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Zum Finale hebt die Klasse M8 ab

Eine Klasse der Neumarkter Mittelschule an der Woffenbacher Straße recherchiert am Albrecht-Dürer-Flughafen Nürnberg.
Von der M8 der Mittelschule an der Woffenbacher Strasse

  • Sehr nahe kam die M8 im Besucherbus einem soeben gelandeten Flugzeug. Diesen Moment wünschte sie sich als „Aufmacherbild“. Fotos: Lehrerin Verena Köhler
  • Aus nächster Nähe sahen wir dieser Maschine beim Start zu. Foto: Verena Köhler
  • Blick in den Privatjethangar Foto: Köhler
  • Der besondere Moment: Mit dem Bus geht es hier über die Startbahn. Foto: Köhler

Neumarkt.„Ich teile die Besucherausweise aus“ ruft Korbinian Lang, als sich unsere Klasse, die M8 der Mittelschule an der Woffenbacher Straße, gerade vor dem Besucherzentrum des Albrecht Dürer Flughafens versammelt. Nachdem wir unsere Besucherausweise sorgfältig an unseren Jacken befestigt haben, geht es schon in Gruppen zum Sicherheitscheck.

„Der Nächste bitte“, bemerkt ein Sicherheitsbeamter während sich Valentin Ott und Marco Schäfer durch die Menge drängen, ihre Jacken ausziehen und diese auf das Förderband zur Durchleuchtung legen. Die Mädchen unserer Klasse haben die Sicherheitskontrolle bereits passiert und warten schon ungeduldig auf ihre Mitschüler. Ein Herr des Sicherheitspersonals sieht auf einem Bildschirm den Inhalt unserer Taschen und Jacken.

Philipp Achhammer geht durch die Kontrolle, es ertönt ein lautes Piepsen. „Stell dich auf die Seite“, bittet ihn ein Mann vom Flughafenpersonal. Daraufhin wird der Schüler von ihm mit einem Metallsuchgerät abgetastet und muss seine Schuhe ausziehen. „Muss ich den Gürtel auch ablegen?“, fragt Stefan Walter unsere Lehrerin Verena Köhler. Die erklärt, dass man diesen ablegen muss.

Zehntgrößter deutscher Airport

Mit Schreibblock und Stift ging die Klasse M8 am Nürnberger Flughafen auf Recherche-Tour. Foto: Köhler
Mit Schreibblock und Stift ging die Klasse M8 am Nürnberger Flughafen auf Recherche-Tour. Foto: Köhler

Kurz darauf betreten wir den blauweiß gestreiften Bus der Flughafen GmbH. Wir zücken unsere Stifte, Protokollblätter und notieren uns eifrig wichtige Fakten zum Flughafen. „Die Flughafen Nürnberg GmbH ist die Betreiberin des Verkehrsflughafens Nürnbergs, der in der Rangreihenfolge der 19 internationalen Flughäfen in Deutschland an zehnter Stelle steht“, erläutert unser freundlicher Führer Kurt Krieg, der über viele Jahre als Flugbegleiter bei der Deutschen Lufthansa gearbeitet hat.

Wie viele Leute sind am Nürnberger Flughafen beruflich tätig?“, wollen zwei uns wissen. „Was? 4500 Beschäftigte gibt es hier?“, meinen Theresa Sammüller und Denisa Benchea dann erstaunt. Wir rauschen über das Flugfeld und sehen aus nächster Nähe den Abflug einer Lot Maschine, die nach Warschau abhebt. Bei geöffneten Türen des Busses können wir das laute Donnern der Triebwerke genau wahrnehmen. Dann wird eine große Maschine der Swiss Air mit Hilfe eines Pushers, einem fahrenden Abschleppers, weg vom Gate auf das Rollfeld gebracht. Der Pilot sieht unseren Bus und winkt uns freundlich zu. Wir erwidern sein Winken natürlich begeistert.

Unser Führer Kurt Krieg stellt uns immer wieder Fragen wie zum Beispiel, ob wir wissen, warum das Essen, das in den Flugzeugen serviert wird, viel stärker gewürzt sein muss als normalerweise üblich. „Warum“, murmelt gerade Joseph Mergl vor sich hin, da kommt auch schon die Antwort von Herrn Krieg: „Die veränderten Druckverhältnisse an Bord eines Flugzeugs sind für den plötzlichen Geschmacksverlust verantwortlich.“

Diese Propeller-Maschine erregte wegen ihres Aussehens einiges Aufsehen. Foto: Köhler
Diese Propeller-Maschine erregte wegen ihres Aussehens einiges Aufsehen. Foto: Köhler

