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Besichtigung

Eisenbahnunglück im Spielzeugmuseum

Als die 8c der MS Parsberg an der Modelleisenbahn stand, krachte es. Auch sonst bot der Besuch in Hemau viel Überraschendes.
Von der Klasse 8c der Mittelschule Parsberg

Puppen und Puppenwägen kannten die Schülerinnen und Schüler schon. Aber sie waren erstaunt über das Material, das damals verwendet worden war. Porzellan und Holz waren die beherrschenden Materialien beim Spielzeug. Plastik gab es zur Zeit ihrer Großeltern noch nicht viel. Foto: Christiane Vatter-Wittl
Puppen und Puppenwägen kannten die Schülerinnen und Schüler schon. Aber sie waren erstaunt über das Material, das damals verwendet worden war. Porzellan und Holz waren die beherrschenden Materialien beim Spielzeug. Plastik gab es zur Zeit ihrer Großeltern noch nicht viel. Foto: Christiane Vatter-Wittl

Parsberg.Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 8c, der Mittelschule Parsberg, wurden Zeugen eines spektakulären Zugunglücks. Tatort war das Spielzeugmuseum in Hemau. Dort fuhren die zahlreichen Züge der elektrischen Eisenbahnanlage zunächst gemütlich nebeneinander her und aneinander vorbei. Doch plötzlich kam es zu einem unberechenbaren Auffahrunfall zweier Züge.

Die Fantasie spielte mit

Die große Eisenbahnanlage begeisterte alle. Sie nimmt einen ganzen Raum im Museum ein. Auch sie wurde gestiftet, damit sich noch viele Generationen daran erfreuen können. Leider passierte am Ende der Erkundung ein Unfall mit zwei Zügen und die Kids ermitteln immer noch den Tathergang.  Foto: Christiane Vatter-Wittl
Die große Eisenbahnanlage begeisterte alle. Sie nimmt einen ganzen Raum im Museum ein. Auch sie wurde gestiftet, damit sich noch viele Generationen daran erfreuen können. Leider passierte am Ende der Erkundung ein Unfall mit zwei Zügen und die Kids ermitteln immer noch den Tathergang. Foto: Christiane Vatter-Wittl

Während der vorausfahrende Zug aus noch unerfindlichen Gründen einfach stehenblieb, fuhr der nachfahrende einfach darauf. Glücklicherweise wurde keine der kleinen Spielzeugfiguren ‚verletzt‘. Dieser Unfall begeisterte uns als Klasse auch noch auf der Heimfahrt.

Mit dem Besuch des Spielzeugmuseums bekamen wir einen Eindruck, wie viel Spaß man mit Spielsachen haben kann, die nicht mit Batterie betrieben werden oder digital auf einem Bildschirm abgebildet sind. Für manche von uns war es sehr überraschend, wie viel Spaß es machen kann, zum Spielen die eigene Fantasie zu benutzen. Nicht nur unsere Eltern, auch unsere Großeltern haben mit vielen dieser Spielsachen bereits gespielt, wovon wir aber teilweise keine Ahnung (mehr) hatten.

Das Spielzeugmuseum in Hemau ist klein und relativ unscheinbar im alten Rathaus der Stadt untergebracht. Doch betritt man das Museum, so öffnet sich eine kleine eigene Welt. Marianne Meier, die Leiterin, gab uns einen Einblick. Viele Personen aus dem Hemauer Raum haben ihre Lieblingsspielsachen gespendet oder gestiftet, damit sie auch noch anderen Freude bringen können. Über 200 Puppen haben wir gezählt, davon ganz verschiedene. Jede Puppe hat ihren eigenen Charakter, wunderschöne Kleider und zauberhafte Puppenwägen ergänzen die Sammlung.

Wobei wir einige Puppen auch etwas gruselig fanden. Nachdem das Museum einen Holzboden hat, bewegten einige Puppen beim Vorbeigehen ihre Augenlider. Das sieht bei einer Porzellanpuppe etwas gespenstisch aus. Erstaunlich auch die kleinen Puppenstuben. Eine wurde sogar aus Papier gebaut und hat bereits mehrere Jahrzehnte überdauert.

