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Kultur
Freitag, 17. August 2018 31° 2

Kosmopolit

Aus der Region, offen für die Welt

Der Oberpfälzer Tobias Meinhart lebt in New York. Am Jazzweekend schätzt er die verbindende Kraft der Musik.
Von Katharina Kellner

  • Zwei New Yorker in der Oberpfalz: Ganz gleich, wo auf der Welt, die Fotographin Laura Mariana Meraz setzt ihren Mann, den Saxophonisten Tobias Meinhart, gekonnt in Szene. Foto: Laura M. Meraz
  • Für das Titelbild der MZ-Sonderbeilage zum Jazzweekend machten sich Meinhart und seine Frau, die Fotographin Laura Mariana Meraz, zum ausgedehnten Fotoshooting auf. Es habe ihnen großen Spaß gemacht, für die Mittelbayerische Orte in der Regensburger Altstadt neu zu entdecken, erzählen die beiden im Orphée.

Regensburg.Tobias Meinhart ist frisch aus New York eingeflogen. Er hat einen Abstecher nach Köln gemacht, um ein Konzert zu spielen. Nun sitzt er entspannt im Regensburger Orphée, als wäre er nie fort gewesen. Ganz gleich, ob er nach Deutschland fliegt oder nach New York – er kommt nach Hause. Meinhart ist ein Netzwerker, der dies- und jenseits des Atlantiks Kontakte pflegt er und in wechselnden Formationen spielt.

Beim 37. Bayerischen Jazzweekend stellt er mit drei Berliner Musikern neue Eigenkompositionen vor. Zuhause in New York spielt er zwei Konzerte pro Woche, unterrichtet und nimmt aktuell ein neues Album auf. Er hat eine eigene Band, mit der er zweimal pro Jahr nach Europa tourt. Der Musiker, der in Wörth an der Donau aufwuchs, ist mittlerweile auf 15 Tonträgern zu hören und spielt mit Jazzgrößen wie der Trompeterin Ingrid Jensen.

Dem Fest intensiv verbunden

Obwohl es beim Jazzweekend für jeden Musiker nur 100 Euro Unkostenpauschale gibt, bleibt der Profi am Saxophon dem Fest verbunden. Im Sommer kommt er regelmäßig in die Oberpfalz. Hier hat er Familie und langjährige Freunde wie den Pianisten Lorenz Kellhuber.

Meinharts Vita passt gut zur Philosophie des Jazzweekends, das der 2011 verstorbene Richard Wiedamann begründet hat: regional verwurzelt und zugleich offen für Musik und Menschen aus aller Welt. Das Verbindende des Jazz gefällt Meinhart, der vor sieben Jahren nach New York zog. Damals musste er seinen Platz in der Jazzszene finden. Nicht so einfach in einer Stadt, in der „an jeder Ecke einer ist, der etwas besser kann als Du selbst“, sagt er. In seinen Anfangszeiten habe er sich gefragt, was er als Saxophonist aus der Oberpfalz der Jazzkultur einer Stadt hinzuzufügen habe, die er als „Mekka des Jazz“ bezeichnet. „Doch wenn man lange genug dort ist, lernt man seine eigenen Stärken kennen.“ Heute begeistern sich viele New Yorker für die Interpretationen des bayerischen Saxophonisten.

New Yorker Spirit für Regensburg

Diesen Sommer ist Meinhart mit seiner Frau, der Fotographin Laura Mariana Meraz, in der Heimat. Die beiden lernten sich in New York kennen. Für das Titelbild dieser Sonderbeilage machten sie sich zum ausgedehnten Fotoshooting auf. Es habe ihnen großen Spaß gemacht, für die Mittelbayerische Orte in der Regensburger Altstadt neu zu entdecken, erzählen die beiden im Orphée. Nach Regensburg möchte Meinhart etwas vom New Yorker „Spirit“ bringen. Dort ist Jazz cool und zieht viele junge Menschen an.

Das Jazzweekend sieht er als gute Gelegenheit, dem Jazz neue Fans zu erschließen. Hier geben regionale und internationale Musiker kostenlose Konzerte, Bands greifen Einflüsse aus allen Musikstilen auf. „Jazz für alle“, das macht für Meinhart das Weekend aus.

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MZ-Special Bayerisches Jazzweekend

Zum zweiten Mal gibt es beim Bayerischen Jazzweekend eine musikalische Lesung – diesmal mit dem Gitarristen Harri Stojka und viel Wiener Schmäh.

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