MyMz

Aktion

Die Mauern in den Köpfen einreißen

Schüler der Übergangsklasse der Mittelschule Lappersdorf setzten sich mit Rassismus im Alltag auseinander.
Von der Übergangsklasse Ü2 der Mittelschule Lappersdorf

Die Schüler der Ü-Klasse verklebten die Türen zu den Klassenzimmern mit „Mauern“ aus Zeitungspapier und Postern. Foto: Louisa Knobloch
Die Schüler der Ü-Klasse verklebten die Türen zu den Klassenzimmern mit „Mauern“ aus Zeitungspapier und Postern. Foto: Louisa Knobloch

Lappersdorf.Maria weint. Dabei war es ein schöner Dienstagmorgen. Bis sie zur Bushaltestelle kam. Da war dieser unfreundliche Mann. Er sprach bayerisch und sie verstand immer nur „Kopftuch“, „scheiße“ und „Terroristen“. Aber sie wusste, dass er über sie und über Ausländer sprach. Plötzlich schubste der Mann Maria und ging dann einfach weg. Maria kommt aus Syrien. Sie lernt deutsch in einer Übergangsklasse an der Mittelschule Lappersdorf. Auch andere Schüler in unserer Klasse haben schon Rassismus im Alltag erlebt. Für uns war das ein Grund, uns in der Schule mit diesem Thema zu beschäftigen. Und zwar während der Internationalen Wochen gegen Rassismus vom 11. bis 24. März.

„Alle Menschen sind gleich“

Wir haben uns mit der Herkunft und Definition des Wortes Rassismus beschäftigt. Und wir haben im Grundgesetz gelesen. Im Artikel 3 heißt es: „Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. Männer und Frauen sind gleichberechtigt. (...) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. (...)“.

Dann haben wir einen ganzen Tag lang gebastelt. Eine Gruppe hat „Mauern“ aus Zeitungspapier zusammengeklebt. Eine andere Gruppe hat auf bunte Blätter Slogans gegen Rassismus geschrieben und Bilder gemalt. Wir haben die „Mauern“ dann an die Innenseite der Türrahmen von 13 Klassenzimmern geklebt. Am nächsten Morgen haben Gruppen von uns vor den einzelnen Zimmern gewartet. Wir wollten wissen, wie die anderen Schüler darauf reagieren.

Diskussionen in der Schule angestoßen

Die Fünft- und Sechstklässler waren erstaunt. Sie wollten die „Mauer“ nicht kaputtmachen und sind darunter durch gekrabbelt. Sie haben unsere Mitschülerinnen eingeladen, mit ihnen über das Thema Rassismus zu diskutieren. Die „Mauer“ haben sie vorsichtig abgemacht und im Klassenzimmer aufgehängt. Auch in anderen Klassen wurde lebhaft diskutiert. Manche haben die Mauer aber einfach kaputtgerissen. Wir haben uns gefreut, dass wir mit diesem wichtigen Thema viele Schüler erreicht haben.

Mehr ZiS-Artikel lesen Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht