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Samstag, 21. Juli 2018 28° 8

Medien

Zeitung lesen macht Spaß – und schlau

Zum Auftakt von „Zeitung in der Grundschule“ hatten Schüler aus Arnschwang ein tolles Programm auf die Beine gestellt.
Von Louisa Knobloch und Wolfgang Baumgartner

Ein Meer aus Zeitungshüten und tolle Kostüme hatten die Arnschwanger Grundschüler für den ZiG-Auftakt gebastelt. Foto: Baumgartner
Ein Meer aus Zeitungshüten und tolle Kostüme hatten die Arnschwanger Grundschüler für den ZiG-Auftakt gebastelt. Foto: Baumgartner

Arnschwang.„Zeitung, Kinder, sollt ihr lesen – da erfahrt ihr, was gewesen“, singen die Schülerinnen und Schüler der 4. Klasse der Grundschule Arnschwang. Mit ihrem fröhlichen Begrüßungslied feiern die Viertklässler am Mittwochvormittag den offiziellen Auftakt des Projekts „Zeitung in der Grundschule“ (ZiG). Seit 9. April wird in 85 Grundschul-Klassen in der Region mit insgesamt über 1800 Schülern wieder die Zeitung gelesen. Zwölf Wochen lang erhalten die teilnehmenden Klassen kostenlos die Mittelbayerische oder eine ihrer Lokalausgaben – für jeden Schüler ein eigenes Exemplar.

Ein tolles Angebot, das auch die Arnschwanger Grundschule seit Jahren nutzt. „Lesen ist die Schlüsselkompetenz für das weitere Leben“, betont Schulleiter Hubert Lauerer. Beim ZiG-Projekt lernen die Schüler zunächst den Aufbau der Zeitung und die verschiedenen Textsorten wie Nachricht, Interview oder Reportage kennen. Aber auch zu Sachthemen wie Plastikmüll in der Umwelt suchen die Schüler im Unterricht Artikel aus der Zeitung heraus und lesen sie gemeinsam.

Zeitungshaie und Papierflieger

„In der Zeitung kann man sich informieren über das Dorf, den Landkreis und die ganze Welt“, sagt Bürgermeister Michael Multerer in seinem Grußwort. In der lokalen Berichterstattung sieht er die große Stärke der Tageszeitung: „Abends in den Fernsehnachrichten erfährt man nicht, wann der Maibaum aufgestellt wird oder wo sich die Angler treffen zum Ufer reinigen.“ Auch Schulleiter Lauerer ist sich aus diesem Grund sicher, dass die Zeitung eine Zukunft hat. Ein Morgen ohne die Tageszeitung ist für ihn nur schwer vorstellbar. Und auch seine Schüler will er zum Lesen animieren.

Modische Zeitungskreationen zeigten Schülerinnen der Grundschule Arnschwang bei der Auftaktveranstaltung am Mittwoch. Foto: Knobloch
Modische Zeitungskreationen zeigten Schülerinnen der Grundschule Arnschwang bei der Auftaktveranstaltung am Mittwoch. Foto: Knobloch

Mit der Zeitung kann man aber auch sehr viel machen, wenn man sie ausgelesen hat, wie die Arnschwanger Grundschüler eindrucksvoll zeigen: An einer Pinnwand hat sich ein ganzer Schwarm „gefährlicher Zeitungshaie“ versammelt, die Fenster sind mit Herzchen aus Zeitungspapier geschmückt und sogar die Blumentöpfe auf den Fensterbänken haben die Schüler mit Zeitungspapier eingeschlagen.

„Wer liest, der versteht die Welt“

Das ist aber noch längst nicht alles: Bei einer Modenschau der besonderen Art zeigen Schülerinnen Röcke, Kleider, Kopfschmuck und sogar Schuhe und Handtaschen aus gekonnt gefaltetem und geklebtem Zeitungspapier. Ganz stilecht laufen die Nachwuchs-Models über einen „roten“ Teppich aus Zeitungspapier, den zuvor zwei Securitys – Schüler mit dunklen Sonnenbrillen – ausgerollt haben. Auch Zeitungshüte, ein Geschicklichkeitsspiel und Papierflieger, die unter Johlen ins Publikum geworfen werden, haben die Schüler gebastelt.

