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Theatrale

Andere Aspekte der Kunst, die am Theater entsteht

Volker Pfüller stellt in der Galerie am Fischmarkt Kostümentwürfe und Szenen-Skizzen aus.
Von Gabriele Mayer, MZ

Volker Pfüller arbeitete für viele große deutsche Bühnen. Foto: Lex

Regensburg.Das Theater und die Bilder: Eine interessante Verbindung der Medien wird in der fünfteiligen Ausstellungsreihe „Theatrale Regensburg“ in der Galerie am Fischmarkt aufgefächert. Diesmal handelt es sich um Bilder von Volker Pfüller.

Pfüller, Jahrgang 1939, hat sich vor allem als Bühnen- und Kostümbildner einen Namen gemacht. Er war und ist für die Münchner Kammerspiele, das Deutsche Theater Berlin, die Stuttgarter Staatsoper und andere renommierte Häuser in Zusammenarbeit mit den Regisseuren Dieter Dorn, Alexander Lang oder Thomas Langhoff tätig. Darüber hinaus schuf er ein umfangreiches grafisches Werk, zahlreiche Buchillustrationen, Künstlerbücher und Theaterplakate. Auch die Schau in Regensburg zeigt nicht freie, sondern angewandte Kunst: Originalzeichnungen für Kostümentwürfe und Skizzen von Szenen verschiedener Inszenierungen, zudem entsprechende Linolschnitte und Plakate.

Was ist das Besondere dieser Arbeiten für das Theater? Dass sie die Aufführung auf der Bühne vorstellbar machen, in gewisser Weise vorwegnehmen und enorm lebendig wirken lassen. Da sind nicht nur Kostüme gezeichnet, sondern vielmehr Charakterköpfe, Gesten, Mimiken, Haltungen, die den Kostümen ein Innenleben verleihen, dem Schauspieler eine Orientierung und dem Betrachter ein Gefühl für das geben, was sich auf der Bühne in Aktion abspielt.

Die Arbeiten zur Inszenierung von Brechts „Rundköpfe und Spitzköpfe“ von 1999 zeigen nicht Figurinen und auch nicht eine ganze Szene. Sie zeigen den wesentlichen Ausschnitt, sozusagen eine Nahaufnahme des Charakters und der Ausstrahlung der Rollenträger und darüber hinaus der ganzen Inszenierung. Eindringlich sind es auch hier wieder die Augen, die sprechen. Die Tusche-Szenenbilder zu einem Stück von Corneille wirken demgegenüber wie flüchtig hingetupft, ganz die Bewegtheit einer Bühnenszene einfangend und doch entschieden. Grafisch außerordentlich strukturiert, fast manieriert und enorm zugespitzt sind vor allem die Linolschnitte zu verschiedenen Theater-Szenen: Volker Pfüller hat u.a. an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig gelehrt.

bis 5. November in der Galerie im Fischmarkt 3; Mittwoch und Freitag von 16 bis 19 Uhr sowie nach Vereinbarung

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