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Kunst

Ausstellung thematisiert Grenzen

Künstler des Vereins Graz nähern sich Grenzen an. Ihre Werke sind im Thon-Dittmer-Palais in Regensburg zu sehen.
Von Bettina Gröber

Renate Christins Straße aus Steinen thematisiert Handels- und Schmuggelrouten. Foto: Gröber
Renate Christins Straße aus Steinen thematisiert Handels- und Schmuggelrouten. Foto: Gröber

Regensburg.Grenzen, Begrenzungen wie Entgrenzungen: Sie sind unserer Tage in vieler Munde, in vielen Köpfen. Existieren da als rote Linien, die nicht überschritten werden sollen. Fordern aber auch immer wieder auf, sie zu erweitern, zu überschreiten. Und gerade die Kunst eignet sich per definitionem, sich der Grenzthematik anzunähern, sie mal spielerisch, mal problematisierend zu umkreisen.

Eine derartige Beschäftigung – ebenso aussagekräftig wie assoziativ unter dem Titel „GrenzWertSchmuggler“ – ist seit Dienstag in der Sigismund-Kapelle im Thon-Dittmer-Palais zu sehen. Sechs Künstlerinnen und Künstler des Kunstvereins Graz bestreiten in Bildern, Objekten und Tönen die Ausstellung im Kunstraum, den die VHS Regensburg seit 2005 für die Präsentation von Gegenwartskunst nutzt. Die zweite Ausstellung, die gestemmt wird, ohne auf eigene Räumlichkeiten zurückgreifen zu können, sei auch „ein Lebenszeichen, dass es Graz noch gibt“, sagte der Vorsitzende des Kunstvereins, Albert Plank, bei der Vernissage.

Nicht nur sammeln, sondern auch hinterfragen

In ihren Werken nähern sich Renate Christin, Barbara Gaukler, Jörg Haala, Albert Plank, Vince Pollak und Nicola Sommer auf unterschiedlichen Wegen dem Grenzthema an – und loten dabei auch die Grauzonen und Übergänge aus. Renate Christin tut dies in einem sehr wörtlichen Sinne: Sie sichert in einem Projekt, das sich quer durch Europa zieht, Spuren an Stellen, die in die Geschichte eingegangen sind, etwa als Handels-, aber auch Schmuggelrouten. Zu Steinen verarbeitet, werden die Fußabdrücke der Vergangenheit zum Untergrund, auf dem sich auch die Gegenwart einprägen kann. Sie wolle, so Christin, ihre Arbeit als „work in progress“ verstanden wissen und als „positiven Gedanken an Europa, die Hoffnung auf Frieden, grenzüberschreitende Bewegungsfreiheit, Kulturaustausch und gegenseitige Akzeptanz übermittelt“.

Derlei offensichtlichen Grenzen stehen innere Barrieren gegenüber, die den Menschen mit Ängsten, aber auch mit dem Wunsch nach ihrer Überwindung konfrontieren. So montiert Streetart-Künstler Jörg Haala in seinem Bild „Borders 1“ Rose, Bolzenschneider und Zaun zum positiv interpretierten Grenzbegriff: Ideen von Freiheit und Wachstum manifestieren sich in der Blume, die sich aus dem durchtrennten Gitternetz erhebt. Doch braucht es auch den harten Einschnitt, die klaren Konturen vor dem romantisierend-rosaroten Bildhintergrund, um Entwicklung zu ermöglichen.

Werte nicht nur sammeln, sondern auch hinterfragen, Altes und Überkommenes deuten und umdeuten: auch dies ein Aspekt der Ausstellung des Kunstvereins. Die Ausstellung läuft noch bis 30. November.

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