne Probleme fliegen, bekommt Veronika als Antwort auf ihre Frage an den Experten. Und auch – was sie und ihre Mitschülerinnen freut – dass die Weibchen stärker und größer sind, als ihre männlichen Partner. Steinadler werden bis 90 Zentimeter groß, was die Kinder beeindruckt. Bis zu 30 Jahre können Adler in der Freiheit alt werden, in Gefangenschaft sogar bis 55 Jahre. Durch die Jagd der Menschen auf die Vögel war der Steinadler fast einmal ausgerottet worden, heute ist er wieder weiter verbreitet. Interessant ist beim Greifvogelpark auch, dass hier immer wieder wildlebende Vögel, wie Uhus, über den Park fliegen, um hier eine Partnerin suchen. Zum Schluss gibt es noch für jedes Kind in der Klasse eine Feder eines Greifvogels – zur Erinnerung an einen erlebnisreichen Besuch im Greifvogelpark in Grafenwiesen und an den König der Lüfte.

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