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Eine Woche ohne Smartphone

Wörther Schüler machten den Selbstversuch und verzichteten eine Woche lang aufs Handy. Die Bilanz fällt gemischt aus.
Von der Klasse 8M der Mittelschule Wörth

Die smartphone-freie Zeit fiel einigen Schülern schwer. Foto: Franz Schifferl
Die smartphone-freie Zeit fiel einigen Schülern schwer. Foto: Franz Schifferl

Wörth.Haben alle durchgehalten?

Nein, nur sieben von 27 Schülerinnen und Schülern haben es geschafft, eine volle Woche auf das Smartphone zu verzichten.

Woran sind die übrigen gescheitert?

Drei haben von Anfang an gesagt, dass sie die Idee blöd finden. Die haben es gar nicht wirklich probiert. Bei den anderen gab es verschiedene Gründe. Manche haben einfach aus Gewohnheit ihr Handy herausgeholt. Andere hatten einfach keine Lust mehr, nicht mit Freunden kommunizieren zu können. Einige von uns mussten zum Handy greifen, weil viele Termine (z. B. in Sportvereinen) nur noch über WhatsApp-Gruppen verteilt werden.

In welchen Situationen hattet ihr das Bedürfnis nach dem Handy zu greifen?

Viele von uns nehmen normalerweise ihr Handy raus, wenn sie im Schulbus sitzen und keinen zum Reden haben. Sie spielen dann oder hören Musik. Nachmittags wird in der Klassengruppe nach den Hausaufgaben gefragt und am Abend nehmen die meisten noch einmal Kontakt mit ihren Freunden auf. Das waren auch die Zeiten, in denen das Handy am meisten vermisst wurde.

Hat sich im Alltag etwas verändert?

Ein großer Teil der Klasse ist der Meinung, dass sich eigentlich nicht viel geändert hat. Viele verspürten mehr Langeweile. Überraschend war, dass einige früher ins Bett gegangen sind. Aber am Ende fühlten alle, dass sie mehr Zeit für Freunde und Familie hatten.

Was hat am meisten gefehlt?

Am meisten hat die Möglichkeit mit Freunden zu kommunizieren gefehlt. Erst wenn man bewusst darauf verzichten will, merkt man, wie wichtig dazu das Handy ist.

Wie war das Gefühl?

Es war sehr gewöhnungsbedürftig, da man oft das Bedürfnis hat, nach seinem Handy zu greifen. Bei vielen erfolgt der Griff danach schon automatisch. Es war auch komisch, nicht online und erreichbar zu sein.

Was habt ihr aus diesem Versuch mitgenommen?

Man braucht das Handy nicht unbedingt immer und könnte es öfter mal zur Seite legen. In vielen Situationen ist es aber leichter, wenn man schnell ein Smartphone zur Hand hat. Auf jeden Fall haben wir auch festgestellt, dass man ohne Handy mehr Zeit hat.

Hat sich eure Handynutzung nachher verändert?

Die meisten von uns sind ganz schnell in das gewohnte Verhalten zurückgekehrt. Aber einige benutzen, zumindest im Moment, ihr Handy weniger und bewusster.

Würdet ihr es noch mal machen?

Bei dieser Frage ist die Meinung der Klasse gespalten. Knapp die Mehrheit würde es nicht mehr machen, weil es so schwierig ist, sich zu verabreden und anstrengend, auf das Handy zu verzichten. Die andere Hälfte würden es wiederholen. Sie finden es spannend zu sehen, wie lange man durchhält und was sich verändert. Aber fast alle waren sich einig, dass es jeder einmal versuchen sollte, weil es auf jeden Fall eine interessante Erfahrung ist.

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