MyMz

Recherche

Schüler besuchen BRK-Tagespflege

Die 4. Klasse der Grundschule aus Tiefenbach ließ sich von den Senioren von früheren Zeiten erzählen.
Von der 4. Klasse der Grundschule Tiefenbach

  • Die Schüler setzten sich mit den anwesenden Senioren zusammen und stellten ihnen Fragen, die sie sich zuvor im Unterricht überlegt hatten. Foto: Bernadette Unverzart
  • ie Schüler stellten ihre Fragen und konnten manchmal kaum glauben, dass früher so vieles ganz anders war als heute.
  • Einige Senioren hatten Bilder aus früheren Zeiten mitgebracht.

Tiefenbach. Alte Menschen haben viel zu erzählen, dieses Thema haben sich die Schüler der 4. Klasse der Grundschule Tiefenbach für ihre Recherche ausgesucht. Was lag da näher, als die Tagespflegeeinrichtung in der Ortsmitte zu besuchen. Erwartungsvoll und ein bisschen aufgeregt drängten sich die Schüler im Eingangsbereich zusammen. Die zwei Pflegerinnen begrüßten sie herzlich, und sie durften bei den neun anwesenden Senioren Platz nehmen. Ihr freundliches Lachen nahm den Kindern gleich die Befangenheit. Zur Begrüßung sangen die Mädchen und Buben das Lied „Auf einem Baum ein Kuckuck saß“. Einige der Senioren stimmten voller Freude mit ein. Das Eis war gebrochen. In kleinen Gesprächskreisen erzählten die Senioren dann Geschichten aus ihrer Kindheit. Die Schüler staunten über den weiten Schulweg auch durch hohen Schnee in Holzschuhen und über die „Arbeitsferien“, wenn zuhause Mithilfe nötig war. Manche mussten sogar vor der Schule noch im Stall helfen. Die Familien damals waren viel größer, ein Senior berichtete von 21 Kindern. In der Landwirtschaft gab es kaum Maschinen, alles musste von Hand gearbeitet werden. Kinder führten zum Beispiel die Kühe beim Ackern auf dem Feld. Geschlafen wurde oft auf Strohsäcken am Boden.

Früher waren die Wärmflaschen aus Blech.
Früher waren die Wärmflaschen aus Blech.

Die Wärmflasche war aus Blech, deswegen musste man aufpassen, dass man sich nicht daran verbrannte. Das Klohäuschen stand im Hof, das Bügeleisen war schwer und konnte entweder mit Glut gefüllt oder am Ofen erhitzt werden. Im Haus war nur die Stube geheizt. Die Schule begann um 8 Uhr, es gab meistens nur zwei Klassen – die Unterklasse (1 bis 3) und die Oberklasse (4 bis 7). Die Mädchen trugen Röcke oder Kleider mit einer Schürze darüber, die Jungen Dreiviertelhosen. Die Haare der Mädchen waren zu strengen Zöpfen geflochten, die der Buben kurz geschnitten. Sitzen musste man aufrecht, die Hände auf der Tischplatte sichtbar. Der Lehrer kontrollierte auch die Fingernägel. Geschrieben wurde in der 1. Klasse mit dem Griffel auf eine Schiefertafel, später mit Bleistift und Feder. Bereits bei kleinen Verstößen gab es vom Lehrer „Tatzen“ auf die Finger, Buben wurden auch mit einem Stock auf den Hintern geschlagen. Wenn man etwas sagen wollte, musste man aufstehen. Alles, was der Lehrer oder der Pfarrer befahlen, musste befolgt werden.

Die Schüler und Senioren hatten Freude an den Gesprächen über die alten Zeiten.
Die Schüler und Senioren hatten Freude an den Gesprächen über die alten Zeiten.

Für die Hausaufgaben blieb oft wenig Zeit, man musste ja daheim helfen. Darum wurden sie manchmal erst am frühen Morgen vor dem Unterricht erledigt. Gemacht werden mussten sie, denn sonst gab es Prügel. Die Senioren haben aber nicht nur Geschichten erzählt, Nane hat auch das „Dejfabacha Liad“ vorgesungen. Weil es den Schülern so gut gefallen hat, werden sie das nun einüben. Nach dem Abschiedslied „Leit, Leitl müasst’s lustig sei“ der Kinder bekamen die Mädchen und Buben noch „a biekerds Guadl“ mit auf den Weg. Sie dankten den Senioren und Pflegerinnen der Tagespflegeeinrichtung Tiefenbach dafür, dass sie sie so nett aufgenommen und ihnen Zeit geschenkt haben. Vieles, was den jungen Leuten so selbstverständlich erschien, sehen sie jetzt in einem anderen Licht. Diesen Tag werden sie nie vergessen.

Die Autoren

  • Recherche: Zusammen mit ihrer Lehrerin Bernadette Unverzart machten sich die Mädchen und Buben der 4. Klasse der Grundschule Tiefenbach als junge Reporter auf den Weg zur BRK-Tagespflegeeinrichtung in Tiefenbach.

  • Thema:

    Die jungen Reporter wollten von den Senioren wissen, was an den Zeiten früher anders war.

  • Ablauf:

    Zwei Pflegerinnen hießen die Schüler willkommen, die sangen für die Senioren zunächst ein Begrüßungslied. Damit war das Eis gebrochen, und man setzte sich in einem Stuhlkreis zusammen. Die Mädchen und Buben konnten die Fragen stellen, die sie sich zuvor im Unterricht überlegt hatten.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht