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Mittwoch, 15. August 2018 27° 6

Energie

Virtuelle Reise in neue Welten

Für einen Besuch im Umspannwerk brauchten Schüler nur eine Brille. Die Eindrücke waren allerdings sehr real.
Von Luisa Bernhardt, Céline Russ und der Klasse 8a des Werner-von-Siemens-Gymnasiums in Regensburg

Schüler Jonas Kagermeier (l.) testet eine Virtual-Reality-Brille. Elektroingenieur und Bayernwerk-Mitarbeiter Michael Renghart erläutert den Gebrauch. Foto: Celine Ruß
Schüler Jonas Kagermeier (l.) testet eine Virtual-Reality-Brille. Elektroingenieur und Bayernwerk-Mitarbeiter Michael Renghart erläutert den Gebrauch. Foto: Celine Ruß

Regensburg.Brille aufsetzen und in eine andere Welt eintauchen: Ob das Ziel Hawaii, der Mond oder wie in diesem Fall ein Umspannwerk des Bayernwerks ist – mit einer Virtual-Reality-Brille sind die Möglichkeiten grenzenlos.

„Fühlt sich komisch an“, meint eine Schülerin, die gerade eine Virtual-Reality-Brille (kurz: VR-Brille) trägt. „Man weiß nicht, wo man hintritt“, sagt sie, als sie das virtuelle Umspannwerk in Gebelkofen erkundet. Mit zwei Controllern in den Händen können Nutzer in der virtuellen Welt unter anderem Abstände auf den Zentimeter genau abmessen und probeweise Bauzäune errichten.

Per Knopfdruck teleportieren

Das Verhältnis der realen zur virtuellen Welt ist exakt 1:1. Der Bewegungsfreiraum mit der HTC Vive ist allerdings auf eine Fläche von etwa fünf mal fünf Meter beschränkt. Deshalb muss man sich mit per Knopfdruck an den Controllern an die gewünschte Stelle im Umspannwerk teleportieren. Trotzdem entsteht mit der Brille insgesamt ein sehr realitätsnaher Eindruck. Man kann zum Beispiel Equipments wie Leistungsschalter oder einen Netztransformator des Umspannwerks entdecken. Aber was passiert überhaupt in einem Umspannwerk?

Im Umspannwerk Gebelkofen erfolgt die Umspannung von 110 000 Volt auf 20 000 Volt und die Verteilung in sogenannte Ortsnetzstationen. Die Umspannwerke des Bayernwerks verbinden in der Regel die Mittel- und die Hochspannungsebene. Von der Mittel- zur Niederspannungsebene erfolgt die Verbindung mittels Trafostationen, damit der Strom letztlich mit 230 Volt aus der Steckdose kommt.

Das Umspannwerk ist sozusagen das „Herz des Stromnetzes“. Tritt hier ein Fehler auf, haben alle im Umkreis des Umspannwerkes angeschlossenen Kunden keinen Strom mehr. Allerdings sind die Umspannwerke redundant aufgebaut. Kommt es dennoch zu einem Stromausfall, ist der Fehler in kürzester Zeit behoben. „In den USA dauert es dagegen manchmal bis zu 14 Tagen bis der Strom wieder fließt“, so Michael Renghart. Er ist Elektroingenieur und Mitarbeiter der Bayernwerk Netz GmbH.

Zeit und Fahrtwege sparen

Beim Bayernwerk ist die VR-Brille zurzeit in der Testphase. Im Moment sind zwei von insgesamt 450 Umspannwerken einprogrammiert. Doch natürlich dient die Brille nicht nur zum Vergnügen.

Die Mitarbeiter können sich direkt vom Büro aus in das virtuelle Umspannwerk begeben. Das spart Fahrtwege und somit Zeit und erhöht die Sicherheit im Falle einer realen Begehung.

Allerdings sind die Brillen nicht ganz billig: Eine Brille kostet ohne die dazugehörige Technik rund 1200 Euro. „Schade“, stellt ein Schüler fest, „dann ist das wohl nichts zum Geburtstag“.

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Bayernwerk

  • Die Energieversorgung

    Rund sieben Millionen Menschen bietet die Bayernwerk Netz GmbH in Bayern eine sichere Energieversorgung. Das Netzgebiet erstreckt sich über Unter- und Oberfranken, die Oberpfalz sowie Nieder- und Oberbayern. Mit seinem Stromnetz von rund 154 000 Kilometern Länge und seinem etwa 5900 Kilometer langen Erdgasnetz ist das Unternehmen der größte regionale Verteilnetzbetreiber in Bayern. Der höchste Versorgungspunkt liegt auf knapp 3000 Metern Höhe, nämlich auf der Zugspitze. Zudem betreibt die Bayernwerk Netz GmbH ein Straßenbeleuchtungsnetz mit einer Länge von 34 600 Kilometern.

  • Das Unternehmen

    Rund 2700 Mitarbeiter an mehr als 20 Standorten arbeiten an einer sicheren Versorgung. In seinem Netz transportiert das Unternehmen zu 60 Prozent regenerative Energie. Dafür sorgen rund 265 000 regenerative Erzeugungsanlagen, die in das Netz des Bayernwerks einspeisen. Sitz des Unternehmens ist Regensburg. Die Bayernwerk Netz GmbH ist eine 100-prozentige Tochter der Bayernwerk AG.

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