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Beruf

Strahlung kann töten, aber auch helfen

Ob Röntgen oder MRT: Oft wird in der Medizin mit Strahlung gearbeitet. An den Eckert Schulen werden Fachkräfte ausgebildet.
Von der Klasse 10ZA der Privaten Wirtschaftsschule Breitschaft

Birgit Thiele zeigt den Schülern, wie MTRA in der Praxis arbeiten. Foto: Natalie Wagner
Birgit Thiele zeigt den Schülern, wie MTRA in der Praxis arbeiten. Foto: Natalie Wagner

Regenstauf.„Ich muss in die Röhre“. Jeder dritte Deutsche war schon einmal beim Röntgen oder hat die Dienste eines Medizinisch-technischen Radiologieassistenten (MTRA) in Anspruch genommen, wenn es irgendwo am Körper zwickte beziehungsweise eine Fraktur vorlag. Doch damit einem geholfen werden kann, muss jeder Handgriff sitzen zugleich jede Untersuchung akkurat und genau durchgeführt werden. Um dies auch korrekt auszuführen, bedarf es einer äußerst vielseitigen Ausbildung, die über drei Jahre geht.

Als MTRA muss man in verschiedenen Bereichen fit sein, wie zum Beispiel beim MRT, Röntgen oder aber auch bei der Strahlentherapie. Der Beruf ist sehr facettenreich und gleichzeitig sehr gefragt. Dadurch bietet diese Ausbildungsrichtung vielen jungen Menschen einen zukunftssicheren Karriereweg. Trotz dieser Tatsache gibt es zu wenige, die sich für diese Lehre interessieren. „MTRA sind Mangelware“ , wie MTRA Birgit Thiele bei unserem Besuch an den Eckert Schulen in Regenstauf erläutert.

Schutzkleidung und Kontrollen

Die Schüler durften die Bleischürzen anprobieren. Foto: Desiree Juraczyk
Die Schüler durften die Bleischürzen anprobieren. Foto: Desiree Juraczyk

Es ist jedoch keine leichte Aufgabe, in diesem Berufsfeld tätig zu sein: Weil man immerzu einer Strahlung ausgesetzt ist, kann es sehr gefährlich sein. Das wirkt auf viele abschreckend, doch diese Angst ist Thiele zufolge unbegründet, da „Strahlung nicht um die Ecke geht, sondern geradlinig verläuft“. Außerdem leistet eine Schutzkleidung aus Blei einen weiteren Beitrag dazu, dass einem nichts passiert und man weder mit einer intensiven noch direkten Strahlung konfrontiert wird. Während der jährlichen betriebsärztlichen Untersuchung wird ein Plastikring ausgewertet, der die ganze Zeit über am Körper getragen wird und den „abbekommenen“ Strahlensatz misst, um letztlich eine Entwarnung zu geben.

Vielen ist eigentlich überhaupt nicht bewusst, dass sie tagtäglich einer kleinen Dosis Strahlung ausgesetzt werden, denn, wie Birgit Thiele sagt, „habe ich draußen auch Strahlung, wenn ich mit meinem Hund im Wald spazieren gehe, vielleicht den ein oder anderen Pilz sammle und schließlich verspeise“.

Auf die Patienten einstellen

Zudem haben nach wie vor viele die Tschernobyl-Katastrophe im Hinterkopf und assoziieren nur negative Aspekte mit Strahlung, wohingegen sie auch hilfreich sein kann, was man vor allem in der Krebsforschung herausgefunden hat. Mit Hilfe von Strahlung ist es nämlich möglich, dass Stellen am Körper, die von Krebszellen befallen sind, punktuell behandelt werden. Dabei können sogar Erfolge verzeichnet werden, indem der Krebs zurück geht und kleiner wird.

Neben den technischen und medizinischen Voraussetzungen sollte man auch seelisch belastbar sein, da die MTRAs mit kranken und verletzten Menschen jeder Altersgruppe arbeiten. Je nach Krankheitszustand oder Alter müssen sich die Mitarbeiter auf den Patienten einstellen, sich diesem anpassen und Empathie zeigen, wobei der eine sensibler ist, der andere offener mit seiner Krankheit umgeht. In diesem Zusammenhang sei es wünschenswert, dass vor allem Krebspatienten über einen längeren Zeitraum von derselben Arbeitskraft begleitet werden, um ein vertrauensvolles und hoffnungsspendendes Verhältnis aufzubauen und dem Patienten dadurch die Angst zu nehmen, sagt Thiele.

Interview

„Man muss einfühlsam sein“

Mit Birgit Thiele sprachen Schüler über ihren Beruf als Medizinisch-technische Radiologieassistentin (MTRA).

Die Ausbildung an den Eckert Schulen dauert drei Jahre. Nach der Ausbildung liegt die Vergütung bei rund 2900 bis 3000 Euro brutto. Bewerber sollten einen mittleren Schulabschluss und technisches Verständnis mitbringen, einfühlsam sein und Blut sehen können. MTRAs arbeiten in den Bereichen Röntgen, Nuklearmedizin und Strahlenbehandlung. Hier bereiten sie die Patienten auf Untersuchungen vor oder führen diese selbst durch. Sie sind auch dafür verantwortlich, die benötigten Geräte korrekt einzustellen und die Qualität der Aufnahmen sicherzustellen. Aufstiegsmöglichkeiten gibt es mit dem Fachwirt Gesundheits- und Sozialwesen sowie in den Bereichen Humanmedizin und Medizinische Physik. Viele mutige MTRAs nehmen täglich das Risiko auf sich, ihren Körper mehr und mehr der Strahlung auszusetzen, um anderen zu helfen. Ein Job mit Herz.

Die Eckert Schulen

  • Geschichte:

    Die Eckert Schulen wurden 1946 gegründet. Mittlerweile sind sie eines der größten privaten Bildungsunternehmen für Erwachsene mit über 50 Standorten und rund 1800 Mitarbeitern in ganz Deutschland. Der Hauptsitz ist in Regenstauf. Über 100 000 Schüler haben bei Eckert bereits ihren Abschluss geschafft.

  • Angebot:

    Die Eckert Schulen bieten ein breites Portfolio an medizinisch-technischen Erstausbildungen, Weiterbildungen für gewerblich-technische und kaufmännische Facharbeiter sowie berufliche Rehabilitation für einen beruflichen Neustart nach der Karrierekrise.

  • Konzept:

    Durch das 360-Grad-Konzept wird jeder Schüler in jeder Lebenslage, egal ob mit Kind oder finanziellen Problemen, dort abgeholt und unterstützt, wo er es benötigt. Das Konzept gliedert sich in die drei Bereiche persönliche Situation, Lernbedingungen und Qualifikation: Schüler werden je nach ihrer gesundheitlichen, familiären und finanziellen Situation unterstützt, sie können berufsbegleitend oder in Vollzeit lernen und werden durch Umschulungen, Aus- und Weiterbildungsangebote entsprechend qualifiziert.

  • Campus:

    Auf dem Campus der Eckert Schulen in Regenstauf befinden sich eine eigene Feuerwehr, rund 1400 Appartements, ein kleiner Supermarkt, verschiedene Fach- und Allgemeinärzte sowie eine Apotheke. Neben den beruflichen Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es auch abwechslungsreiche Sport- und Freizeitaktivitäten, z. B. Yoga, Boxen, Tischtennis und noch viel mehr. In der Mensa werden jeden Tag über 1500 Mahlzeiten ausgegeben.

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