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Lesekompetenz

Übungstext: Biber biss Hund in den Bauch

Schüler können mit Texten unserer Zeitung Lesekompetenz trainieren. Dieses Mal geht es um eine Attacke auf den kleinen Gizmo.

Gizmo ist wieder wohlauf und posiert auf dem Schoß von Frauchen Daniela Berr für die Kamera. An seiner Flanke aber ist noch die kahlrasierte Stelle mit den Nähten zu sehen.
Gizmo ist wieder wohlauf und posiert auf dem Schoß von Frauchen Daniela Berr für die Kamera. An seiner Flanke aber ist noch die kahlrasierte Stelle mit den Nähten zu sehen. Foto: Haala

Regensburg.Unsere Zeitung bietet regelmäßig Übungstexte, mit denen Schüler ihre Lesekompetenz trainieren können. Lehrkräfte stellen fest, dass junge Leute zunehmend Probleme mit dem Lesen und Verstehen von Texten haben. Doch über das Lesen werden in Texten gespeicherte Informationen in Wissen umgewandelt. Lesekompetenz ist somit eine wichtige Voraussetzung für das Lernen, den Erfolg im Beruf und die persönliche, gesellschaftliche Teilhabe. Lesekompetenz stellt sich aber nicht von selbst ein, sie muss Schritt für Schritt angebahnt, geübt und gesichert werden. Wer lesekompetent sein will, muss nicht nur fähig sein, Texten selbstständig Informationen zu entnehmen und diese miteinander zu verknüpfen. Er muss zudem über ein Grundlagenwissen zu Texten, deren Inhalten, Strukturen und sozialhistorischer Dimension verfügen und basierend darauf über Texte reflektieren und begründete Schlussfolgerungen ziehen können. Um diese Ziele erreichen zu können, bedarf es gezielter Lesestrategien und Arbeitstechniken, die an Texten schrittweise geübt und dauerhaft gesichert werden sollen. Deshalb bietet unsere Zeitung Woche für Woche verschiedene Texte an, an denen die Schüler all das üben können.

Beim aktuellen Übungstext handelt es sich um eine Tiergeschichte.Das sind die neuen Aufgaben zum Bericht.Und das sind die Lösungen.

Biber biss Gizmo dreimal in den Bauch

Der Hund wurde beim Schwimmen in der Weichser Donau verletzt. Bibermanager raten Besitzern, ihre Lieblinge dort anzuleinen.

Von Heike Haala, MZ

Es waren schreckliche Sekunden für Daniela Berr. Am späten Donnerstagnachmittag hatte sich Gizmo, ihr eineinhalbjähriger Cavalier-King-Charles-Spaniel-Rüde, gerade zum ersten Mal in seinem Leben in die Donau bei Weichs gewagt, als er es bereits wieder bereute. Aus dem Nichts kam ein Biber auf den Hund zugeschwommen und biss zu. Gizmo jaulte und winselte im Wasser so erbärmlich, dass auch Berr am Ufer die Tränen in die Augen stiegen. Sie dachte schon, nun sei es zu Ende mit ihrem Liebling. Aber Gizmo schaffte es zurück ans Ufer. Ein Herr, der aus Sorge um Frauchen und Hund herbeigeeilt kam, bemerkte, dass Gizmo am Bauch blutete. Deswegen fuhr Berr schleunigst mit ihm zum Tierarzt. „Gott sei Dank“, sagt Berr. Denn die Ärztin habe ihr gesagt, dass Gizmo an diesen Verletzungen auch hätte sterben können. Zweimal hatte der Biber richtig fest zugepackt und einmal leicht.

Am Freitag sind Frauchen und Hund wieder wohlauf. Auch, wenn ihr der Schreck noch ins Gesicht geschrieben steht und Gizmo eine unübersehbare kahle Stelle mit den Nähten an seiner Flanke trägt. Gizmo bekommt nun Antibiotika, seine Fäden können in zwei Wochen gezogen werden. Sein Frauchen fragt sich, wie es dazu kommen konnte, dass der Biber Gizmo angegriffen hat.

Unsere Grafik zeigt die Wiesen bei Weichs.
Unsere Grafik zeigt die Wiesen bei Weichs.

Für Biberexperten ist das ein klarer Fall: Die Biber haben im Mai ihre Jungen bekommen. In diesen Tagen verlassen die kleinen Biber die Burg zum ersten Mal. Deswegen sind die Eltern und die älteren Geschwister nun besonders wachsam – und verteidigen ihre Nachkommen. Das sagen sowohl Gerhard Schwab und Horst Schwemmer, die beiden Biberberater für Bayern beim Bund Naturschutz, als auch Hubertus Mühlig, der Vorsitzende des Bezirksjagdverbands.

Die Bibermanager bezeichnen es als Einzelfall, wenn Biber zubeißen. In den vergangenen Jahren sei es in ganz Bayern dreimal dazu gekommen, dass ein Biber einen Hund angegriffen hat – immer in der Zeit, wenn die Jungen zum ersten Mal den Bau verlassen. Zudem kann Schwemmer sich an einen einzigen Fall zur gleichen Jahreszeit erinnern, in dem ein Biber einen Menschen angegriffen hat. Das war im vergangenen Jahr in Fürstenfeldbruck, als ein Mann in der Nähe einer Biberburg badete. „Die Natur lässt sich eben nicht voraussagen“, sagt Schwemmer. Generell aber gehe von den pflanzenfressenden Bibern keine Gefahr für Menschen oder ihre Haustiere aus. Schwemmer: „Es gibt viele Gewässer, in denen sowohl der Biber, als auch Menschen und ihre Haustiere baden“, sagt er. Beispielsweise in den Badeseen bei Schwandorf. Deswegen geht Schwemmer auch nicht davon aus, dass von den Bibern Gefahr für die Besucher des beliebten Strands am Unteren Wöhrd ausgeht. Ein Unglück wie das von Gizmo soll sich nicht wiederholen: Die drei Experten raten Hundebesitzern deswegen dazu, ihre Lieblinge an die Leine zu nehmen, wenn sie mit ihnen im Bereich des Weichser Ufers spazieren gehen.

Weitere Teile für das Training der Lesekompetenz finden Sie hier!

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