Bayerwald-Echo-Redaktionsleiter Frank Betthausen fragte die Schüler, was sie am liebsten in der Zeitung lesen. Foto: Baumgartner
Bayerwald-Echo-Redaktionsleiter Frank Betthausen fragte die Schüler, was sie am liebsten in der Zeitung lesen. Foto: Baumgartner

„Ich bin total begeistert, wenn ich sehe, was man aus einer Zeitung alles machen kann“, sagt Frank Betthausen, Redaktionsleiter des Bayerwald-Echos. So ein Paar Zeitungsschuhe hätte er auch gerne, verrät er lachend. Von den Schülern will Betthausen wissen, was sie gerne in der Zeitung lesen. Tiergeschichten stehen bei den Grundschülern hoch im Kurs. Auch der Sportteil und die Anzeigen finden Beachtung. Das Projekt vermittle, wie wichtig und spannend Lesen sei, findet Betthausen. „Wer liest, der versteht die Welt und dem kann man nicht mehr alles vormachen“, betont er – auch mit Blick auf die Diskussion um sogenannte „Fake News“.

Die zweite Klasse bringt das Gedicht „Das große kecke Zeitungsblatt“ auf die Bühne. Dieses – dargestellt von einer Schülerin – wird vom Wind durch die Straßen der Stadt getrieben und lässt sich einfach nicht fangen. Die dritte Klasse zeigt, was aus „Zehn alten Zeitungen“ wird, die sich dann schließlich im Papiercontainer wieder treffen.

"Zeitung in der Grundschule" feiert Auftakt 2018

Louisa Knobloch, ZiG-Projektleiterin bei der Mittelbayerischen, freut sich, dass in diesem Schuljahr wieder so viele Klassen bei „Zeitung in der Grundschule“ mitmachen. 1992, also vor 26 Jahren hatte die Mittelbayerische erstmals ein Grundschul-Projekt angeboten. Den „großen Bruder“, das Projekt „Zeitung in der Schule“ (ZiS), das sich vorwiegend an weiterführende Schulen richtet, gibt es sogar schon seit 1986, also seit über 30 Jahren. Mittlerweile können teilnehmende Klassen auf Wunsch statt der gedruckten Zeitung auch das ePaper auf dem Laptop oder Tablet lesen. „Damit lassen sich aber keine so tollen Zeitungshüte basteln“, sagt Knobloch schmunzelnd. Als Dankeschön für die tolle Auftaktveranstaltung überreicht sie Hubert Lauerer ein Buch für die Schulbibliothek.

„Das kecke Zeitungsblatt entwich mit tausend Purzelbäumen.“ Foto: Baumgartner
„Das kecke Zeitungsblatt entwich mit tausend Purzelbäumen.“ Foto: Baumgartner

Den Schülern gefällt es, jeden Morgen vor Unterrichtsbeginn in der Zeitung schmökern zu können. Weltpolitik, Lokalteil, Sport oder das Wetter – jeder hat seine Favoriten, die er zuerst liest. Das ist bei den Kleinen nicht anders als bei den Großen. Und: Zeitunglesen macht schlau! „Was gibt es Neues in Arnschwang?“ – „Wie hat der FC Bayern München gespielt? – „Warum gibt es in Furth einen riesigen Drachen?“ Zur Antwort auf diese Fragen bekommen die Schüler auf der Bühne jeweils die Zeitung gereicht: „Hier lies, hier drin steht es!“ Und dann singen die Erstklässler eine abgewandelte Version des Titellieds der „Sesamstraße“: „Der, die, das – wer, wie, was – wieso, weshalb, warum – wer nicht liest, bleibt dumm!“

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