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Tiere

Eine Maus, die eigentlich gar keine ist

Schwabelweiser Grundschüler lernten die Haselmaus kennen und bauten Nisthilfen für die kleinen Nagetiere – mit Erfolg.
Von der 2. Klasse der Grundschule Schwabelweis

Haselmäuse sind eigentlich keine Mäuse, sondern Bilche. Sie können sehr gut klettern und flüchten bei Gefahr „nach oben“. Foto: Hartmut Schmid
Haselmäuse sind eigentlich keine Mäuse, sondern Bilche. Sie können sehr gut klettern und flüchten bei Gefahr „nach oben“. Foto: Hartmut Schmid

Schwabelweis.Wo gibt es Haselmäuse? Im Keller? Auf Wiesen und Feldern? In unseren Gärten? Ja, genau da sieht man sie, da waren sich ganz viele Kinder in unserer zweiten Klasse sicher. Ganz oft schon hätten sie gesehen, wie diese Mäuschen in ihre Mauselöcher geschlüpft seien.

Eben, Mäuschen. Aber keine Haselmäuse! Haselmäuse sind nämlich gar keine Mäuse, sondern Bilche. Der Siebenschläfer ist auch ein Bilch, er ist größer als die Haselmaus und viele Leute kennen ihn. Also haben Haselmäuse einen irreführenden Namen.

Nachtaktiv und Winterschläfer

Sie sehen so ähnlich aus wie sehr kleine Mäuse, haben aber ein braunes Fell, das am Bauch ganz weiß ist. Eine Haselmaus ist etwa so groß wie der Daumen eines Erwachsenen, ihr Schwanz ist noch einmal so lang wie der gesamte Körper. Die kleinen Nagetiere sind dämmerungs- und nachtaktiv und haben große, schwarze Augen.

Im Gegensatz zu Mäusen verschlafen sie den gesamten Winter in Nestern auf dem Boden. Die Sommernester befinden sich in Baumhöhlen, Nistkästen oder offen auf Sträuchern und Bäumen.

Damit sich die kleinen Tierchen beim Klettern gut festhalten können, haben sie ganz lange Finger und Zehen, und auch ihr pelziges Schwänzchen hilft beim Balancieren in solchen Höhen, die für winzige Haselmäuse ja gewaltig sind. Anders als Mäuse, die bei Gefahr „nach unten“ flüchten, fliehen Haselmäuse „nach oben“.

Haselnüsse essen sie gerne

Haselmäuse fressen ganz unterschiedliche Sache, die sie in ihrem Revier finden. Es überwiegen Früchte von wilden Sträuchern und Bäumen wie Brombeeren oder Himbeeren, aber auch kleine Tiere wie Blattläuse und Insekten. Da die Haselmäuse im Winter bis zu sechs Monate schlafen, müssen sie sich im Herbst eine dicke Fettschicht anfressen. Dazu nutzen sie gerne Haselnüsse, weil die sehr kalorienreich sind. Man erkennt am kreisrunden, sauber aufgeknabberten Loch in einer Haselnussschale, dass sich hier eine Haselmaus ihr Futter verdient hat. Um sich vor Fressfeinden zu schützen, verstecken sich die kleinen Tierchen gern.

Das ist gut für die Haselmäuse, aber schlecht für Menschen, die die Tiere in natura sehen wollen. Nicht nur wir Zweitklässler waren sehr neugierig auf die Haselmäuse, auch Naturschützer wie Hartmut Schmid interessieren sich für die Tiere. Hartmut Schmid hat als Gebietsbetreuer des Landschaftspflegeverbandes Regensburg die Aufgabe, sich um die Vielfalt der pflanzlichen und tierischen Arten zu kümmern. Dazu gehört es, herauszufinden, wo es Haselmäuse gibt. Dabei durften wir ihm helfen! Das ging so:

Auf der Suche nach Nestern

Noch vor den Sommerferien 2018 hämmerten und nagelten wir aus Lattenholz und Noppenfolie kleine Wohnhöhlen, sogenannte Tuben, für die Haselmäuse. Mit Hartmut Schmid wanderten wir über die Tegernheimer Schlucht in den Wald und befestigten die Tuben an möglichst waagrechten Zweigen von Sträuchern und Bäumen. Ob es Haselmäuse gab, die während unserer Sommerferien in die Tuben einzogen?

Nach den Sommerferien machten sich die Schüler im Wald auf die Suche nach Haselmäusen. Foto: Marion Jung-Mahr
Nach den Sommerferien machten sich die Schüler im Wald auf die Suche nach Haselmäusen. Foto: Marion Jung-Mahr

Gleich nach den Sommerferien wanderten wir wieder mit Hartmut Schmid in den Wald. Doch die Tuben 1, 2, 3 und leider auch viele weitere waren unbewohnt. Endlich, in Tube Nummer 12 war ein kleines Nestchen gebaut. Doch die Haselmaus, die es bewohnte, war blitzschnell den Strauch hinaufgeklettert, als wir uns ihrer Tube näherten. Wir hatten nur ein leises Rascheln gehört, so richtig gesehen hatte das Tier keiner von uns.

Die nächsten Tuben waren wieder leer, große Enttäuschung machte sich breit. Schließlich zog Hartmut Schmid behutsam den Ast, an dem eine unserer letzten Tuben befestigt war, herunter. Larissa leuchtete vorsichtig mit einer Taschenlampe hinein – und hastdunichtgesehen flitzten drei klitzekleine Haselmäuschen mit ihrer Mutter heraus und wanden sich an den dünnen Ästen empor, bis es nicht mehr weiterging. Sie hatten ihre Schwänzchen um die Spitzen der Zweiglein geschlungen und schauten zu uns herab. Wir schauten hinauf, staunend, bewundernd, glücklich und zufrieden.

Alle Arbeit hatte sich gelohnt. Wir können jetzt Haselmäuse von Mäusen unterscheiden, und Hartmut Schmid konnte notieren: Es gibt nachweislich Haselmäuse am Keilstein.

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