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Gesundheit

Zahnspangen für schöne Zähne

Viele Kinder brauchen irgendwann mal eine Zahnspange. Doch wie funktioniert das genau? Wir haben in einer Praxis nachgefragt.
Von der Klasse 4b der Kreuzschule Regensburg

Die Schüler durften selbst Zahnabdrücke nehmen. Foto: Maria Kraus
Die Schüler durften selbst Zahnabdrücke nehmen. Foto: Maria Kraus

Regensburg.Kaugummi und Pfefferminz, so riecht es in der Praxis der Kieferorthopädin Prof. Dr. Mirjam Berneburg, bei der die Klasse 4b von der Kreuzschule zu Besuch ist. Man befindet sich in einem gemütlichen Altbau mit hellen Räumen, vielen Bildern und Pflanzen. Ein Team von elf Mitarbeitern, davon drei Ärzte, kümmert sich darum, dass schiefe Zähne wieder gerade werden. Es kann aber auch der Ober- oder Unterkiefer zu weit vorne oder hinten sitzen und dieser muss dann wieder in die richtige Position gebracht werden.

Schüler dürfen selbst einmal Arzt spielen

Der Löffel mit der Masse wird im Mund des Patienten platziert. Foto: Maria Kraus
Der Löffel mit der Masse wird im Mund des Patienten platziert. Foto: Maria Kraus

Dafür wird entweder eine feste oder eine herausnehmbare Zahnspange hergestellt und das ist wirklich Handarbeit. Die Kinder der Klasse 4b dürfen bei dem Besuch einen eigenen Zahnabdruck anfertigen und sogar einmal Arzt spielen. Als „Patient“ sitzt man im roten Ledersessel und bekommt gerade von einem Schüler einen Löffel mit einer lila Masse in den Mund geschoben. Es wird gesabbert und geschmatzt. Das ist ganz normal. Dann ist der Zahnabdruck fertig.

Dieser muss nun direkt ins Labor, das aber eher wie eine Werkstatt aussieht. Schon vibriert der ganze Boden.

Für das Modell wird Gips angerührt. Foto: Maria Kraus
Für das Modell wird Gips angerührt. Foto: Maria Kraus

Gerade wird der Abdruck eines Schülers mit einer Gipsmischung ausgefüllt. Dazu wird eine Rüttelmaschine benötigt, damit jede kleinste Ritze bedeckt wird. Wenn das Gipsmodell getrocknet ist, kann dann eine Zahnspange hergestellt werden. Das kann mehrere Wochen dauern, oder auch nur zwei Stunden. Bei festen Zahnspangen werden die Brackets direkt an den Zähnen festgeklebt und das geht im Vergleich zur herausnehmbaren Zahnspange schneller, denn diese muss erst im Labor hergestellt werden.

Kieferorthopädin ist ihr Traumberuf

Prof. Dr. Berneburg zeigt Bilder von Zähnen, bei welchen eine Zahnspange notwendig ist. Foto: Maria Kraus
Prof. Dr. Berneburg zeigt Bilder von Zähnen, bei welchen eine Zahnspange notwendig ist. Foto: Maria Kraus

Das Alter, also ab wann eine Zahnspange erforderlich wird, ist unterschiedlich. Selbst schon ein neugeborenes Baby kann bei einer Gaumenspalte eine Zahnspange benötigen, um besser zu trinken. Manchmal bekommen aber auch noch Erwachsene welche. Prof. Dr. Berneburg hat selbst mit acht Jahren eine Zahnspange erhalten und seitdem ist die Kieferorthopädie ihr Traumberuf, da sie damals bei ihrem Arzt hinter die Kulissen gucken durfte.

Diese Leidenschaft spürt man in der gesamten Praxis und auch beim Gespräch mit ihr. Aber der Weg zum Kieferorthopäden ist lang. Nach dem Abitur muss zuerst Zahnmedizin studiert werden und später braucht man noch eine vierjährige Weiterbildung. Es lohnt sich, denn laut Prof. Berneburg ist es großartig, Menschen zu schönen Zähnen zu verhelfen, mit welchen man gut reden und essen kann. Am Ende gehen auch die Schüler aus der Kreuzschule mit einem Lächeln nach Hause. In den Händen halten sie ein Gipsmodell von ihrem Unterkiefer und eine Kugelschreiberspritze. Alle sind sich einig: Wir kommen gerne wieder!

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