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Ausblick auf die documenta 15

Die Kuratoren der documenta 15 geben einen Vorgeschmack. Der Blick in die Zukunft fällt rätselhaft und etwas skurril aus.
Von Göran Gehlen (Text) und Uwe Zucchi (Foto), dpa

Martin Eberle (l), Direktor der Museumslandschaft Hessen Kassel, und Sabine Schormann, Generaldirektorin der documenta, in der Dauerausstellung
Martin Eberle (l), Direktor der Museumslandschaft Hessen Kassel, und Sabine Schormann, Generaldirektorin der documenta, in der Dauerausstellung "about: documenta". Foto: Uwe Zucchi/dpa

Kassel.Die Reise durch die Geschichte der bedeutendsten Ausstellung für moderne Kunst endet in einem Wohnzimmer: Roter Teppich, grüne Möbel, lange Vorhänge – alles etwas spießig im Stil der 50er/60er Jahre. Dabei sind die Erwartungen an diesen speziellen Raum im Kasseler Museum Neue Galerie hoch.

Er soll einen Blick in die Zukunft gewähren. Denn die Kuratoren der documenta 15, das indonesische Künstler-Kollektiv ruangrupa, haben ihn gestaltet.

Möbel aus verschiedenen Jahrzehnten von der neuen documenta-Leitung Ruangrupa in der Dauerausstellung "about: documenta". Foto: Uwe Zucchi/dpa
Möbel aus verschiedenen Jahrzehnten von der neuen documenta-Leitung Ruangrupa in der Dauerausstellung "about: documenta". Foto: Uwe Zucchi/dpa

Warum ruangrupa gerade diese Möbel und Farben auswählte, weiß auch Harald Kimpel nicht. Dabei gehört er zum Kuratorenteam von „about: documenta“. Die neue Dauerausstellung in Kassel wird am Donnerstag (21. November) eröffnet und zeigt dann die Geschichte der documenta von ihrer ersten Ausgabe 1955 bis zur documenta 14 im Jahr 2017. Auch der Raum für die documenta 15 im Jahr 2022 ist Teil der Schau.

1964: Völlig fassungslose Reaktionen auf morderne Kunst

Dabei habe ruangrupa freie Hand gehabt, sagte Kimpel: „Die haben dann das gemacht, wofür sie bekannt sind: chillen, entspannen, kommunizieren.“ Das können zumindest die Besucher in dem Raum machen. Sie dürfen auf den Sesseln sitzen. Die fast leeren Regale an der Wand sollen noch mit Material zur aktuellen documenta gefüllt werden. Auf einer Kassel-Karte an der Wand können Besucher ihnen wichtige Ort in Kassel mit Aufklebern markieren. Wohin das alles führen soll, weiß niemand so richtig.

Ein Modell der "Spitzhacke" des US-amerikanischen Künstlers Claes Oldenburgs (documenta 7, 1982) in der Dauerausstellung "about: documenta" in Kassel. Foto: Uwe Zucchi/dpa
Ein Modell der "Spitzhacke" des US-amerikanischen Künstlers Claes Oldenburgs (documenta 7, 1982) in der Dauerausstellung "about: documenta" in Kassel. Foto: Uwe Zucchi/dpa

Martin Eberle, Direktor der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK), nannte bei Vorstellung von „about: documenta“ die Beteiligung des Künstlerkollektivs einen „kleinen Coup“. „Wir haben uns gefreut, dass ruangrupa mit Begeisterung die nicht ganz einfache Aufgabe aufgegriffen hat, in einer Ausstellung über abgeschlossene documenta-Ausstellungen etwas zu zeigen, was es noch gar nicht gibt“, sagte Sabine Schormann, Generaldirektorin der documenta.

Weniger rätselhaft, aber sorgfältig aufbereitet präsentiert sich „about: documenta“ insgesamt. Die neue Dauerausstellung umfasst Kunstwerke der documenta, Fotos und Aktenauszüge. Auch Filmmaterial gibt es, beispielsweise zeigen Aufnahmen der documenta 3 im Jahr 1964 die völlig fassungslosen Reaktionen der Besucher auf die moderne Kunst. Jeder Ausgabe der documenta ist ein eigener Raum gewidmet, der typische Gestaltungselemente der jeweiligen Schau aufgreift – wie die weißen Mauern, mit denen 1959 Kunst vor dem im Zweiten Weltkrieg zerstörten Orangerieschloss gezeigt wurde.

"Metallkoffer Nr. 155" von Edward Kienholz (documenta 5, 1972) in der Dauerausstellung "about: documenta" in der Neuen Galerie. Foto: Uwe Zucchi/dpa
"Metallkoffer Nr. 155" von Edward Kienholz (documenta 5, 1972) in der Dauerausstellung "about: documenta" in der Neuen Galerie. Foto: Uwe Zucchi/dpa

„about: documenta“ wird am 21. November offiziell eröffnet und ist danach dauerhaft in Kassel zu sehen. Die Ausstellung ist eine Zusammenarbeit der Museumslandschaft Hessen Kassel, der gemeinnützigen documenta und Museum Fridericianum GmbH und des documenta archivs.

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