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Astronomie

Eine Reise durch das Weltall

In der Sternwarte Regensburg kann man viel über unser Sonnensystem erfahren – und selbst einmal durch das Teleskop schauen.
Von der Klasse BS 2 der Bischof-Wittmann-Schule

Die Schüler durften durch das große Teleskop der Sternwarte einen Blick auf die Domtürme werfen. Foto: Ulrike Schön-Nowotny
Die Schüler durften durch das große Teleskop der Sternwarte einen Blick auf die Domtürme werfen. Foto: Ulrike Schön-Nowotny

Regensburg.Von unten sieht das kleine Türmchen auf dem Dach ganz unscheinbar aus. Nur ein Schild am Eingang des Gebäudes Ägidienplatz 2 weist darauf hin, dass hier der Eingang zur Sternwarte ist. Oben in dem Türmchen verbirgt sich ein großes Teleskop, das ungefähr so lang wie ein großer Mensch ist. Durch eine Öffnung in der Dachkuppel ragt das Teleskop heraus.

Fritz Ginglseder von der Sternwarte hat das Teleskop für uns schon auf den Regensburger Dom ausgerichtet. Wir sind nämlich tagsüber zu Besuch in der Sternwarte und da kann man natürlich keine Sterne sehen. Über eine kleine Treppe steigen wir nacheinander zum Teleskop hinauf und schauen durch. Wir sehen ganz klar die Kreuzblume auf der Domspitze. Mit bloßem Auge ist sie von hier kaum zu erkennen. Aber: Die Kreuzblume steht auf dem Kopf! Das liegt an den Linsen im Teleskop und daran, wie die Bilder im Gehirn verarbeitet werden.

Bevor wir aufs Dach hinaufgestiegen sind, hat Fritz Ginglseder uns eine Präsentation über Sonne, Erde und die Planeten gezeigt. Sehr gut gefallen uns die Fotos von Polarlichtern und bunten Sternenhimmeln. Fritz Ginglseder verrät uns auch einen Merkspruch, damit wir uns an die Namen der Planeten erinnern können: „Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unseren Nachthimmel.“ Die Anfangsbuchstaben stehen für Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun. Auf den anderen Planeten könnten wir aber nicht leben. Denn Menschen brauchen Wasser, Sauerstoff und gemäßigte Temperaturen. Auf der Venus ist es zum Beispiel viel zu heiß, hier liegt die Oberflächentemperatur bei 500 Grad. Es gibt Schwefel in der Luft und viele Vulkane.

Sternwarte feiert ein Jubiläum

Wissenschaftler suchen aber nach Planeten in anderen Sternensystemen, auf denen Leben möglich wäre. Es gibt Lebewesen, die zumindest zeitweise ohne Wasser auskommen: sogenannte Bärtierchen. Die sind winzig klein und überleben sogar im Weltraum, zum Beispiel außen an der Internationalen Raumstation ISS.

Die Schüler wurden von „Glubschi“, dem Außerirdischen, auf ihrer Tour durch die Sternwarte begleitet. Foto: Fritz Ginglseder
Die Schüler wurden von „Glubschi“, dem Außerirdischen, auf ihrer Tour durch die Sternwarte begleitet. Foto: Fritz Ginglseder

Wer sich für das Weltall interessiert, ist bei der Sternwarte richtig. Sie ist ein Bindeglied zwischen astronomischer Forschung und Öffentlichkeit, erklärt Fritz Ginglseder. Der Verein hat rund 260 Mitglieder, davon 50 Aktive. Jeden Freitagabend gibt es Vorträge und Sternführungen. Außerdem bietet die Sternwarte Kinderführungen, Vorträge und Führungen im Rahmen von Kindergeburtstagen an. Mit einer mobilen Sternwarte kommen die Mitglieder an Schulen und auch Lehrerfortbildungen werden angeboten. Am 30. März kann man sich beim Tag der offenen Tür über das Angebot der Sternwarte informieren.

2020 feiert die Volkssternwarte Regensburg ihr 100-jähriges Jubiläum. Gegründet wurde sie von Prof. Karl Stöckl. Auch in diesem Jahr gibt es ein Jubiläum: Vor genau 50 Jahren betrat zum ersten Mal ein Mensch den Mond. Er hieß Neil Armstrong. Damals sagte er: „Ein kleiner Schritt für mich, aber ein großer Schritt für die Menschheit.“

Besuch vom Außerirdischen

Das Modell zeigt den Umlauf von Erde und Mond um die Sonne. Foto: Ulrike Schön-Nowotny
Das Modell zeigt den Umlauf von Erde und Mond um die Sonne. Foto: Ulrike Schön-Nowotny

Mitten während des Vortrags erscheint „Glubschi“, ein kleiner grüner Außerirdischer. Er hat lange Arme und Beine, Gummihandschuhe als Hände und Füße und Glubschaugen. Er begleitet uns auf unserer weiteren „Reise durch das Weltall“.

An einem Modell kann man sehen, wie sich Erde und Mond um die Sonne drehen. Dafür brauchen sie 365,25 Tage – also etwas mehr als ein Jahr. Deswegen brauchen wir alle vier Jahre einen Schalttag. Ganz früher glaubten die Menschen, die Erde sei eine Scheibe, die auf dem Wasser schwimmt. Ptolemäus dachte, die Erde sei der Mittelpunkt des Weltalls. Erst Nikolaus Kopernikus, Johannes Kepler und Galileo Galilei erkannten, dass sich alles um die Sonne dreht. Das widersprach aber dem damaligen Weltbild von Kirche und Staat.

Im „Steinraum“ dürfen die Schüler ein Stückchen von einem Meteoriten in die Hand nehmen. Foto: Ulrike Schön-Nowotny
Im „Steinraum“ dürfen die Schüler ein Stückchen von einem Meteoriten in die Hand nehmen. Foto: Ulrike Schön-Nowotny

Im sogenannten „Steinraum“ dürfen wir einen ganz besonderen Stein in die Hand nehmen: ein Stückchen von einem Meteoriten. Er ist schwarz, glitzert leicht und ist ziemlich schwer. Der Stein wurde in einem großen Krater in Arizona (USA) gefunden. Der sogenannte Barringer-Krater ist vor etwa 50 000 Jahren durch den Einschlag eines Meteoriten entstanden.

Spannende Experimente

Die Schüler dürfen in der Sternwarte auch experimentieren. Foto: Ulrike Schön-Nowotny
Die Schüler dürfen in der Sternwarte auch experimentieren. Foto: Ulrike Schön-Nowotny

Zum Schluss dürfen wir noch ein paar Experimente machen. Auf einem Tisch steht eine längliche Spirale aus Metall. In diese kann man eine Kugel einsetzen und verfolgen, wie die Schwerkraft wirkt – nämlich nach unten. Bei einem anderen Experiment fassen wir mit der Hand auf eine Plastikkugel und schreiben Lichtschlangen, die unserer Berührung folgen. Eine Art Membran, die auch auf dem Tisch steht, reagiert auf Sprache und Geräusche. Es sieht aus, als würden Blitze darüber zucken.

Der Besuch in der Sternwarte hat uns sehr gut gefallen. Das nächste Mal möchten wir gerne abends hingehen, um den Nachthimmel zu beobachten.

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