MyMz

Soziales

Hinter den Kulissen des Donaustrudls

Die Regensburger Straßenzeitung soll Menschen in Not helfen. Schüler haben die Redaktion und das Antiquariat besucht.
Von Luisa, Svenja und Leonie, Klasse 10M1, Mittelschule Wörth an der Donau

Hier in der Sitzecke finden die wöchentlichen Treffen der rund 20 ehrenamtlichen Redakteure der Straßenzeitung statt. Foto: Elke Klöckers
Hier in der Sitzecke finden die wöchentlichen Treffen der rund 20 ehrenamtlichen Redakteure der Straßenzeitung statt. Foto: Elke Klöckers

Regensburg.Fast jeder hat sie schon einmal irgendwo in der Stadt gesehen, die Männer und Frauen, die in Regensburg oft stundenlang an unterschiedlichen Orten stehen und unaufdringlich ihre Zeitschrift, den „Donaustrudl“, anbieten. Doch was ist der „Donaustrudl“ eigentlich, und wer sind diese Leute?

In Deutschland gibt es rund 30 sogenannte Straßenzeitungen, eine von den vier bayerischen ist der „Donaustrudl“. Verkauft wird er von Menschen, die körperliche Einschränkungen haben, Frührentner sind oder an einer Suchterkrankung leiden. Aus diesen und anderen Gründen heben die meisten von ihnen keine feste Arbeitsstelle. Der älteste Verkäufer ist 75 Jahre alt.

Zwei Schülerinnen zeigen die Novemberausgabe des Donaustrudls. Foto: Elke Klöckers
Zwei Schülerinnen zeigen die Novemberausgabe des Donaustrudls. Foto: Elke Klöckers

Ziel des Zeitungsverkaufs ist, dass auch Geringverdiener und Menschen in sozialer Not am Leben teilhaben und sich etwas leisten können, wie z. B. einen Theaterbesuch oder Essen zu gehen. Wie funktioniert das?

Die Verkäufer kaufen die Zeitungen selbst für 1,10 Euro und verkaufen diese für zwei Euro weiter. Das heißt, sie dürfen 90 Cent behalten, müssen aber darauf achten, dass ihnen nicht zu viele Zeitungen übrig bleiben, denn zurückgeben können sie diese nicht mehr!

Bücher stapeln sich bis unter die Decke

Der Donaustrudl finanziert sich auch über den Verkauf von gebrauchten Büchern, DVDs und Spielen. Foto: Leonie Büchele
Der Donaustrudl finanziert sich auch über den Verkauf von gebrauchten Büchern, DVDs und Spielen. Foto: Leonie Büchele

Betreut wird das Projekt von den beiden Sozialpädagogen Simone Stephan und Stephan Witzmann, die wir im Büro des „Donaustrudls“ in der Dr.-Theobald-Schrems-Straße treffen. In dem großen Raum erinnert wenig an ein Büro. Überall befinden sich Unmengen von Büchern – in verschiedenen Regalen, auf dem Boden gestapelt und in Kisten, die bis fast unter die Decke reichen. Der Donaustrudl finanziert sich nämlich auch durch den Verkauf von gebrauchten Büchern.

Unser Gespräch findet in einer gemütlichen Sitzecke statt, die sich – hinter Bücherstapeln versteckt – ums Eck befindet. Hier finden auch die wöchentlichen Treffen der rund 20 ehrenamtlichen Redakteure der Straßenzeitung statt. Oft kommen aber auch Leute einfach vorbei, um hier einen Kaffee zu trinken oder sich zu unterhalten.

Im Januar gehen die Verkäufe zurück

Insgesamt macht der Donaustrudl in einem Jahr etwa 150 000 bis 160 000 Euro Umsatz. Die Anzahl der verkauften Zeitungen schwankt dabei stark. Im November waren es beispielsweise 10 000 Zeitungen, im Dezember sind es oft bis zu 14 000! „Im Januar werden wir wahrscheinlich nur 4000 Zeitungen verkaufen“, meint Stephan Witzmann.

Das klingt zunächst einmal nach viel Geld, doch auch wenn alle Mitarbeiter und Helfer ehrenamtlich arbeiten, reicht das Geld nicht aus, um alle Unkosten zu decken. Wer also Menschen unterstützen möchten, die aktiv daran arbeiten, ihre soziale Situation zu verbessern, kann mit einer Spende helfen. „Wir sind dringend auf Spenden angewiesen“, betont Stephan Witzmann.

Mit Spenden helfen

  • Kontakt:

    Das Büro des Donaustrudls und das Antiquariat befinden sich in der Dr.-Theobald-Schrems-Straße 4 in Regensburg. Geöffnet ist das Büro von Montag bis Freitag jeweils 10 bis 16 Uhr und am Samstag von 10 bis 14 Uhr.

  • Spenden:

    Wer helfen möchte, kann hier spenden: SAK e.V. Donaustrudl, IBAN: DE43 7505 0000 0000 2125 30, BIC: BYLADEM1RGB, Betreff: Spende Donaustrudl

Und wer mehr noch erfahren möchte über dieses großartige Projekt, sollte sich einfach die nächste Ausgabe des „Donaustrudl“ kaufen oder im Büro auf einen Kaffee vorbeischauen. Besucher sind herzlich willkommen!

Mehr ZiS-Artikel lesen Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht