MyMz

Recherche

Schüler lernen fürs spätere Leben

Die Klasse 4b aus Rötz erfuhr bei pro familia, wohin man sich bei Problemen rund um die Schwangerschaft wenden kann.
Von der Klasse 4b der Grundschule Rötz

  • Die Mädchen und Buben aus Rötz waren sehr interessiert an den Erklärungen von Claudia Alkhofer und Christina Weindler. Foto: Martina Bücherl
  • Die Mädchen und Buben erfuhren etwa, wie man schwanger wird und wie man verhüten kann.
  • Mit Modellen erfuhren die Schüler etwas über Sexualität.

Rötz.Die Klasse 4b der Grundschule hat kürzlich die Beratungsstelle pro familia in Regensburg besucht. Der gemeinnützige Verein berät Frauen und Männer bei Fragen zum Thema Familie, Schwangerschaft und Sexualität. Das Angebot ist kostenlos, weswegen pro familia unter anderem auf Spenden angewiesen ist. Die Schüler arbeiten gerade an einem Zeitungsprojekt.

Sie lesen im Unterricht immer wieder Zeitung und wollten nun einmal selbst einen Bericht schreiben und recherchieren. Deshalb stellten sie den Beraterinnen Claudia Alkhofer und Christina Weindler viele Fragen. Ganz wichtig zu wissen war, dass man in jedem Alter zur Beratungsstelle kommen kann, auch schon als sehr junger Mensch. Wer zum Beispiel jung schwanger wird und Probleme hat, kann bei pro familia einen Termin ausmachen. Zur Zeit kommen viele Flüchtlinge, berichteten die Beraterinnen. Oft wissen die schwangeren Frauen nicht, wo sie Unterstützung bekommen, wenn etwa ihre Männer oder der Rest ihrer Familie noch nicht in Deutschland angekommen sind, oder sie noch nicht einmal wissen, ob ihre Männer noch leben. Ein Problem haben sie natürlich auch, weil sie noch nicht gut deutsch sprechen.

Es ist wichtig, dass auch sehr junge Leute schon gut informiert sind über die Themen Schwangerschaft und Sexualität, betonten die Beraterinnen.
Es ist wichtig, dass auch sehr junge Leute schon gut informiert sind über die Themen Schwangerschaft und Sexualität, betonten die Beraterinnen.

Sie sind überfordert und haben nur wenig Geld. Die Beraterinnen versuchen dann vor allem, die oft weinenden Frauen zu ermutigen. Sie sagen ihnen etwa, was sie alles brauchen für ihr Baby und wo sie Förderungen beantragen können. Neben Flüchtlingen kommen etwa auch Leute zu pro familia, die nicht im klassischen Familienmodell leben werden, zwei Männer oder zwei Frauen, die sich ein Kind wünschen. Zum Glück trauen sich immer mehr gleichgeschlechtliche Paare, das zu leben, sagten die Beraterinnen, sie haben aber auch noch sehr oft mit Problemen zu kämpfen. Junge Leute, die ihren Eltern sagen, dass sie homosexuell sind, bekommen noch häufig von Mama und/ oder Papa gesagt, dann wären sie nicht mehr ihr Kind. Auch mit den Freunden oder in Vereinen gibt es da immer wieder Probleme. Mit diesem Thema hatten sich die Kinder auch im Unterricht schon beschäftigt. Bei pro familia beraten lassen sich zudem viele Frauen, die in sehr jungen Jahren schwanger werden. Die Beraterinnen motivieren dann und unterstützen psychisch und erklären den jungen Frauen, wo sie finanzielle Hilfe bekommen, wenn sie noch zur Schule gehen. Solche Situationen kennen die Schüler.

Jeder kann kommen und sich beraten lassen, wurde betont. Foto: Martina Bücherl
Jeder kann kommen und sich beraten lassen, wurde betont. Foto: Martina Bücherl

Einer erzählte von seiner Tante, die mit 17 schwanger wurde und noch nicht fertig war mit der Schule. Da hilft die ganze Familie zusammen. Es kommen aber auch Frauen zu pro familia, die recht alt noch ein Baby bekommen. Sie haben oft das Problem, dass die Familienplanung eigentlich abgeschlossen war, und ein Kind nicht mehr in ihr Lebenskonzept passt. Die Rötzer Schüler wollten auch wissen, was mit Kindern passiert, die ihre Mütter nicht haben wollen. Da gibt es Pflegeeltern, informierten die Beraterinnen. Man schaut dann nach einiger Zeit immer wieder, ob das Kind wieder zurück zur Mutter kann. Wenn das gar nicht mehr möglich ist, werden die Kinder irgendwann zur Adoption freigegeben.

Die Autoren

  • Recherche: Zusammen mit ihrer Lehrerin Martina Bücherl machten sich die Mädchen und Buben der Klasse 4b der Grundschule Rötz kürzlich als junge Reporter auf den Weg zur Beratungsstelle pro familia in Regensburg.

  • Thema:

    Die jungen Reporter wollten wissen, bei welchen Fragen man sich an die Beratungsstelle wenden kann.

  • Ablauf:

    Christina Weindler und Claudia Alkhofer empfingen die Mädchen und Buben, erzählten ihnen grundsätzlich etwas zu der Einrichtung und beantworteten ihre Fragen, die sie sich zuvor überlegt beziehungsweise im Unterricht erarbeitet hatten.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht