MyMz

Interview

Fabelwesen und bunte Phantasiewelten

Viertklässler besuchten den Künstler Madorchen alias Markus Dorfner in seinem Regensburger Atelier und hatten viele Fragen.
Von der 4. Klasse der Grundschule der Regensburger Domspatzen

Die Schüler besuchten den Künstler „Madorchen“ alias Markus Dorfner in seinem Atelier.
Die Schüler besuchten den Künstler „Madorchen“ alias Markus Dorfner in seinem Atelier. Foto: 4. Klasse

Regensburg.Florian: Seit wann haben Sie dieses Künstleratelier und wie sind Sie dazu gekommen?

Madorchen: Ich habe das Atelier seit 1. Januar 2014. Das Künstlerhaus im Andreasstadel gibt es seit zehn Jahren. Die Familie Zitzelsberger hat den Stadel renoviert und hatte die Idee. Alle zwei, drei Jahre können sich neue Künstler aus der ganzen Welt bewerben. Eine Fachjury wählt aus, wer in ein Atelier aufgenommen wird. Es ist wunderbar, dass ich als Förderkünstler ausgewählt wurde und ich freue mich sehr darüber, in diesem schönen Atelier arbeiten zu können.

Lorenz: Haben Sie noch einen anderen Beruf außer Künstler und wie lange sind Sie schon Künstler?

Madorchen: Ich arbeite seit 1993 bei der Regierung der Oberpfalz. Im Verkehrsbereich bin ich seit 2005 im „grenzüberschreitenden Güterverkehr“ zuständig für alle deutschen Unternehmer im Bereich Nichteuropäische Länder. Seit Ende August 2003 bin ich auch als Künstler vertreten und mache meine bunte, ausdrucksstarke „Madorchen-Kunst“.

Finn: Wollten Sie schon immer Künstler werden oder kam die Idee hierfür sozusagen „über Nacht“?

Madorchen: Bereits als kleiner Junge hatte ich Spaß am Malen, mit der Zeit ist die Beschäftigung mit der Malerei etwas eingeschlafen. Als achtfacher Onkel hatte ich die Idee, T-Shirts mit Stoffmalfarben zu bemalen und selber Figuren zu erfinden. So entstand die „Glücksameise“, die man jetzt auch noch in vielen meiner Bilder findet.

Brenden: Wie sind Sie auf den Künstlernamen „Madorchen“ gekommen?

Madorchen: Madorchen setzt sich zusammen aus „Ma“ für Markus, „Dor“ für Dorfner und „-chen“ als Verkleinerungsform für den künstlerisch-kreativen Bereich.

Oliver: Waren Ihre Mutter und Ihr Vater auch Künstler oder hatten Ihre Vorfahren eine „künstlerische Ader“?

Madorchen: Meine Eltern haben nicht so viel gemalt, meine Geschwister mehr mit Öl und Pastell. In der Familie meines Opas väterlicherseits gab es technische Zeichner, auch ich bringe gerne graphische Elemente in meine Kunst ein. Der Vater meiner Mutter hat auch gern und gut gemalt.

„Madorchen“ malt mit japanischen COPIC-Stiften.
„Madorchen“ malt mit japanischen COPIC-Stiften. Foto: 4. Klasse

Vincent: Wieso verwenden Sie ausgerechnet COPIC-Marker?

Madorchen: Ich habe anfangs mit Stoffmalfarben gemalt und wollte mit kräftigen Farben auf Papier malen. Damals habe ich mich bei Farben Eckert beraten lassen und mir wurden die COPIC-Stifte empfohlen. Sie haben eine Art „Pinselspitze“, mit der ich mal geradlinig graphisch malen kann und mal malerisch und breitflächig.

Eddie: Sind die Stifte wirklich aus Japan oder wo kaufen Sie Ihre COPIC-Stifte?

Madorchen: Die COPIC-Stifte kommen aus Japan, es gibt aber auch Händler in Deutschland. Ich kaufe meine Stifte weiterhin bei Farben Eckert, weil ich dort zu den kräftigen Farben so gut beraten werde. Es gibt 144 verschiedene Farben, ich selbst male mit 28 verschiedenen Farben.

Jonas: Malen Sie gerne Tiere und welche Tiere malen Sie besonders gerne? Haben Sie selbst ein Haustier?

Madorchen: Für ein eigenes Haustier habe ich leider zu wenig Zeit. Aber ich male gerne Tiere wie Schildkröte, Hund, Katze, Frosch… In letzter Zeit gefällt mir der Wal recht gut.

Die detailreichen bunten Werke erinnern manche Schüler an „Wimmelbilder“.
Die detailreichen bunten Werke erinnern manche Schüler an „Wimmelbilder“. Foto: 4. Klasse

Philipp: Ihre Bilder erinnern mich an „Wimmelbilder“. Welche Dinge verstecken sich in Ihren Bildern besonders häufig? Malen Sie auch gerne Frauen?

Madorchen: In meinen Bildern verstecken sich häufig fabelhafte Wesen, die Sonne, meine Glücksameise mit Babyblume, Menschen... – auch das Bruckmandl ist oft dabei. Bei Frauen kann man die Haare und die Wimpern so schön ausgestalten und die Kleider spielerisch und farbenfroh mit Mustern gestalten.

Moritz: Woher haben Sie diese tolle Inspiration für Ihre Bilder?

Madorchen: Seit meiner Kindheit habe ich in meinem Kopf viel Phantasie. Ich kann mich an allem ergötzen. In meiner Kunst verarbeite ich die Eindrücke, wenn ich etwas sehe. Ich habe zum Beispiel auch schon im Theater mitgespielt, da habe ich viel Historisches auf das Bild gemalt.

Maximilian: Malen Sie auch Landschaftsbilder in Öl, Acryl oder Pastell?

Madorchen: Nein. Ich könnte das auch, doch ich beschäftige mich lieber mit meinen Phantasiewelten und verbinde Graphisches mit Farbe.

Benedict: Wie lange malen Sie an einem Bild im Durchschnitt?

Madorchen: Das ist sehr unterschiedlich, je nachdem, wie klein oder groß das Bild ist. Teils male ich lange aus, teils male ich spontan. Die Idee rattert durch meinen Kopf, bis das Bild entsteht. Mal male ich fünf bis sechs Stunden, mal 20, 30, 40 Stunden an einem Bild.

Kevin: Was ist Ihr größtes und was ist Ihr kleinstes Bild das Sie jemals gemalt haben? Was kosten Ihre Bilder?

Madorchen: Mein größtes Bild habe ich bisher auf einen DIN A2-Block gemalt: Der Regensburger Baum. Mein kleinstes Bild ist der Hund Luxi. Luxi findest du in der Ausstellung. Die Bilder kosten von etwa 70 Euro bis etwa 900 Euro, Tendenz steigend.

Im Atelier durften die Schüler malen wie „Madorchen“.
Im Atelier durften die Schüler malen wie „Madorchen“. Foto: 4. Klasse

Korbinian: Machen Sie Kunst mit Leidenschaft und Spaß oder bereiten Ihnen Ihre Bilder viel Mühe?

Madorchen: Die positive Kraft, die ich in meine Bilder gebe, strahlt wieder aus ihnen heraus. In meinen Bildern ist immer viel Herzblut dabei.

Simon: Was ist Ihrer Meinung nach Ihr gelungenstes Bild und wo hängt es?

Madorchen: Das ist schwierig zu sagen. Beim Papstbesuch war ich auf der Papstwiese und habe darüber ein Bild gemalt. Den Druck des Bildes habe ich Georg Ratzinger, dem Bruder des Papstes, geschenkt. Das Originalbild habe ich dem Papst damals persönlich zukommen lassen anlässlich seines 80. Geburtstags. Ich habe es bei der Schweizer Garde in Rom abgegeben.

Matthias: Fertigen Sie Skizzen an oder malen Sie einfach drauflos?

Madorchen: Anfangs habe ich alles mit Bleistift vorgezeichnet, dann die Konturen aufgebracht, dann die Farben. In den letzten Jahren fange ich gleich an drauflos zu malen.

Andreas: Wie viele Bilder haben Sie schon gemalt und haben alle Ihre Bilder ein bestimmtes Motto?

Madorchen: Ich habe über 200 Bilder gemalt, der Großteil der Bilder hat einen Bezug zu Regensburg, zum Beispiel das Bruckmandl, „das Schwammerl“– der Fliegenpilz-Kiosk in der Nähe vom Hauptbahnhof –, oder der König Ludwig auf einem Elefanten reitend.

Lehrerin Petra Stadtherr malte mit ihren Schülern.
Lehrerin Petra Stadtherr malte mit ihren Schülern. Foto: 4. Klasse

Elias: Malen Sie gerne mit Musik im Hintergrund?

Madorchen: Manchmal ja, manchmal nein, je nach Stimmung. Musik beschwingt!

Ganze Klasse: Herzlichen Dank für das Interview, liebes „Madorchen“! Danke, dass wir zusammen mit unserer Lehrerin Frau Stadtherr und unserem Erzieher Herrn Lang in Ihrem Atelier Nr. 17 im Andreasstadel wie „Madorchen“ malen durften. Wir möchten Ihnen zum Dank das Lied „Schläft ein Lied in allen Dingen“ vorsingen.

Noch bis Sonntag, 29. März, ist die Ausstellung „Da sein – und genießen“ von Markus Dorfner und Anja Stuhrmann im Künstlerhaus Andreasstadel (Andreasstr. 28, Regensburg, 1. Stock) zu sehen. Die Ausstellung ist am Sonntag von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht