MyMz

Automobil

Schüler tauchen tief bei BMW ein

Die Klasse 8a des Donau-Gymnasiums Kelheim stattete dem BMW-Werk Regensburg einen Besuch ab und blickte hinter die Kulissen.
von der Klasse 8a des Donau-Gymnasiums Kelheim

Sieben verschiedene Modelle und Derivate werden am BMW-Standort Regensburg produziert. Foto: Armin Weigel/dpa
Sieben verschiedene Modelle und Derivate werden am BMW-Standort Regensburg produziert. Foto: Armin Weigel/dpa

Kelheim.Tänzelnde Roboterarme, die im Sekundentakt Schweißpunkte setzten und Funken versprühen, das donnernde Geräusch der gigantischen Stahlpressen, riesige Maschinenhallen – mit ähnlichen Schilderungen wird wohl jede Reportage über die moderne Fertigung eines Autos beginnen. Aber nicht alles ist voll automatisiert. Es gibt sie noch, die Menschen, die im BMW- Werk in Regensburg arbeiten. Die Zahlen sind beeindruckend: Auf einer Fläche von 1,4 Millionen Quadratmetern stellen etwa 9000 Mitarbeiter täglich 1100 Fahrzeuge her.

Die Klasse 8a und Lukas Pfeifer bei der Verschraubung von Antriebsstrang und Karosserie, der sogenannten Hochzeit. Foto: Laura Lehmann
Die Klasse 8a und Lukas Pfeifer bei der Verschraubung von Antriebsstrang und Karosserie, der sogenannten Hochzeit. Foto: Laura Lehmann

Nach der Begrüßung durch Armin Marchsreiter, der für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, informierte Lukas Pfeifer über einige grundlegende Fakten: 2016 feierte der Konzern weltweit sein 100-jähriges Gründungsjubiläum. Mit der Produktion von Flugzeugmotoren waren die Anfänge im Vergleich bescheiden. Erst ab 1929 wurden Automobile hergestellt und damit begann die Erfolgsgeschichte. „Heute beschäftigt BMW etwa 134 000 Mitarbeiter an 30 Produktionsstandorten sowie in seinem globalen Vertriebsnetzwerk in 140 Ländern weltweit. Der Hauptsitz der Bayerischen Motoren Werke befindet sich in der Landeshauptstadt München“.

Nachhaltigkeit muss sein

Bei seinen Ausführungen zu den Produktionsverfahren am Standort Regensburg betonte Lukas Pfeifer den Aspekt der Nachhaltigkeit. „Beispielsweise wird im Presswerk der anfallende Verschnitt gesammelt und in den Kreislauf der Stahlgewinnung zurückgeführt. Auch die Mitarbeiterzufriedenheit ist ein wichtiges Anliegen“. So wurden für die Beschäftigten Ausgleichsübungen entwickelt, die in eigens dafür ausgestatteten Entspannungsräumen ausgeführt werden können.

Sicherheit geht vor. Deshalb muss man bei der Besichtigung der Werkshallen Schutzbrillen tragen. Die erste Station war das Presswerk. 1050 Tonnen Stahl werden täglich verarbeitet, die Kraft der Pressen beträgt bis zu 9000 Tonnen, das entspricht dem Gewicht des Eiffelturms. Es wird so viel Wärme produziert, dass keine zusätzliche Heizenergie notwendig ist – ein nachhaltiger Nebeneffekt.

Aus der Historie

  • Definition:

    Die Bayerische Motoren Werke Aktiengesellschaft (BMW AG) ist die Muttergesellschaft der BMW Group, eines weltweit operierenden deutschen Automobil- und Motorradherstellers mit Sitz in München. Die Produktpalette umfasst die Automobil- und Motorrad-Marke BMW, die Automarken Mini und Rolls-Royce sowie die BMW-Submarken BMW M und BMW i.

  • Regensburg:

    1987 wurde das Werk in Regensburg eröffnet. Das größte Werk der BMW-Group ist in Dingolfing.

In diesem Produktionsabschnitt sind 459 Mitarbeiter tätig, hauptsächlich in der Qualitätssicherung. Man muss schon genau hinschauen, weil eine Verunreinigung auch nur in Haaresbreite später auf der Metallform sichtbar bleibt. Im Bereich Karosseriebau werden auf einer insgesamt 30 Kilometer langen Schienenstrecke die gepressten Stahlteile zu den 2350 Schweiß-Robotern transportiert. Auch wenn 98 Prozent der Aufgaben automatisiert sind, ist menschliche Arbeitskraft unerlässlich. Lukas Pfeifer machte darauf aufmerksam, dass an einigen Stationen Holzfußböden verlegt sind. Die Mitarbeiter tragen schwere Sicherheitsschuhe, damit auf Beton laufen zu müssen, wäre sicher nicht gesundheitsfördernd. Im Produktionsbereich Montage leisten Handlingsgeräte entlang der Förderbänder nur Hilfsdienste, um die Handarbeit der Beschäftigten zu erleichtern. Nach spätestens drei Stunden müssen diese eine Pause einlegen, um konzentriert zu bleiben und um Fehler zu vermeiden. Zum mentalen Ausgleich in der Pause gibt es die „Green Boxes“. Das sind durch grüne Vorhänge abgetrennte Bereiche, in welchen die Beschäftigten sich erholen oder die oben angesprochenen Ausgleichsübungen machen können.

QR-Code für Schüler generiert

Nach der Werksbesichtigung warteten Tobias Müller und sein Team im Schulungs- und Innovationszentrum der Abteilung Karosseriebau schon auf die Klasse. Wir hörten einen engagierten Vortrag zum Thema „Smart Maintenance.“ Es handelt sich um den Einsatz digitaler Medien bei der Instandhaltung, Wartung und Optimierung der technischen Geräte. Beispielsweise hilft die App „Metis“ den Mitarbeitern bei der Suche nach Dokumenten und Unterlagen. Auf die theoretische Einführung folgte die praktische Anwendung.

Smart Maintenance: Ersatzteilsuche mit der App Foto: Laura Lehmann
Smart Maintenance: Ersatzteilsuche mit der App Foto: Laura Lehmann

Wir durften die App „Ersatzteilsuche“ unter Anleitung der Mitarbeiter selbst ausprobieren. Also gingen wir mit deren Arbeitshandys auf die Suche nach einem beliebigen Ersatzteil, nach einem unter sechs Millionen gespeicherten Objekten, die mit QR-Code verschlüsselt sind. Es wurde sogar extra für unseren Besuch im BMW-Werk Regensburg ein QR-Code entwickelt.

Außerhalb der Schule einmal eine ganz andere Welt kennenzulernen, ist interessant und spannend zugleich, waren sich die Schüler einig.

Weitere Artikel des Projekts Zeitung in der Schule gibt es hier

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht