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Bach und Mozart im Einklang

Die Regensburger Kantorei beeindruckt an Karfreitag in der Dreieinigkeitskirche mit der faszinierenden Totenmesse.
Von Andreas Meixner

Marina Szudras heller Sopran unterstützte die Kantorei. Foto: msr/Archiv
Marina Szudras heller Sopran unterstützte die Kantorei. Foto: msr/Archiv

Regensburg.„Dies irae, dies illa, solvet saeclum in favilla - Tag der Rache, Tag der Sünden, wird das Weltall sich entzünden“. Mächtig erhebt sich der Chor nach dem kraftvollen Schluss der Kyrie-Fuge. Mozarts Requiem braucht in diesem Moment keine mystische Verklärung, es steht für sich selbst - entfesselt und wutentbrannt. Zwei Bassetthörner eröffnen im Zusammenspiel mit dem Fagott die Totenmesse, bevor die Posaunen mit vier aufrüttelnden Akkorden den Weg für den ersten Einsatz des Chores bereiten. Die Musik, über der ihr Schöpfer starb, bleibt ein Torso, gegossen in das umstrittene Stützkorsett seines Schülers Franz Xaver Süßmayr, der es nach seinen Möglichkeiten und in der gängigen Tradition der Zeit ergänzte und vollendete. Geblieben ist die Faszination, der sich am Karfreitag in der Dreieinigkeitskirche niemand entziehen konnte. Zumal sich die Regensburger Kantorei unter der umsichtigen Führung von Roman Emilius einmal mehr als Garant für qualitätvolle und beherzte Chorkultur erwies. Pünktliche Reaktion und dynamische Flexibilität ließen die große Besetzung vergessen. Da musiziert ein erfahrener, eingespielter Klangkörper, dem nur im Forte manchmal die Durchschlagskraft fehlte. Das Kammerorchester Regensburg präsentierte sich von seiner besten Seite, mit homogenem Streicherklang und einer engagierten Bläserbesetzung, die sich dezent in Szene zu setzen wusste. Tempi und Gestaltung bewegten sich bei der Interpretation von Emilius im konventionellen Rahmen. Sein Weg zu einer schlüssigen Gestaltung lag in der klaren Sprachbehandlung und besonderem Augenmerk auf der Sauberkeit von Anschlüssen sowie dem Zusammenspiel von Chor, Orchester und Solisten.

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