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Lesekompetenz

Übungstext: Verkehr bremst In-Viertel

Unsere Zeitung bietet Artikel, mit denen Schüler Lesekompetenz trainieren. Dieses Mal steht der Regensburger Osten im Fokus.

Noch rollt viel Verkehr über die Straubinger Straße und belastet das Candis-Viertel. Die geplante Hafenspange soll eine Entspannung bringen.
Noch rollt viel Verkehr über die Straubinger Straße und belastet das Candis-Viertel. Die geplante Hafenspange soll eine Entspannung bringen. Foto: Koller

Regensburg.Unsere Zeitung bietet regelmäßig Übungstexte, mit denen Schüler ihre Lesekompetenz trainieren können. Lehrkräfte stellen fest, dass junge Leute zunehmend Probleme mit dem Lesen und Verstehen von Texten haben. Doch über das Lesen werden in Texten gespeicherte Informationen in Wissen umgewandelt. Lesekompetenz ist somit eine wichtige Voraussetzung für das Lernen, den Erfolg im Beruf und die persönliche, gesellschaftliche Teilhabe. Lesekompetenz stellt sich aber nicht von selbst ein, sie muss Schritt für Schritt angebahnt, geübt und gesichert werden. Wer lesekompetent sein will, muss nicht nur fähig sein, Texten selbstständig Informationen zu entnehmen und diese miteinander zu verknüpfen. Er muss zudem über ein Grundlagenwissen zu Texten, deren Inhalten, Strukturen und sozialhistorischer Dimension verfügen und basierend darauf über Texte reflektieren und begründete Schlussfolgerungen ziehen können. Um diese Ziele erreichen zu können, bedarf es gezielter Lesestrategien und Arbeitstechniken, die an Texten schrittweise geübt und dauerhaft gesichert werden sollen. Deshalb bietet unsere Zeitung Woche für Woche verschiedene Texte an, an denen die Schüler all das üben können.

Im aktuellen Übungstext geht es um ein neues In-Viertel im Regensburger Osten.Das sind die aktuellen Aufgaben.Hier gibt es die Lösungen zur Übungseinheit.

Verkehr bremst das In-Viertel im Osten

Strandbar am Donau-Ufer: Betreiber Peter Artmann und seine Gäste haben die Qualität des Osten längst entdeckt.
Strandbar am Donau-Ufer: Betreiber Peter Artmann und seine Gäste haben die Qualität des Osten längst entdeckt. Foto: Koller

Neubürger und Szene verwandeln das Regensburger Industriequartier in eine hippe Gegend. Die Anwohner kritisieren Straßenlärm.

Von Marion Koller, MZ

Im Stadtosten wurde und wird sehr viel gebaut. Wohl kein Viertel wandelt sich so stark wie die jahrzehntelang vernachlässigte Gegend zwischen Hafen, Straubinger Straße, Hohem Kreuz und Landshuter Straße. Begonnen hat die Entwicklung mit der Sanierung des IT-Speichers, der einmal ein Baywa-Lagerhaus gewesen war. In der Nähe, ebenfalls am Fluss, wuchs das Marina-Quartier in die Höhe. Die Zuckerfabrik sperrte zu und wich dem Candis-Viertel.

Noch früher hatte die Szene die Hafengegend entdeckt – stets Signal dafür, dass sich eine Gegend verändern wird. Schon vor mehr als zehn Jahren hat Clubbetreiber Peter Artmann an der Donaulände seine Strandbar „0941 Beach“ etabliert. An einem warmen Abend in dieser Woche genossen dort bestimmt 200 junge Leute die letzten Sonnenstrahlen. Zwei angesagte Restaurants haben sich in den Regensburger „Docks“ niedergelassen: Der Vietnamese Vyvu und Kreutzer’s Restaurant, beide in der Prinz-Ludwig-Straße.

Die Zahl der Brummis verringern

Der Wandel wird sich mit den Wohnbauvorhaben Candis II, Dreibrücken beim Hohen Kreuz und in der Guerickestraße noch beschleunigen.

Freilich durchtrennen starkbefahrene Verkehrswege den Osten und Südosten: Die Straubinger Straße, die Bahngleise und die Landshuter Straße. Damit sich der Stadtteil optimal entwickelt, müsste die Zahl der Lastwagen reduziert werden. Stadträtin Bernadette Dechant, die am Hohen Kreuz lebt, fordert die schnelle Realisierung der Hafenspange bei Irl. Diese soll den Schwerverkehr von der Autobahn in den Hafen führen und zurück, damit die Wohngebiete verschont bleiben. Wie der Bürgerverein Süd-Ost pocht Dechant auf mehr Parks. „Die Grünflächen rund um den Ostpark, hinter dem Josefskrankenhaus, sollten erweitert und vernetzt werden.“ Dechant sieht Candis als Aufwertung des Ostens, wünscht sich aber neben Rewe, Post und Ärzten noch einen Lebensmittel-Discounter und einen Drogeriemarkt. Sie verlangt mehr erschwinglichen Wohnungsbau, damit Familien zuziehen.

Rentner W. vom Hohen Kreuz stimmt ihr zu. Der 63-Jährige moniert fehlendes Grün, zu wenig familiengerechten Wohnbau und hofft auf einen Discounter. Über die Anbindung schüttelt er den Kopf. Um mit dem Bus ins nahe Josefskrankenhaus zu kommen, müsse er erst in die Stadt fahren. Verbindungen Richtung Pürkelgut und Landshuter Straße existierten nicht.

„Wir haben Multi-Kulti“

Freizeitspaß im Marina-Quartier: Radfahrer drehen dort gerne ihre Runden.
Freizeitspaß im Marina-Quartier: Radfahrer drehen dort gerne ihre Runden. Foto: Koller

Petra Raschke betreibt ein Bettengeschäft im IT-Speicher. Ihr gefällt durchaus, wie sich das Quartier gemausert hat, sie besucht auch mal die Restaurants und den nahen Griechen. Auf der Heimfahrt kauft sie bei Rewe ein. Was ihr abgeht, sind ein Café und ein kleines Lebensmittelgeschäft um die Ecke. Sie bemängelt die Rad-Anbindung. Den bei Radfahrern beliebten Weg an der Donau solle die Stadt unbedingt teeren lassen. Sportmöglichkeiten würden mehr junge Leute anziehen. Raschke hofft, dass sich im Tagungszentrum „Marina-Forum“ auf dem Schlachthofgelände auch „kulturell was abspielen wird“ – kleine Theater oder Konzerte. Die Geschäftsfrau vermisst ein Gesamtkonzept für den Osten. Dennoch arbeitet sie sehr gerne dort. Auch Bernadette Dechant und Rentner W. fühlen sich, trotz aller Kritik, wohl am Hohen Kreuz. Auf eines ist W. stolz: „Wir haben Multi-Kulti und keiner tut dem anderen was.“ Die MZ-Gesprächspartner hoffen, dass die Aufwertung nicht stagnieren wird.

Ein Interview mit Planungsreferentin Christine Schimpfermann lesen Sie hier

Wohnbau

  • Insgesamt:

    Im Stadtosten und Südosten entstehen viele neue Wohngebiete. Dort verzeichnet das Planungsreferat die meisten Nutzungsänderungen von Gewerbeflächen in Misch- und Wohngebiete.

  • Marina Quartier:

    450 Wohneinheiten sind in den letzten Jahren zwischen Bruderwöhrdstraße und dem früheren Schlachthof gebaut worden.

  • Candis I:

    Das Areal an der Straubinger Straße umfasst 700 Wohnungen.

  • Candis II:

    Im zweiten Bauabschnitt kommen 300 Wohneinheiten.

  • Gleisdreieck „Dreibrücken“:

    Beim Hohen Kreuz sind 600 bis 800 Apartments und Atelierhäuser geplant.

  • Guerickestraße:

    300 Wohneinheiten

  • Pürkelgut:

    Pläne noch unklar

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