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Ausstellung

Bauhaus-Gebäude als Lebensraum

Wolf-Dietrich Nahr hält den Architekturstil in dem Ensemble fest und zeigt seine Bilder im Thon-Dittmer-Palais Regensburg.
Von Claudia Böckel

Das frisch renovierte Max-Liebling-Haus befindet sich im Zentrum von Tel Aviv. Das Haus wurde 1936 nach Entwürfen des Architekten Dov Karmi gebaut. Foto: Ilia Yefimovich/dpa
Das frisch renovierte Max-Liebling-Haus befindet sich im Zentrum von Tel Aviv. Das Haus wurde 1936 nach Entwürfen des Architekten Dov Karmi gebaut. Foto: Ilia Yefimovich/dpa

Regensburg.Menschen – arbeitend oder chillend, fotografiert in Gebäuden, die zu Ikonen der modernen Baukunst geworden sind. Da sind sie, die großen, aber immer untergliederten Fensterflächen, die kühn geschwungenen Balkone, die Innenräume, die immer menschliches Maß haben, die Außenansichten, die unser Bild von moderner Architektur bis heute prägen.

Der Regensburger Fotograf Wolf-Dietrich Nahr war im Mai 2019 für eine Woche in Tel Aviv, um im weltgrößten Bauhaus-Ensemble Menschen rund um die moderne Architektur des Weltkulturerbes zu fotografieren. Ihn interessierte, ob diese Gebäude in ihrer Funktionalität den Ansprüchen der Bewohner oder Benutzer Genüge leisten, ob der Mensch sich in den Bau einfügen muss oder ob der Bau so gut geplant ist, dass er alle Möglichkeiten offen lässt.

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In den 27 Exponaten, die in der Säulenhalle des Thon-Dittmer-Palais noch bis 2. November ausgestellt sind, begegnet man Handwerkern bei der Sanierung der Häuser, Nachtschwärmern rund um das Hotel Cinéma, Menschen auf ihren Balkonen, im Gespräch oder bei einer Arbeit.

Etwa 4000 Gebäude bilden als Weiße Stadt das Zentrum des 1909 gegründeten Tel Aviv, seit 2003 Weltkulturerbe. Mit der Flucht- und Einwanderungswelle in den 1930er Jahren waren Architekten aus Europa nach Tel Aviv gekommen und brachten den Stil des Bauhauses ins heutige Israel. Rund 800 Häuser bilden die größte Ansammlung von Gebäuden des internationalen Stils weltweit. Das gerade eröffnete Max-Liebling-Haus dokumentiert diese Stadtentwicklung. Nahrs Fotografien von Bauarbeitern stammen von der Renovierung des Liebling-Hauses.

Aber er zeigt nicht nur Menschen, sondern er fängt auch die Hitze ein, das gleißende Sonnenlicht, das einen auch beim Betrachten der Fotografien noch blendet. Manchmal erzählt er auch Geschichten, lässt die wie atmend geformten Balkone aus Beton auf Äste treffen, stellt die Arbeiter, die an einer Lichtschiene schrauben, als Schattenrissfiguren dar. Ungewöhnliche Perspektiven ziehen den Betrachter in die Fotografie hinein wie bei der Treppenhausfassade, die aus absoluter Froschperspektive gesehen ist.

Nahr fotografierte mit einer analogen Mittelformatkamera in Schwarz-Weiß. Die Filme wurden dann vor Ort in einem improvisierten Fotolabor entwickelt und später digitalisiert. Zwei Fotografien stammen nicht von Nahr, sondern vom israelischen Kult-Fotografen Rudi Weissenstein, der 1919 in Iglau an der böhmisch-mährischen Grenze geboren wurde. Dargestellt sind Arbeiter am Bau des Hadar House in Tel Aviv, in extremen Positionen. Damit verglichen wirken Nahrs Fotografien glatt und marginal, nur eine Handvoll kann daneben bestehen.

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