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Initiative

Mit vielen Aktionen Courage gezeigt

Regensburger Berufsschüler engagieren sich gegen Diskriminierung und Rassismus. Ihre Schule soll weltoffen sein.
Von Estera, Osman und Sabrina, Klasse 10a der Berufsfachschule für Büroberufe

Die Schüler der Vorklasse Gerda Zwetzich und Dominik Kumar präsentieren beim Abend der Soroptimisten ein Plakat zum Diskriminierungsverbot und zur Unverletzlichkeit der Wohnung. Dabei warnten sie vor einer Aushöhlung dieser Grundrechte. Foto: Peter Schneider
Die Schüler der Vorklasse Gerda Zwetzich und Dominik Kumar präsentieren beim Abend der Soroptimisten ein Plakat zum Diskriminierungsverbot und zur Unverletzlichkeit der Wohnung. Dabei warnten sie vor einer Aushöhlung dieser Grundrechte. Foto: Peter Schneider

Regensburg.„Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Seit 2014 tragen die Berufliche Oberschule Wirtschaft und die Berufsfachschule für Büroberufe (BFS) der Stadt Regensburg, die sich beide ein Schulgebäude teilen, gemeinsam diesen Titel. Sie reihen sich so in eine Initiative ein, zu der mittlerweile mehr als 100 Schulen in ganz Deutschland zählen, und deren Aktivitäten gegenwärtig so notwendig sind wie nie. Dieses Schuljahr zeigten die Schülerinnen und Schüler großes Engagement und beteiligten sich zusammen mit ihren Lehrkräften an zahlreichen Veranstaltungen.

Im Rahmen des Projektes „Zeitung in der Schule“ und unter dem Arbeitstitel „Das sind wir“ schlüpften die Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse der BFS in die Rolle von Journalisten, um die durchgeführten Projekte in einem kleinen Porträt vorzustellen.

Bekenntnis zur Vielfalt

Bereits am 10. Dezember 2018 zeigte die Schule Flagge. An diesem Abend, der von den Soroptimisten im Goethe-Gymnasium veranstaltet wurde und an dem zahlreiche Regensburger Schulen teilnahmen, stellten die Vorklassen der BOS zwei Menschenrechtsartikel vor, das Diskriminierungsverbot und die Unverletzlichkeit der Wohnung. Dabei warnten sie vor einer Aushöhlung dieser Grundrechte.

Wenige Tage später hielt die SMV einen Aktionstag „Schule ohne Rassismus“ ab. Alle Schülerinnen und Schüler von Haus 2 hatten sich in der Aula versammelt, als Schülersprecher Felix Dotzler, Außenstellenleiter Peter Schneider und SOR-Koordinator Michael Plank über vergangene Aktionen referierten und die aktuelle Bedeutung unserer Aktionen verdeutlichten. Dabei wurde ein Plakat enthüllt mit der Aufschrift „Hier arbeiten 302 Menschen aus 15 Nationen – miteinander!“, dieses hängt seither an der Außenseite der Schule und es stellt ein klares Bekenntnis zur Wichtigkeit von Bildung dar, um so Vorurteilen und Rassismus in der Gesellschaft entgegentreten zu können. Außerdem wurde ein Imagefilm („Wir sind eine Schule ohne Rassismus, bunt und vielfältig“) präsentiert, der unter Federführung von Johannes Störlein mit fast 200 Mitwirkenden produziert wurde und ein eindrucksvolles Statement für eine weltoffene Schule ablegt.

Zeitzeuge Hans-Peter Schudt, ehemaliger Häftling im Stasigefängnis Berlin-Hohenschönhausen, hielt einen Vortrag. Foto: Peter Schneider
Zeitzeuge Hans-Peter Schudt, ehemaliger Häftling im Stasigefängnis Berlin-Hohenschönhausen, hielt einen Vortrag. Foto: Peter Schneider

Darüber hinaus organisierte der Schülersprecher Felix Dotzler einen Zeitzeugenvortrag. Dazu hatte er im Januar dieses Jahres Hans Peter Schudt eingeladen. Schudt war politischer Gefangener in der DDR und mehrere Monate im berüchtigten Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen in Berlin interniert. Eindringlich berichtete er vor den Schülerinnen und Schülern von seinen persönlichen Erlebnissen und von den menschenverachtenden Methoden zur Zeit des Kommunismus in der DDR.

Spuren jüdischer Geschichte

Neben dieser bunten Vielfalt an Veranstaltungen rückten auch die Zeit des Nationalsozialismus und das Thema „Jüdisches Leben in Regensburg während der NS-Zeit“ in den Fokus der Schule. Die 13. Klasse der BOS engagierte sich in dem von der Stadt Regensburg initiierten Projekt „Schüler führen Schüler zu Stationen des jüdischen Regensburg“. Zusammen mit dem Werner-von-Siemens-Gymnasium, der Staatlichen FOS/BOS und Jugendlichen der jüdischen Gemeinde präsentierten die Schüler die Ergebnisse ihrer Arbeit in der Aula. Am 14. und 16. Mai fanden dann die Besichtigungen vor Ort statt. Eine Schülergruppe der 13. Klasse führte zu Stationen der nationalsozialistischen Herrschaft in Regensburg – Orte, an denen die Regensburger Juden lebten, beteten, aber auch unglaubliche Grausamkeiten erleiden mussten.

All diese Aktionen zeigen, dass sowohl an der BOS als auch an der BFS das Motto „Schule ohne Rassismus“ kein bloßes Lippenbekenntnis ist, sondern aktiv und dauerhaft gelebt wird. „Wir sind eine Schule mit Courage“, brachte es der Abteilungsleiter Florian Schiegl während der Recherche zu diesem Artikel auf den Punkt.

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