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Ausstellung

Früher war der Alltag ziemlich mühsam

Im Heimatmuseum Altenthann wird Geschichte greifbar. Lange Schulwege waren ganz normal. Frühes Aufstehen auch.
Die Klasse 4 des Pater-Rupert-Mayer-Zentrums Regensburg

Interessiert hörten die Schüler beim Vortrag zu. Foto: Mehlich
Interessiert hörten die Schüler beim Vortrag zu. Foto: Mehlich

Regensburg.Vor kurzem machten wir, die Klasse 4 des Pater-Rupert-Mayer-Zentrums, uns auf den Weg nach Altenthann, um mehr über die Geschichte unserer Region zu erfahren. „Wie sah der Alltag eines Viertklässlers vor 100 Jahren aus? Hatten unsere Omas und Opas die gleichen Fächer wie wir?“ Mit diesen und ähnlichen Fragen im Gepäck kamen wir beim Heimatmuseum in Altenthann an. Dort begrüßte uns Agnes Manske, die uns durch das Museum führte.

Beginn um 7.30 Uhr

Als Schulklasse interessierte uns natürlich besonders, wie es in der Schule früher war: Unsere Vorfahren mussten oft schon morgens früh aufstehen und im Haushalt und auf dem Hof mithelfen. Agnes Manske erklärt: Ein einfacher Schulweg von über einer Stunde war für viele Kinder ganz normal. Da die Schule schon um 7.30 Uhr begann, rechnen wir nach: Wann sind denn die Kinder früher aufgestanden? Teilweise schon um 4 und 5 Uhr morgens! Es war im Winter noch ganz dunkel, als sich die Kinder auf den Schulweg machen mussten. Die Schüler hatten aber nicht bequeme, bunte und coole Turnschuhe an, die wir heute gerne tragen. Die Schuhe früher waren aus Holz und Leder und sehen nicht sehr bequem aus. Schön waren sie auch nicht.

Die alte Sütterlinschrift ist schwer zu entziffern. Foto: Mehlich
Die alte Sütterlinschrift ist schwer zu entziffern. Foto: Mehlich

Geschrieben haben die Kinder bis zur 3. Klasse meist auf Schiefertafeln, dann ab der 3. Klasse mit einem Griffel, einer Feder und mit einem Tintenfass. Die Schrift von früher, die Sütterlinschrift, können wir kaum entziffern. Aber die Lehrer sahen damals sehr lustig aus! Sie hatten einen Zylinder und einen Gehrock an. Es gab sogar eine Lehrerbrille, die sich die Lehrer damals übergaben, egal ob sie damit gut sehen konnten oder nicht. Unsere Lehrerinnen sehen damit so witzig aus, wie Figuren aus Max und Moritz. Da bekommt ein Schüler vor Lachen sogar Tränen in die Augen.

Die Schulbänke sind ganz schön eng und ungemütlich. Die Tische sind auch sehr schmal.

„Das ist ja voll unfair!“, rufen die Mädels unserer Klasse, als sie erfahren, dass die Mädchen früher auch andere Unterrichtsfächer hatten. Sport galt damals nur wichtig für Jungen. Mädchen hatte zu sticken, zu nähen und zu häkeln. „Nichts für uns!“, entscheiden unsere Mädchen.

Kinder mussten viel mithelfen

Zu Hause angekommen war das Leben unserer Vorfahren aber auch ganz anders. Natürlich gab es keinen Fernseher, keine Handys und Computer! Aber wie schwierig das Kochen, Backen, Heizen und auch das Herstellen von Essen ist, sehen wir in der Ausstellungsküche. Auch hier war es ganz klar, dass Kinder mithelfen mussten. Viel Zeit für Spiele und Freizeit blieb da nicht. In einer nachgebauten Stube versuchen wir bei Kerzenschein und bei den ersten Versuchen von elektrischem Licht zu lesen. „Ganz schön anstrengend, man kann die Buchstaben bei dem Licht nur schlecht sehen“, bemerken zwei Schüler, die es versuchen. Anschließend machen wir noch eine Schnitzeljagd durch das Museum und beantworten viele Fragen. In der Ausstellung kann man sich außerdem noch frühere Werkzeuge des alltäglichen Lebens, der Land- und Forstwirtschaft anschauen oder wie unterschiedlich das Leben von Frauen und Männern war. Es gibt aber auch wechselnde Ausstellungen wie „Wie das Licht in unsere Stube kam“ oder „Vom Flachs zum Leinen“.

Spaß an der Region

Gegründet wurde das Museum übrigens vor vielen Jahren vom ehemaligen Lehrer und Kreisheimatpfleger Hans Hemrich. Ihm war besonders wichtig, dass Kinder und Jugendliche Spaß an der Geschichte der Region haben. Daher ist der Eintritt für Schulklassen auch umsonst. Das finden wir toll! Aber auch für Familienausflüge am Wochenende oder in den anstehenden Sommerferien können wir einen Besuch im Heimatmuseum Altenthann empfehlen. In der Gegend kann man schön wandern und der Eintritt kostet nicht viel: einen Euro für Erwachsene und 50 Cent für Kinder!

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