Auch „Kirche“ wurde gespielt

Auch der Pumuckl hat seinen Platz im Spielzeugmuseum Hemau gefunden. Die Schiffschaukel ist wieder ein Zeuge vergangener Zeiten. So eine findet man in den heutigen Kinderzimmern wohl nur noch selten. Daneben stand ein Kettenkarussell, das ebenfalls handgefertigt wurde. Es konnte sich sogar elektrisch drehen.  Foto: Christiane Vatter-Wittl
Auch der Pumuckl hat seinen Platz im Spielzeugmuseum Hemau gefunden. Die Schiffschaukel ist wieder ein Zeuge vergangener Zeiten. So eine findet man in den heutigen Kinderzimmern wohl nur noch selten. Daneben stand ein Kettenkarussell, das ebenfalls handgefertigt wurde. Es konnte sich sogar elektrisch drehen. Foto: Christiane Vatter-Wittl

Vor vielen Jahren hatte auch die Religion noch einen großen Stellenwert in den Kinderzimmern. Ein kleiner Altarraum in Miniatur ist eines der ältesten Stücke des Museums. Vor mehr als hundert Jahren spielten die Kinder damit und dabei durfte auch eine Mini-Monstranz oder ein kleines Weihrauchfass nicht fehlen. Marianne Meier wies uns auch darauf hin, wie viel Handarbeit in den Exponaten steckt. Ein Kettenkarussell für die kleinen Puppen konnte man damals nicht kaufen. Umso spannender war es zu sehen, wie viel Handarbeit dahinter steckt.

Mit Kaufläden spielten auch einige von uns noch. Allerdings hatten wir schon Kassen mit digitalen Rechnern und Scannern zum Einkaufen. Sogar kleine Schachteln mit den Produkten haben die Jahrzehnte überdauert und zeigten uns, wie die Verpackungen früher ausgesehen haben. Eine der beliebtesten Spielzeuge war die Dampfmaschine. Unser Lehrer Herr Sommerfeld erklärte uns, wie diese funktioniert.

So hatten wir einen Experten dabei, da er als Kind noch damit gespielt hat und es nicht nur damals etwas ganz Besonderes war. Lehrerin Christiane Vatter-Wittl zeigte uns Erstaunliches. Für kleine Kinder, die das Museum besuchen, stand eine kleine Parkgarage zum Spielen zur Verfügung. Ausgebleichtes Plastik und kleine Beulen in der Garage luden nicht gerade zum Spielen ein.

Jahrzehnte altes Blech

Einige Spielsachen waren den Jugendlichen der Klasse 8c gänzlich unbekannt. Blechspielzeug oder auch kleine Musikinstrumente fanden sie besonders spannend. Mit etwas Fantasie wussten sie aber auch damit noch etwas anzufangen.  Foto: Christiane Vatter-Wittl
Einige Spielsachen waren den Jugendlichen der Klasse 8c gänzlich unbekannt. Blechspielzeug oder auch kleine Musikinstrumente fanden sie besonders spannend. Mit etwas Fantasie wussten sie aber auch damit noch etwas anzufangen. Foto: Christiane Vatter-Wittl

Außerdem passt nicht jedes Auto in die Garage. Daneben allerdings stand in einer der Vitrinen ein ähnliches Spielzeug für kleine Autofreunde. Mehrere Jahrzehnte alt und aus Blech waren kleine „Autobahnen“ ausgestellt. Liebevoll und sehr detailreich bemalt sehen diese auch nach den vielen Jahren noch wunderschön aus und funktionieren sogar immer noch.

Das älteste Ausstellungsstück ist ein kleiner Kaufladen aus der Biedermeierzeit und stammt aus dem Jahr 1850. Die Waren sind teilweise aus neuerer Zeit, doch sieht man auch hier sehr schön, wie wertvoll und liebevoll damals Spielzeug gearbeitet wurde. Damit ihm nichts passiert, ist der kleine Kaufladen hinter Glas.  Foto: Christiane Vatter-Wittl
Das älteste Ausstellungsstück ist ein kleiner Kaufladen aus der Biedermeierzeit und stammt aus dem Jahr 1850. Die Waren sind teilweise aus neuerer Zeit, doch sieht man auch hier sehr schön, wie wertvoll und liebevoll damals Spielzeug gearbeitet wurde. Damit ihm nichts passiert, ist der kleine Kaufladen hinter Glas. Foto: Christiane Vatter-Wittl

Das älteste Ausstellungsstück stammt aus dem Jahr 1850, das war die sogenannte Biedermeierzeit, wie Frau Meier erzählte. Viele Sachen sind aus den 1930er und 1940er Jahren, sie haben auch den Zweiten Weltkrieg überdauert. Das älteste Buch ist eine Ausgabe des „Trotzkopf“ aus dem Jahr 1885. Aber nicht nur die kleinen Stücke begeisterten uns, sondern auch die großen. Kennen wir nur noch die Bobbycars aus Plastik und vielleicht auch noch ein Kettcar, so waren auch die Tretautos damals liebevoll hergestellt.

Roller aus Holz kannten wir gar nicht mehr. Spannend für alle war auch die große Eisenbahnanlage. Mit jedem Blick entdeckten wir wieder neue Szenen in der großen Bahnlandschaft. Wir rätseln immer noch, wie es zu dem spektakulären Unfall kommen konnte.

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