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Zeitung in der Schule
Dienstag, 22. Mai 2018 27° 3

Soziales

Ein rettender Anker für Menschen in Not

Eine Straßenzeitung bietet mehr als nur Lesestoff. Die Verkäufer können sich damit ein wenig Geld verdienen.
Von der Klasse 8 des SFZ Neutraubling

Sozialpädagogin Marie Melzl zeigt Mia, Florian, Kevin und Nico (von links) und den anderen Jugendlichen das Antiquariat im Donaustrudl. Foto: Pröstler

Regensburg.Türme von Bücherkisten erwarten uns, als wir den Donaustrudl besuchen. Das ist eine Zeitung für Arme, Obdachlose und Menschen, die körperlich oder psychisch beeinträchtigt sind und nicht so gut arbeiten können. Sozialpädagogin Marie Melzl erzählt uns viel über die Zeitung. Es werden 7500 Exemplare in einem Monat gedruckt und von 40 bis 50 Verkäufern in der Stadt angeboten. Die Verkäufer sind meist Männer im mittleren Alter, also von 40 bis circa 65 Jahren. Sie kaufen die Zeitung für 1,10 Euro und dürfen sie für 2 Euro verkaufen. So können sie ein wenig Geld verdienen.

Armut hat viele Ursachen

Niemand wird freiwillig obdachlos, berichtet Marie Melzl. Obdachlos zu sein, ist gefährlich und vor allem im Winter auch sehr kalt. Scheidung, Todesfall, Spielsucht, Drogen oder Arbeitslosigkeit sind oft Gründe dafür, dass Menschen verarmen und in die Obdachlosigkeit rutschen. Allerdings gibt es Hilfsangebote, um das zu verhindern.

Der Donaustrudl entsteht durch ein Team von ehrenamtlichen Redakteuren, die sich einmal im Monat treffen und sich auf das Thema des nächsten Heftes einigen. So ging es in einer der letzten Ausgaben um Mobbing und Stalking und in der Dezemberausgabe drehte sich alles um Wünsche – rund um Weihnachten ein nahe liegendes Thema. In der Zeitung inserieren verschiedene Firmen wie zum Beispiel die Eckert-Schulen, Bücher Pustet, das Rote Kreuz, die Johanniter und die Stadt Regensburg. Auf großen Plakaten mit den Titelblättern des „Donaustrudl“ lässt sich gut mitverfolgen, wie sich die Zeitung in den letzten 20 Jahren immer wieder verändert hat.

Bücher und CDs

Jeden Tag werden fünf Kisten mit alten Büchern und CDs von Bürgern gebracht. Diese müssen durchgesehen werden, ob sie nicht verschimmelt sind oder Flecken haben. Gute Bücher werden dann in der Bücherhütte am Kohlenmarkt oder an Ständen zum Beispiel gegenüber von McDonald’s verkauft. Wertvollere Bücher wandern ins Antiquariat, das den hinteren Teil der Räumlichkeiten des „Donaustrudl“ einnimmt. Hier lässt es sich gut Schmökern. Diese Bücher kann man auch im Internet kaufen und so den armen Menschen etwas helfen. Allein durch den Verkauf der Bücher und den Verkauf der Zeitung lassen sich aber die Miete und die paar Minijobs nicht finanzieren. So gibt es auch noch Spenden durch Benefizkonzerte oder von Firmen oder der Stadt Regensburg.

Florian findet unseren Besuch im Donaustrudl eine gute Idee. Wir erfahren etwas über Arme und wie sie ein wenig Geld verdienen können. Manche sind froh, dass Menschen, denen es gut geht, anderen helfen. Andere meinen, dass man verarmte Deutsche besser unterstützen müsste. Mia und einige andere kennen es aus eigener Erfahrung, dass es nicht schön ist, wenig Geld zu haben.

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