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Zeitung in der Schule
Mittwoch, 19. September 2018 31° 1

Gestaltung

„Kinder kann man wirklich begeistern“

Die Regensburger Künstlerin Gisela Conrad spricht mit Grundschülern über ihre Projekte, ihren Alltag und ihr Leben.
Von der Klasse 4 der Gerhardinger-Grundschule

Künstlerin Gisela Conrad sitzt mit Schülern vor dem Wandmosaik Foto: Klasse 4a
Künstlerin Gisela Conrad sitzt mit Schülern vor dem Wandmosaik Foto: Klasse 4a

Regensburg.Was war Ihr erstes Projekt an der Gerhardinger-Schule?

Bereits 1988 habe ich auf dem Außengelände der Schule in Bildern den Lebensweg von Theresia Gerhardinger gestaltet. Die Zeichnungen der Schüler, zum Beispiel. Theresias Aufwachsen in Stadtamhof oder auch ihre Überfahrt nach Amerika 1847 habe ich an die Wand projiziert und dann von den Schülern gestalten lassen. Sie waren mit Feuereifer bei der Sache. Es kam sogar vor, dass ein Schüler aus Versehen das Bild eines anderen übermalte, so sehr war er vom Malen begeistert.

Was haben Sie seither hier an der Schule noch gemacht?

Die Gestaltung des Treppenhauses mit Tieren in Lebensgröße zum Beispiel oder die des Versammlungsraumes mit Dschungelmotiven. Auch einen Linoldruck-Workshop habe ich bereits hier angeboten und ich hoffe, dass die Gestaltung der Weltkarte als Wandmosaik vor wenigen Wochen noch lange nicht das letzte Projekt hier war.

Was ist das Besondere an der Arbeit mit Kindern?

Kinder kann man wirklich begeistern. Erwachsene sind manchmal sehr vorsichtig und haben einen großen Anspruch an sich. Vor allem jüngere Kinder sind wesentlich freier. Wenn man Kunst macht, muss man ausprobieren, sich auf einen Schaffensprozess einlassen, an dessen Ende ein Werk steht, das vielleicht ganz anders ist als das, was man sich anfangs vorgestellt hat.

Wie sieht Ihr Alltag aus?

Also, wenn ihr wissen möchtet, ob ich mich jeden Tag stundenlang in meinem Atelier in Steinweg aufhalte und zeichne, muss ich euch enttäuschen. Ich bin viel unterwegs. Häufig halte ich mich in Bildungsstätten auf, wo ich Mal- und Zeichenkurse für Erwachsene anbiete. Manchmal arbeite ich auch mit Kindern. Das Arbeiten mit verschiedenen Altersgruppen und Menschen mag ich sehr gerne. Aber natürlich gibt es auch Schaffensperioden, in denen ich mich täglich stundenlang zu oft ungewöhnlichen Zeiten im Atelier aufhalte. Dabei kann es vorkommen, dass ich eine andere Verpflichtung vergesse, weil ich so ins Malen vertieft bin.

Arbeiten Sie mit anderen Künstlern zusammen?

Vor wenigen Wochen haben mein Kollege Günther Klobouk und ich in Neusath-Perschen im Freilandmuseum einen Workshop zum Thema „Kunst im Freiland“ angeboten. Mit verschiedensten natürlichen Materialien wie Holz, Kohle und Stein haben wir gemeinsam mit Jugendlichen Skulpturen im Freien gestaltet, die dort jetzt ausgestellt sind.

Wo sind Sie geboren und aufgewachsen?

Ich bin 1944 im Schwarzwald geboren. In einer Gaststätte, in der während des Zweiten Weltkrieges eine Geburtenstation untergebracht war. Meine ganze Kindheit und Jugend habe ich in Baden-Württemberg verbracht.

Weshalb sind Sie nach Regensburg gekommen?

Die Stadt habe ich während meines Grafik-Design-Studiums in Mannheim, Karlsruhe, Stuttgart und Aachen schon oft besucht und sie hat mir sehr gefallen. Deshalb habe ich mich 1977 hier niedergelassen.

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