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Almanach bekommt neues Profil

Nach dem Tod von Konrad Maria Färber 2013: Das jährliche Traditionsbuch der Domstadt wird künftig von dem Historiker Peter Morsbach herausgegeben.
Von Harald Raab, MZ

  • Ein Blick in den Almanach, bei der Buchvorstellung 2012 im Restaurant Salzstadel Foto: altrofoto.de/MZ-Archiv
  • Dr. Konrad Färber Foto: altrofoto.de/MZ-Archiv

Regensburg.Wird es den traditionsreichen Regensburger Almanach weiter geben? Die bange Frage vieler Regensburgerinnen und Regensburger nach dem plötzlichen Tod des Herausgebers, Dr. Konrad Maria Färber, im Dezember vergangenen Jahres ist jetzt beantwortet. Der Historiker und exzellente Regensburg-Kenner Professor Dr. Peter Morsbach hat seit Dienstag dieser Woche die Herausgeberschaft übernommen. Verlegerisch zeichnet auch nicht mehr der Südost Verlag in Waldkirchen verantwortlich.

Der Battenberg Gietl Verlag in Regenstauf hat nun zum 1. März den 1996 gegründeten Südost Verlag und den MZ Buchverlag übernommen. Letzterer wurde 1950 von Verleger Karl Friedrich Esser als Buchverlag der Mittelbayerischen Zeitung gegründet. So erscheint nun auch der Regensburger Almanach bei Battenberg Gietl – wie gewohnt im Oktober, um seine Rolle im Regensburger Weihnachtsbuchgeschäft weiterhin zu behalten.

Bewährtes fortführen und Neues hinzufügen: Das ist das Konzept, auf das sich Verleger Heiner Gietl und Herausgeber Peter Morsbach geeinigt haben. Es wird beim gewohnten quadratischen Format und weitgehend beim Erscheinungsbild bleiben und auch bei einem Umfang von rund 196 Seiten. Morsbach erläutert: „Herr Färber hat durchaus erfolgreich den Schwerpunkt des Almanachs auf historische Themen gelegt. Vor ihm, unter den Herausgebern Josef Ernstberger und Professor Dr. Ernst Emerich, hat sich der Inhalt noch mehr auf Ereignisse konzentriert, die im abgelaufenen Jahr die Regensburgerinnen und Regensburger bewegt haben. Dorthin wollen wir wieder ein Stück zurück. Ich möchte in 20 Jahren im Almanach lesen, was im Erscheinungsjahr geschehen ist und weniger, was vor 100 Jahren oder in sonst einem Jubiläumsjahr passiert ist.“

Junge Autoren gewinnen

Verleger Gietl bestätigt: „Der Almanach war in den letzten Jahren mehr oder weniger ein Geschichtsbuch gewesen. Wir wollen den Fokus wieder stärker auf das Aktuelle legen. Wir wollen auch die Regensburgerinnen und Regensburger erreichen, die sich für den Hintergrund solcher Themen interessieren, beispielsweise was über den Jahn-Regensburg oder den EVR größer in der öffentlichen Diskussion gewesen ist.“

Wie soll dieses Ziel angestrebt werden? Morsbach versichert, man werde sich weiterhin des bewährten Stamms an Autoren bedienen, wolle dazu aber verstärkt jüngere Mitarbeiter gewinnen. Der Herausgeber: „Es hat sich vieles bei uns gewandelt, beispielsweise in der Kulturszene. Jüngere Autoren dürften einen besseren Zugang zu neuen Kulturphänomenen haben. Das soll sich auch im Almanach widerspiegeln.“ In den nächsten Tagen werde das Konzept für den nächsten Almanach abgestimmt. Ob der Umfang wegen der Kürze der Zeit mit 196 Seiten dieses eine Mal gehalten werde könne, stehe noch aus.

Verleger Gietl: „Wir haben mit Peter Morsbach einen Herausgeber gefunden, der für diese Aufgabe alle Voraussetzungen mitbringt. Der Almanach ist für uns in erster Linie ein Prestigeobjekt. Die Auflagenhöhe wird erst einmal beibehalten, soll aber nach Möglichkeit gesteigert werden. Sie lag in den letzten drei Jahren bei 1200 bis 1400 Exemplaren. Wir können uns intensiver mit Distribution einbringen als das beim Südost Verlag der Fall gewesen ist.“

1967 gab es den ersten Almanach

Der Regensburger Almanach ist 1967 zum ersten Mal erschienen – und zwar im Walhalla und Praetoria Verlag. Herausgeber war damals Josef Ernstberger. Die Nachfolge Ernstbergers trat der frühere Regierungspräsident Professor Dr. Ernst Emmerig an. Ihn löste Konrad Maria Färber ab, der Leiter des MZ-Buchverlages. Ab 1990 erschien der Almanach im Buchverlag der Mittelbayerischen Zeitung. Der wurde an den Südost Verlag in Waldkirchen verkauft. Mit der Übernahme durch den Battenberg Gietl Verlag in Regenstauf kehrt die Verantwortung für den verlegerischen Part wieder in die Region Regensburg zurück.

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