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Konzert

Angelo Kelly bietet ein Stück heile Welt

Die gesamte Familie steht auf der Bühne: Beim Open Air auf der Piazza sorgen Angelo Kelly und seine „Family“ für gute Laune.
von Angelika Lukesch

Angelo Kelly (rechts) und seine „Family“ live auf der Bühne im Regensburger Gewerbepark Foto: Jens Niering
Angelo Kelly (rechts) und seine „Family“ live auf der Bühne im Regensburger Gewerbepark Foto: Jens Niering

Regensburg.Jeder kennt die Kelly Family, die in den 80er-Jahren ihre größten Hits feierte. Angelo Kelly war damals mit seiner goldenen Lockenpracht der jüngste der großen Familie und einer deren Stars. Heute ist Angelo Kelly 38 Jahre alt und hat seine eigene „Family“. Mit seiner Frau Kira (41) hat er fünf Kinder und die ganze Familie singt. Als Angelo Kelly und Family die Bühne auf der Piazza betreten und mit „Lord of the dance“ und seinen irischen Rhythmen die Menschen in Bewegung bringen, kommen Erinnerungen auf an die Ur-Kelly-Family aus den 80ern und auch wieder nicht.

Angelo Kelly und seine Frau bringen ihre eigene Musikmischung auf die Bühne, es ist ein Mix aus irischer Volksmusik, Country, selbst komponierten Songs von Angelo Kelly oder seinem ältesten Sohn Gabriël. Auch ein Song von Kira wird später erklingen. Neben Gabriël (17), Helen (16), Emma (13) und Joseph (8) steht für kurze Zeit auch der jüngste Kelly-Spross, der kleine William (4) auf der Bühne, spielt auf einer kleinen Gitarre und traut sich zum großen Vergnügen des Publikums auch, zu singen. Angelo Kelly intoniert mit seiner Familie den berühmten Song von Louis Armstrong „What a wonderful world“ (1970) und der kleine William singt ein unglaublich süßes „I love you“.

Beste Stimmung herrschte

Natürlich nutzen die Kellys die Faszination, eine gesamte Familie, gar eine mit fünf Kindern, auf der Bühne stehen und gemeinsam musizieren zu sehen. Solch eine heile Welt liebten die Menschen schon bei der Ur-Kelly-Family in den 80er-Jahren und noch viel früher bei der Trapp-Familie. Unnötig zu sagen, dass der heile Schein da und dort auch mal trog. Doch das ist hier nicht das Thema.

Angelo Kelly und Family sind bei ihrem Konzert mit dem Titel „Irish summer“ auf der Piazza in bester Stimmung. Die stimmgewaltige Helen lässt das alte irische Lied „Scarborough fair“ erklingen, Kira singt mit glockenklarer Stimme „Mary“. Mädchenschwarm Gabriël präsentiert seinen ersten selbstkomponierten Song „Love side effects“ und angesichts seiner schönen Stimme und des ansprechenden Äußeren nimmt es nicht wunder, dass er zum Teenieschwarm geworden ist. Das Konzert verläuft in fröhlichen rhythmischen und manchmal wehmütigen Bahnen. Rund 1200 Menschen, darunter Fürstin Gloria mit Verwandtschaft, erfreuen sich an einer Musik, die ans Herz rührt und zum Tanzen animiert.

Angelo Kelly ist nicht nur Sänger, sondern auch Schlagzeuger, Komponist und Produzent. Foto: Jens Niering
Angelo Kelly ist nicht nur Sänger, sondern auch Schlagzeuger, Komponist und Produzent. Foto: Jens Niering

Angelo Kelly ist ein Profi auf der Bühne, an der Gitarre und vor allem an den Drums. Bei seinem Solo zeigt er, welch ein Könner er an diesem Instrument ist. Die Familie Kelly tritt an diesem Abend wie bei jedem ihrer anderen vielen Konzerte als Familieneinheit auf. Sie singen alle zusammen, doch jeder hat auch mindestens eine Solopartie. Herzzerreißend ist das Duett, das Angelo Kelly mit seiner Tochter Emma vorträgt: „Always be there“ lautet der Titel und steht für die Liebe des Vaters zu seiner Tochter. Der große Gabriël singt zusammen mit seiner Mutter Kira „Let go“, der Text handelt davon, dass seine Mutter ihre Kinder irgendwann ziehen lassen muss.

Headbangen geht noch

Gemeinsam mit dem Publikum stimmen die Kellys ein gälisches Lied an „Oró Sé Do Bheata, Bhaile“ in das das Publikum mit integriert wird. Dabei entsteht ein kollektiver Klangkörper, der die Fensterscheiben der umliegenden Hochhäuser zum Vibrieren bringt. „Whisky in the jar“ reißt alle Konzertbesucher mit und bei „Dance“ beginnen viele schon vor Freude zu hüpfen.

Natürlich darf „Paddy on the railway“ nicht fehlen und auch nicht die sentimentale Ballade „We shall overcome“. Angelo Kelly beweist beim Headbangen, dass die Fülle seines blonden Haares noch nicht nachgelassen hat, er tobt über die Bühne und klettert sogar an einem Scheinwerfermast hoch. Die Atmosphäre ist entspannt und heiter. Viele hätten noch eine Stunde zuhören können.

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