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Natur

Hier werden verletzte Vögel versorgt

In der Umwelt- und Vogelstation des LBV in Regenstauf kümmern sich die Mitarbeiter um rund 800 gefiederte Patienten pro Jahr.
Von der Klasse 4a der St. Wolfgang-Grundschule

Beim Rundgang durch die LBV-Vogelstation sahen die Schüler auch einen Kranich. Foto: Johanna Fahn
Beim Rundgang durch die LBV-Vogelstation sahen die Schüler auch einen Kranich. Foto: Johanna Fahn

Regenstauf.In der Regenstaufer Umwelt- und Vogelstation kümmern sich Mitarbeiter um kranke, verletzte und verwaiste Vögel, wie uns die Umweltpädagogin und stellvertretende Leiterin Sigrid Peuser bei unserem Besuch erklärt. Ziel ist es, die Tiere wieder auszuwildern. Gerade im Frühjahr rüsten die Mitarbeiter sich für die Folgen der ersten Vogelbrut. Tierfreunde stehen dann mit verletzten und hilflosen Tieren vor der Tür und hoffen, dass diese hier wieder aufgepäppelt werden.

Auch wir erleben, wie unerwartet ein Mann läutet und mit einem verwaisten Amselküken eintrifft. Wir dürfen es kurz beobachten, als es den Hals reckt und leise piepst. Dann wird der Jungvogel von „Bufdi“ Corinna (sie macht hier ihren Bundesfreiwilligendienst) entgegengenommen, um ihn zu versorgen. Wir erfahren, dass auch viele Vögel eingeliefert werden, die gegen Scheiben fliegen und sich dabei verletzen. Sie sehen darin das Spiegelbild der Bäume und flattern ungebremst dagegen. Deshalb gibt es in der Vogelauffangstation besondere Scheiben mit speziellen aufgeklebten Streifen. Aber auch durch Unfälle mit Autos werden Vögel häufig verletzt.

Sonderbehandlung für Greifvögel

Wir können es gar nicht fassen, als uns Sigrid Peuser erzählt, dass es jährlich rund 800 Vögel sind, die hier von vielen Helfern rund um die Uhr gesund gepflegt werden. Darunter sind natürlich auch viele Greifvögel, die versorgt werden. Allerdings brauchen diese oftmals eine Sonderbehandlung. Sie müssen zum Beispiel trainiert werden, sich selbst versorgen zu können, bevor sie wieder in die freie Natur ausgesetzt werden. Viel Arbeit also für das ganze Team, das sich mit viel Zeitaufwand und teilweise auch ehrenamtlich um die Vögel kümmert.

Dieser Habicht wird in der Station gepflegt. Foto: Clara Kraus
Dieser Habicht wird in der Station gepflegt. Foto: Clara Kraus

Dann dürfen wir selbst durch die Station gehen. Doch was sehen wir da? Kaninchen!? Wir dachten, dass hier nur Vögel zu sehen sind. Uns wird erzählt, dass sie sich mit den Greifvögeln und Eulen die Volieren teilen. Doch ist das nicht gefährlich für die Kaninchen? `Bufdi Corinna beruhigte uns: Die Vierbeiner sind keine Lebendbeute für die Vögel, sondern werden als „Rasenmäher“ eingesetzt. So wird das Gras „gemäht“, ohne dass es laut ist. Denn verletzte Vögel brauchen Ruhe, um gesund zu werden. Somit können wir beruhigt weiter auf Besichtigungstour gehen. Damit auch wir die kranken Tiere nicht stören, können wir sie nur durch kleine Gucklöcher beobachten.

„Warum können Vögel eigentlich fliegen?“, fragt uns Sigrid Peuser, als wir unterm Mikroskop Vogelfedern untersuchen dürfen. Da wir die Antwort nicht wissen, erklärt sie uns, dass man zum Fliegen hohle Knochen, einen starken Brustmuskel und Luftsäcke im Körperinneren braucht. Außerdem haben Vögel eine viel bessere Atmung als wir Menschen.

Infos zur Umweltstation

  • Adresse:

    LBV-Bezirksgeschäftsstelle Oberpfalz, Masurenweg 19, 93128 Regenstauf; Tel. (0 94 02) 78 99 57-0, E-Mail: oberpfalz@lbv.de

  • Öffnungszeiten:

    Mo bis Do: 9 - 12.30 und 14 - 16.30 Uhr; Fr: 9 - 13 Uhr; Sa, So, Feiertag: geschlossen Führungen und Veranstaltungen außerhalb der Öffnungszeiten sind nach Vereinbarung möglich.

  • Notruf:

    Wer verletzte Tiere findet, kann ehrenamtliche Mitarbeiter der Vogelstation zu folgenden festen Zeiten unter der Nummer (01 71) 4 08 72 52 erreichen: Montag - Donnerstag: 9 - 12.30 und 14 - 20 Uhr, Freitag: 9 - 13 Uhr und 14 - 20 Uhr, Samstag: 9 - 14 Uhr, Sonntag und Feiertag: 14 - 18 Uhr

  • Unterstützung:

    Mit einer Spende kann man die Arbeit der Vogel- und Umweltstation unterstützen. Bankverbindung: Konto der LBV-Umweltstation und Bezirksgeschäftsstelle, Sparkasse Regensburg, IBAN: DE17 7505 0000 0026 2509 02, BIC: BYLADEM1RBG oder Konto der LBV-Vogelstation, Raiffeisenbank Regenstauf, IBAN: DE75 7506 1851 0000 0490 34, BIC: GENODEF1REF

Die Schüler untersuchten eine Bussardfeder. Foto: Johanna Fahn
Die Schüler untersuchten eine Bussardfeder. Foto: Johanna Fahn

Wir machen ein Experiment: Wir vergleichen eine Eulen- mit einer Bussardfeder, indem Peuser die Federn schnell durch die Luft zieht. So finden wir heraus, dass die Eulenfeder keine Geräusche verursacht, während die Bussardfeder hörbar ist. „Warum ist das so?“, fragt uns Peuser. „Na, damit die Eule beim Jagen in der Stille der Nacht nicht zu laut ist. Sonst kann ihre Beute schon vorher flüchten“, meinen manche von uns. Und damit haben sie Recht. Nun darf jeder von uns unter dem Mikroskop so eine Bussardfeder selbst untersuchen. Durch die Vergrößerung kann man sehr gut erkennen, wie eine Feder aufgebaut ist. Außerdem erklärt uns Peuser noch die unterschiedlichsten Funktionen einer Feder.

Biotope für bedrohte Arten

Jetzt sind wir richtige Vogelspezialisten. Doch nicht nur um gefiederte Tiere kümmert sich das Team in Regenstauf, sondern auch um viele gefährdete Tier- und Pflanzenarten. So erfahren wir in einem Vortrag, dass zwei Drittel aller Pflanzenarten in Bayern als bedroht gelten. Gefährdet sind auch viele Tierarten. Sigrid Peuser erzählt uns, dass der LBV (Landesverbund für Vogelschutz) große Flächen in der Natur kauft. In diesen Biotopen sollen seltene Tiere oder vom Aussterben bedrohte Pflanzen wieder einen Lebensraum finden. Die Umweltstation in Regenstauf will nun den Menschen die Natur näherbringen, um sie zu schützen. Dabei bietet sie Exkursionen, Vorträge, Ausstellungen und vieles mehr an, um uns Menschen für die Natur zu sensibilisieren. Am Ende bekommt jeder von uns noch eine Feder als Andenken geschenkt und eins haben wir sicherlich gelernt: Schützt die Natur, denn sie ist unser Zuhause.

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