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Soziales

Die Tafel hilft vielen Menschen

Der Verein gibt Lebensmittel an Bedürftige aus. Rund 3000 Kunden pro Woche sind auf die Spenden von Supermärkten angewiesen.
Von der Klasse BST4 der Pater-Rupert-Mayer-Schule

Christine Gansbühler zeigt den Schülern, was es bei der Tafel gibt. Foto: Stephanie Rohrwild
Christine Gansbühler zeigt den Schülern, was es bei der Tafel gibt. Foto: Stephanie Rohrwild

Regensburg.Im Verkaufsraum der Tafel Regensburg e. V. herrscht großes Gedränge. Gerade wird die neue Lieferung gebracht. Pro Tag bekommt die Tafel insgesamt rund fünf Tonnen an Spenden. In großen Plastikkisten stapeln sich viele verschiedene Lebensmittel, die jetzt an die einzelnen Theken verteilt werden.

Es gibt eine Brottheke. Dort bekommen die Kunden Brot, Semmeln, süße Teilchen und Toast. An der Joghurttheke gibt es Milchprodukte wie Butter, Milch, Joghurtdrinks oder Sahne. Auf einem Tisch aus Edelstahl werden Eier für die Kunden ausgegeben. Wurst, Käse, Salat und frische Nudeln finden die Kunden in der Kühltheke.

Zwei Taschen Essen für zwei Euro

An einer Theke gibt es Brot, Brezen, Semmeln und Toast. Foto: Stephanie Rohrwild
An einer Theke gibt es Brot, Brezen, Semmeln und Toast. Foto: Stephanie Rohrwild

Es gibt sogar einen Tante-Emma-Laden mit Chips, Pralinen, Konserven, Grieß oder Körperpflegeprodukten. Was es bei der Tafel nicht gibt, ist Alkohol – nicht mal Pralinen mit alkoholhaltiger Füllung. Neben dem Tante-Emma-Laden ist der Obststand mit verschiedenen Obstsorten aus der ganzen Welt wie Äpfel, Bananen, Mangos oder Ananas. Außerdem gibt es einen Gemüsestand mit Tomaten, Salat, Paprika, Pilzen und vielem mehr.

„Es ist wie eine Mischung aus Supermarkt und Basar“, findet Ali. Denn viele ehrenamtliche Helfer wuseln durch den Raum, sortieren die Produkte und unterhalten sich angeregt.

Die Tafel hilft bedürftigen Menschen, die nicht so viel Geld haben. Sie dürfen einmal in der Woche zur Tafel kommen und ungefähr zwei Ikea-Taschen voller Essen mitnehmen. Dafür bezahlt eine Person zwei Euro. Zwei Personen oder mehr bezahlen vier Euro. Damit die Kunden Essen bekommen, benötigen sie einen Ausweis. Diesen kann man im Büro der Tafel beantragen, wenn man nachweist, dass man bedürftig ist. Auf dem Ausweis stehen eine Nummer, der Name und ein Bild. Pro Woche werden im Durchschnitt 3000 Kunden versorgt.

Das Essen wird gerecht unter den Kunden verteilt, damit es nicht zu Streitereien kommt. Wenn ein Kunde zum Beispiel drei oder vier Stück Butter haben möchte, kann es sein, dass er trotzdem nur ein Stück Butter bekommt. Auch die anderen Kunden sollen ja noch Butter bekommen.

Mit drei Lieferwagen werden die Lebensmittel abgeholt. Foto: Stephanie Rohrwild
Mit drei Lieferwagen werden die Lebensmittel abgeholt. Foto: Stephanie Rohrwild

Christine Gansbühler, die erste Vorsitzende des Tafel Regensburg e. V., und Gerhard Fischer, der zweite Vorsitzende, führen uns in zwei Gruppen durch die Räume der Tafel und zeigen uns alles. Die Tafel hat drei Lieferwagen. Verschiedene Supermärkte wie Rewe, Real, Lidl, Globus oder Metro und die Kette dm geben Lebensmittel an die Tafel weiter. Die Tafel bekommt Obst und Gemüse, das bis zum Abend nicht verkauft wurde und noch gut aussieht.

Eine Grundregel, die Christine Gansbühler ihren Fahrern mit auf den Weg gibt ist: „Würdest du das Gemüse essen? Dann nimm es mit. Würdest du es nicht mehr essen, dann lass es stehen und nimm es nicht mit.“

Andere Lebensmittel werden der Tafel gebracht, kurz bevor sie das Mindesthaltbarkeitsdatum erreichen. Die Tafel Regensburg e. V. hat auch ein Kühlhaus, das sie vom Bundesverband der Tafeln bekommen hat. Es hat 16 000 Euro gekostet. Dort passen bis zu neun Paletten Waren hinein.

Viele ehrenamtliche Helfer

Die Mitarbeiter der Tafel Regensburg e. V. arbeiten ehrenamtlich. Das heißt, die Leute arbeiten freiwillig dort und bekommen kein Geld. Sie wollen für die Menschen da sein und sie unterstützen. Wenn man helfen will, kann man bei der Tafel arbeiten. Jeder, der einen Tag in der Woche ungefähr sieben Stunden Zeit hat, darf kommen.

Selbst helfen

  • Adresse

    Der Laden des Vereins Tafel Regensburg e. V. befindet sich in der Liebigstraße 4b in Regensburg.

  • Mitgliedschaft

    Wer Mitglied im Verein werden oder ehrenamtlich tätig werden möchte, findet auf der Homepage der Tafel Kontaktdaten: www.tafel-regensburg.de . Auch Spenden werden gerne angenommen.

Christine Gansbühler engagiert sich seit rund sieben Jahren bei der Tafel. Sie war selbst einmal auf die Unterstützung angewiesen. Denn sie hat ihren Arbeitsplatz verloren, als die Drogeriemarktkette Schlecker pleite gegangen war. Als sie wieder Arbeit hatte, wollte sie etwas zurückgeben und packt jetzt regelmäßig mit an.

Für die Schüler haben die Tafel-Mitarbeiter ein kleines Buffet gerichtet. Foto: Stephanie Rohrwild
Für die Schüler haben die Tafel-Mitarbeiter ein kleines Buffet gerichtet. Foto: Stephanie Rohrwild

Am Ende der Führung haben Christine Gansbühler und Gerhard Fischer noch eine Überraschung für uns: ein Buffet. Zu essen gibt es Lebensmittel, die man bei der Tafel bekommen kann: Belegte Baguettescheiben mit Schinken, Kuchen, Gummibärchen, Schokolade, Erdbeeren, Weintrauben, Tomaten, Schoko-Hörnchen und Joghurtdrinks. „Alles schmeckt frisch und lecker“, finden wir. Zum Abschluss bekommt jeder Schüler noch ein Päckchen Chips geschenkt.

„Ich finde es gut, dass Frau Gansbühler und Herr Fischer uns so freundlich aufgenommen haben und uns so viel erklärt haben“, sagt Marie.

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