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Automobil

Raum für Ideen und pfiffige Lösungen

Das Innovationslabor bei BMW in Regensburg verbessert Prozesse mittels Digitalisierung. Schüler testeten die Neuheiten.
Von der Klasse 9b des Goethe-Gymnasiums Regensburg

Die „Augmented-Reality Brille“ besteht aus mehreren Scheiben, auf die ein eingebauter Computer zum Beispiel Bilder projiziert. Foto: Jonathan Deinhard/Nicolas Späth
Die „Augmented-Reality Brille“ besteht aus mehreren Scheiben, auf die ein eingebauter Computer zum Beispiel Bilder projiziert. Foto: Jonathan Deinhard/Nicolas Späth

Regensburg.„Ahh, wie schwer ist es denn, durch die Ringe zu fliegen?“, ruft ein Schüler, der auf dem Flugsimulator Icaros liegt. Icaros besteht aus einem in alle Richtungen bewegbaren Gerüst, mit welchem eine VR-Brille das Gefühl des Fliegens vermitteln soll. Beim Testen des Icaros wird schnell klar, dass es viel schwieriger ist, als es aussieht. Nur wenige von uns können das Ziel erreichen. Dennoch ist es eine einmalige Gelegenheit, so etwas auszuprobieren.

Die Montage erleichtern

Wir befinden uns im InnoLab bei BMW in Regensburg. Hier wird versucht, die Montage von Autos zu verbessern und zu erleichtern. Außerdem gehen die Mitarbeiter bei InnoLab auf Verbesserungsideen anderer Mitarbeiter ein. Die drei Grundsäulen des innovativen Labors sind folgende: Arbeitsorganisation, Smart Solutions – mit denen wir uns hauptsächlich beschäftigt haben – und die digitale Instandhaltung. Unter der Arbeitsorganisation versteht man die Unterstützung der Arbeiter durch digitale Medien. Smart Solutions sollen eingesetzt werden, um die Produktion effektiver zu machen. Bei der digitalen Instandhaltung werden zum Beispiel Geräte entwickelt, die prüfen, ob eine Anlage noch richtig funktioniert, um möglichen Problemen so früh wie möglich entgegenzuwirken. Das 32-köpfige Team von InnoLab sieht die Innovation als „strategischen Anker“, wie uns die Mitarbeiter dort gesagt haben. Sie wollen innovative Lösungen finden.

Ein vibrierender Handschuh

Dazu haben die Mitarbeiter beispielsweise einen Handschuh entwickelt, der ähnlich wie eine Scan-Pistole QR-Codes lesen und auswerten kann. Durch das Betätigen eines Druckknopfs am Handballen überprüft der „ProGlove Handschuh“, ob das richtige Teil verbaut wird, wie wir beim Ausprobieren gesehen haben. Dann leuchtet der Handschuh entweder grün oder vibriert und leuchtet rot.

Einige Schüler bildeten eine Filmgruppe und begleiteten den Besuch der Klasse im InnoLab:

ZiS: Raum für Ideen und pfiffige Lösungen

Auch das sogenannte „Exoskelett“ ist noch in der Test- und Verbesserungsphase. Wie die Bezeichnung „Chairless Chair“ schon sagt, unterstützt das Exoskelett beim Hinsetzen. So funktioniert es: Das Gestell aus zwei Schienen wird hinter den Beinen befestigt und rastet ein, wenn man die Knie beugt. So verweilt man in dieser angenehmeren Position und die Beine werden entlastet. Auch wir durften während unseres Besuchs im InnoLab diese beiden innovativen Erfindungen testen – und auch die „Smart-Watch“, eine Uhr mit Touchscreen, die den Träger auf mögliche Fehler bei der Automontage aufmerksam macht. Das kann zum Beispiel der Hinweis auf einen sogenannten „Exoten“ in der Montage sein, also ein Fahrzeug, das zum Beispiel nach Großbritannien oder Arabien geliefert wird und deshalb das Lenkrad auf der rechten Seite hat. An diesem Beispiel haben wir auch gesehen, wie neueste Innovationen direkt am Band eingesetzt werden können.

Schnelle Hilfe bei Problemen

Um bei Problemen schneller helfen zu können und neue Mitarbeiter auch schneller einlernen zu können, forschen die Mitarbeiter von InnoLab zurzeit auch an einer Art „Augmented-Reality Brille“. Das ist eine Art überdimensionale Sonnenbrille, bestehend aus mehreren übereinandergelegten Scheiben, auf welchen mithilfe eines eingebauten Computers Bilder projiziert werden, sodass es für den Träger der Brille scheint, als ob sich im Raum zusätzliche Bildschirme oder Gegenstände befänden.

Ein Blick in die Zukunft Zeichnung: Verena Eder
Ein Blick in die Zukunft Zeichnung: Verena Eder

Diese, von Microsoft bis jetzt als Prototyp produzierte Brille durften wir, soweit es geht, ausprobieren, jedoch befindet sie sich noch in einem frühen Entwicklungsstadium. Der Einsatz dieser Brille in der Produktion und im Verkauf ist derzeit noch nicht möglich. Probleme bereiten vor allem das Gewicht der Brille, außerdem ist die Rechenkapazität des eingebauten Computers noch zu niedrig. Derzeit wird an den Schwachstellen der Brille gearbeitet. Die Entwickler sind jedoch guten Mutes, dass diese Schwachstellen bald behoben werden können, sodass die Brille in Zukunft zum individuellen Zusammenstellen einiger Autos und bei der Produktion genutzt werden kann.

Von außen betrachtet sehen Leute mit einer Augmented-Reality Brille sehr kurios aus. Sie scheinen ohne erdenkliche Gründe wie wild in der Gegend herumzudrehen, zu drücken und zu wischen. Man stelle sich nur vor, wie es aussieht, wenn jemand eine unsichtbare Autotür öffnet.

Der Icaros-Simulator war für die Schüler eine Herausforderung. Foto: Jonathan Deinhard/Nicolas Späth
Der Icaros-Simulator war für die Schüler eine Herausforderung. Foto: Jonathan Deinhard/Nicolas Späth

Zum Schluss wurde der Icaros-Simulator getestet. Einige Schüler flogen durch die Berglandschaft und schafften es dabei durch mehrere Ringe zu fliegen, anderen gelang das nicht auf Anhieb.

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