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Freizeit

Im Jugendtreff neue Freunde finden

Sozialpädagoge Thomas Elgass gab Einblicke in die Arbeit der Schwandorfer Einrichtung. Die Vorurteile waren unbegründet.
Lena Bollwein, Daniel Götz und Jakob Gruber für die Klasse 8bm des CFG-Gymnasiums

Der Kicker im Jugendtreff Schwandorf zieht vor allem die Jungen an: Daniel Götz, Jakob Gruber und Paul Hölldobler (von links). Foto: Lina Mauerer
Der Kicker im Jugendtreff Schwandorf zieht vor allem die Jungen an: Daniel Götz, Jakob Gruber und Paul Hölldobler (von links). Foto: Lina Mauerer

Schwandorf.Dort, wo viele Kulturen aufeinandertreffen, wo sich alle gut verstehen und wo man einfach nur Spaß zusammen hat – das kann nur ein schöner Ort sein. So einen Ort haben wir, die Klasse 8bm des Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasiums, kennengelernt: den Jugendtreff Schwandorf. Den meisten von uns war dieser noch unbekannt und viele haben den Jugendtreff als abschreckend empfunden. Die Jugendlichen begründeten dies mit den klassischen Vorurteilen: heruntergekommen, langweilig, weil nichts los ist, komische Typen. Dass diese Vorurteile dem Jugendtreff Schwandorf gegenüber absolut ungerecht waren, haben wir bei unserem Besuch schnell herausgefunden.

Das Gebäude, in dem sich der Jugendtreff befindet, erscheint von außen zunächst recht unscheinbar, aber im Inneren ist es dann umso gemütlicher und auch modern. Bei unserer Ankunft werden wir gleich von Thomas Elgass, der dort als Sozialpädagoge in Vollzeit arbeitet, begrüßt, und er gibt uns die Gelegenheit, ihn mit allen unseren Fragen rund um den Jugendtreff zu löchern.

Das Angebot im Jugendtreff

  • Spiele:

    Im Erdgeschoss gibt es einen Billard-Raum, einen Raum, in dem man am Kickerkasten oder an einer Playstation 4 spielen kann, und eine moderne Küche, in der es Getränke und Snacks zu erwerben gibt.

  • Musik:

    Daran schließt sich der Gemeinschaftsraum mit kleiner Bühne an. Wenn darauf gerade keine Band spielt, kann man Karaoke singen oder einfach nur Musik hören.

Wir wollen zunächst wissen, welche Jugendlichen den Jugendtreff besuchen und warum sie überhaupt kommen. Elgass sagt uns, dass zwischen acht und 26 Jahren alle Altersgruppen vertreten sind und die meisten von ihnen kommen, um einfach Spaß zu haben, Freunde zu treffen und ihre Freizeit dort zu verbringen. Allerdings gebe es leider auch Kinder, die wegen Problemen zuhause oder in der Schule kommen und jemanden brauchen, mit dem sie über ihre Probleme sprechen können.

Nebenbei die Sprache lernen

Auch Jugendliche mit Migrationshintergrund und Flüchtlinge kommen in den Jugendtreff. Auch sie finden hier einen Platz, an dem sie ihre Freizeit sinnvoll verbringen können. Was aber für sie vielleicht noch wichtiger ist: Hier treffen sie auf deutsche Jugendliche, schließen Freundschaften und können so sowohl die deutsche Kultur besser verstehen lernen als auch ihr Deutsch verbessern.

Laut Elgass lernen die meisten Flüchtlinge innerhalb eines halben Jahres Deutsch, was, wie jeder weiß, der schon einmal eine andere Sprache lernen musste, richtig schnell ist. Somit leistet der Jugendtreff auch einen wichtigen Beitrag zur Integration. Aber egal, welchen Grund die Jugendlichen auch haben, zu kommen, alle werden herzlichst aufgenommen. Und – darauf ist man hier zurecht besonders stolz – trotz der ganz unterschiedlichen Altersgruppen und Herkunft der Besucher gibt es keinerlei Probleme, wie man sie manchmal aus anderen Städten mitbekommt. Hier geht es friedlich und respektvoll zu! Natürlich erreicht das Jugendzentrum aber nicht alle Jugendlichen in der Umgebung, was sehr schade ist, da man sich sehr viel Mühe gibt, damit jeder sich wohlfühlen kann.

Sozialpädagoge Thomas Elgass erzählt von seiner Arbeit. Foto: Lina Mauerer
Sozialpädagoge Thomas Elgass erzählt von seiner Arbeit. Foto: Lina Mauerer

Weiter interessiert uns, wie lange Thomas Elgass schon im Jugendtreff arbeitet und ob man dafür eine spezielle Ausbildung braucht. Er verrät uns, dass er seit sechs Jahren im Jugendtreff Schwandorf arbeitet und dass man, um das tun zu können, verschiedene Studienzweige wählen kann, aber die meisten seiner Kollegen, wie auch er selbst, Sozialpädagogik studiert haben.

Nach dem Interview bekommen wir noch eine kurze Führung durch das Haus mit Billard-Raum, Küche, einem Raum mit Kicker und Playstation und einem Gemeinschaftsraum mit Bühne. Die Veranstaltungen im Jugendtreff reichen von Discoabenden bis hin zu Tanzkursen oder Festen. Auch Töpfern kann man im Jugendtreff ausprobieren, dafür gibt es sogar einen eigenen Raum mit Brennofen. Und im hauseigenen Proberaum unter dem Dach treffen sich Bands zum Üben. Im ersten Stock befindet sich zudem das Büro, in dem Thomas Elgass und seine Kollegen leider viel zu viel Zeit verbringen müssen, um den Jugendtreff am Laufen zu halten.

Vorurteile lösen sich in Luft auf

Bevor wir wieder zurück zur Schule gehen, verbringen wir noch etwas Zeit im Jugendtreff und probieren alles aus. Leider vergeht die Zeit viel zu schnell, aber es war trotzdem sehr schön hier und die Vorurteile, die manche anfangs vielleicht noch hatten, haben sich in Luft aufgelöst. Also, wenn ihr auch einmal Langeweile habt, setzt euch auf euer Fahrrad oder geht zu Fuß und besucht den Jugendtreff in der Krondorfer Straße 2 in Schwandorf auch einmal!

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