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Geschichte

Wie die Kelten nach Cham kamen

Die Schüler des Beruflichen Schulzentrums wandelten auf den Spuren ihrer Vorfahren und waren von ihnen beeindruckt.
Von Adriana Fuchs, Klasse F 10 GSW der FOS Cham

Die Ausstellung im Cordonhaus hat die Klasse besonders beeindruckt, weil dort die Funde einer keltischen Siedlung im Bereich Cham zu sehen waren. Foto: Fuchs
Die Ausstellung im Cordonhaus hat die Klasse besonders beeindruckt, weil dort die Funde einer keltischen Siedlung im Bereich Cham zu sehen waren. Foto: Fuchs

Cham.„Für höhere Ansprüche wurden die Gefäße auf der von den Kelten mitgebrachten Töpferscheibe getöpfert.“ Walter Köppl brachte den Schülern der Klassen des Beruflichen Schulzentrums Cham während einer Führung im Chamer Cordonhaus immer wieder die Bedeutung der keltischen Vorfahren für die Entwicklung des Chamer Raumes nahe.

Im zweiten Stock des Cordonhauses betreut Köppl ehrenamtlich eine kleine, aber feine Dauerausstellung zur Vor- und Frühgeschichte mit allerlei anschaulichen Exponaten. Die Schüler wurden von dem Geschichtsexperten ausgiebig über das Leben der Kelten informiert und konnten sich durch Fundstücke aus dieser Zeit, wie die Überreste einer prähistorischen Axt, einen besseren Überblick verschaffen. Lange bevor Rom sich aufmachte, die gesamte damals bekannte antike Welt zu erobern, bewohnten keltisch sprechende Völker und Stämme mit vielen Gemeinsamkeiten wie Sprache, gleichen Sitten und Gebräuchen, Kunst und Kultur ein weitreichendes Territorium.

Es begann in Knöbling

Zum ersten Mal erwähnt wurden die Kelten schon um 500 vor Christus, aber noch heute, nach so langer Zeit, wirkt die keltische Kultur nach. Wie kamen diese geheimnisvollen Vorfahren aber nach Cham? Erst die neuere Vorgeschichtsforschung, beginnend mit der Grabung von Knöbling 1935/1936 und breiter durchgeführt in den 50er Jahren, bringt ans Licht, dass der Bayerische Wald in vorgeschichtlicher Zeit gar nicht so menschenleer war, wie frühere Historiker zu wissen glaubten.

Besonders im Gebiet der Cham-Further Senke häufen sich die Funde, womit die Anwesenheit der „vorgeschichtlichen Menschen“ belegt werden kann. Die Cham-Further-Senke befindet sich zwischen dem Oberpfälzer Wald im Norden und dem Bayerischen Wald im Süden. Sie ist ein natürlicher Verkehrsweg. „Darauf sind vermutlich die Kelten durchgezogen, von Straubing kommend“, so Walter Köppel. Die Randgebirge des böhmischen Kessels werden durch einige Pforten durchbrochen. Durch diese haben die Verkehrswege der Kelten geführt. Die ersten Bewohner des Raumes Cham waren die „Naristen“, „Varisten“ oder auch „Narisker“ genannt.

Die Schüler erfuhren, dass die Kelten die Gebiete gar nicht erobert haben, sondern sich „mit den Einheimischen vermischt haben“. Dabei spricht Walter Köppel weitere Funde an, wie zum Beispiel die Entdeckung von Tonscherben „auf einem frisch geackerten Feld östlich von Satzdorf“, die zu größeren Gefäßen der Latenezeit gehörten. Von den Kelten stammen wohl auch einige der im Landkreis noch als gut sichtbare Überreste erhaltenen keltischen Viereckschanzen, wovon ein Exemplar z. B. in Nößwartling zu besichtigen ist. Sie diente wohl zu kultischen Zwecken.

Die Wallanlage auf dem Lamberg

Da die Kelten auch mit den Wallanlagen, die sich um den Gipfel des Lambergs legen, in Verbindung gebracht werden, wanderten die Schüler ähnlich den frühgeschichtlichen Menschen die knapp sechs Kilometer von der Innenstadt auf den Chamer Hausberg, um sich ein Bild davon zu machen.

Sie besichtigten den größten Ringwall, genannt die „große Schanz“, die „kleine Schanz“, die als zweitälteste Befestigung gilt, sowie die „Wallgräben“, welche als jüngste Anlagen bezeichnet werden. Die beiden Schautafeln an den ehemaligen Ausgrabungsstellen werden ebenfalls studiert. Unter den Bäumen am Gasthaus auf dem Lamberg spekulierten die Schüler bei Pommes und Erfrischungsgetränken noch eine Weile, wie es wohl auf dem Gelände vor über 2500 Jahren ganz genau ausgesehen habe.

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