Sobald das Flugzeug seine Reiseflughöhe erreicht hat, irgendwo zwischen 10 000 und 12 000 Metern, herrscht in der Kabine ein Druck, der etwa 2000 bis 2.400 Metern über dem Meeresspiegel entspricht. Unter diesem veränderten Druck wird die Luft zum Atmen etwas knapper, allgemein hat das Blut etwas weniger Sauerstoff. Damit steht auch den Geruchs- und Geschmacksrezeptoren weniger Sauerstoff zur Verfügung. Wir fahren zum Vorfeld und beobachten gerade das Andocken einer Lufthansa-Maschine. Wir sehen aus nächster Nähe ein Team von Arbeitern, das das Flugzeug in die richtige Parkposition leitet. „Schaut, da sind Fluglotsen!“, schreit Dorian Mulaku voller Begeisterung.

Die Lotsen – oder im Englischen Marshaller genannt –, sind zuständig für einen reibungslosen Ablauf des Verkehrs. Nach dem Start einer Maschine übergibt der Towerlotse in Nürnberg das Flugzeug an die Lotsen des nächsten Luftüberwachungszentrums weiter.

Das kostet ein Verkehrsflugzeug

„Wie viel – denkt Ihr – kostet ein Verkehrsflugzeug, wie wir es hier sehen?“, möchte Herr Krieg von uns wissen. Unglaublich, eine Boeing 737, der „Golf“ unter den Flugzeugen, kostet rund 90 Millionen Euro. Jedes Flugzeug bleibt nur so kurz wie möglich auf dem Boden, von 24 Stunden am Tag muss ein Flugzeug mindestens 17 Stunden in der Luft sein, damit es sich wirtschaftlich lohnt. Nachdem wir an den beiden Christophorus Rettungshubschraubern vorbeigefahren sind, werfen wir einen einen Blick in die Flugzeugwerft, wo wir zwei Privatflugzeuge erkennen können. Wir staunen nicht schlecht, als uns Herr Krieg erzählt, mit welchem Luxus diese Flieger ausgestattet sind. Die Mädchen unserer Klasse sind natürlich hin und weg, als sie erfahren, welche prominenten Popstars hier schon gelandet sind.

Pusher heißt das Fahrzeug, mit dem eine Swiss Air-Maschine in ihre Position gezogen oder geschoben wird. Foto: Köhler
Pusher heißt das Fahrzeug, mit dem eine Swiss Air-Maschine in ihre Position gezogen oder geschoben wird. Foto: Köhler

Das nächste Ziel unserer Rundfahrt ist die Flughafenfeuerwehr. Die Tore öffnen sich und wir sehen greifbar nahe die Einsatzfahrzeuge. Sicherheit hat höchste Priorität am Flughafen.

Mit 35 Sachen über die Startbahn

Wir bewegen uns dann entlang der gelben Rollleitlinien. Das sind Markierungen am Boden, die Flugzeugen den Weg zur 2,7 Kilometer langen Start- und Landebahn weisen. Nach einer Linkskurve erreichen wir die Rollbahn, die uns mit unzähligen roten, weißen, blauen und grünen Lichtern entgegen strahlt. „Jetzt heben wir gleich ab!“, jubelt Tommy Hedwitschak.

Obwohl unsere Geschwindigkeit mit 35 Stundenkilometern gut 220 Stundenkilometer zu langsam ist, um abzuheben, stellen wir uns vor: Wir sitzen in Wirklichkeit in einem Flugzeug. Wir erleben einen einzigartigen Moment und fühlen uns nun ein wenig wie echte Piloten und träumen von verschiedenen fernen Zielen.

Alle als Reporter

Die M8ler in Aktion  Foto: Köhler
Die M8ler in Aktion Foto: Köhler

Möglichst viele Details erkennen, aufschreiben und bei der Erstellung des Artikels einbringen. Das war die Aufgabe für die Schülerinnen und Schüler der Klasse M8 bei ihrem Besuch des Flughafens Nürnberg. Lehrkraft Verena Köhler übernahm das Fotografieren. Natürlich mussten die Schüler ihr Einverständnis zum Fotografiert-werden erklären. Da etwas mehr Aufnahmen entstanden sind, berücksichtigten wir diese in der Web-Version des Artikels.

Besonderes Fluggerät

Der Intensiv-Transport-Hubschrauber (ITH) „Christoph 70 Nürnberg“ war während des Besuchs am Boden. Foto: Köhler
Der Intensiv-Transport-Hubschrauber (ITH) „Christoph 70 Nürnberg“ war während des Besuchs am Boden. Foto: Köhler

Ganz nah kam die M8 dem am Flughafen Nürnberg stationierten Intensiv-Transport-Hubschrauber (ITH) „Christoph 70 Nürnberg“. Mit diesem werden Intensivpatienten auf dem Luftweg verlegt.

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