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Beeindruckend mutig

„Die Mitte der Welt“ von Freestyle4Experts

Eine Geschichte über Gefühle, Suchen, Finden und Erkennen. Foto: Stadttheater

Von Cordula Böll, MZ

REGENSBURG. Eine beeindruckende Leistung zeigten die Nachwuchstalente der Freestyle4Experts am Donnerstag im gut besetzten Velodrom. Viel Mut beweist Andreas Steinhöfels 17-jähriger Romanheld in „Die Mitte der Welt“, indem er auf der Suche nach sich selbst herausfindet und akzeptiert, dass er anders ist, anders denkt und fühlt als die übrigen. Eine Situation, in die sich die überwiegend jungen Zuschauer – dem spontanen Applaus zufolge – hineinversetzen konnten.

Viel Mut bewiesen auch die Darsteller: Mut, diese vielschichtige und verzwickte Handlung auf die Bühne zu bringen; Mut, sie dem jungen Publikum anspruchsvoll zu präsentieren; Mut zu dynamischer Bühnenpräsenz und nackten Tatsachen einerseits und zu intimen, leisen Szenen andererseits.

Von Anfang an vermochten die überraschend reife schauspielerische Leistung der Jugendlichen und das ansprechende Bühnenbild die Zuschauer zu faszinieren. Nur undeutliches oder zu schnelles Sprechen verriet ab und an, dass hier keine Profis auf der Bühne standen.

Lob an die Hannoveraner

Schwer verständlich zeigte sich das Stück teilweise inhaltlich: Für den Romankenner nicht ganz nachzuvollziehen war die Auswahl der im Buch breit angelegten Nebenhandlungen und Rückblenden. Einige Hintergründe dürften sich ohne ihre Vorgeschichte den Zuschauern nicht erschlossen haben. Bei mancher für die Handlung nebensächlichen Geschichten hätte ein bisschen mehr Mut, in diesem Fall Mut zur Lücke, ganz gut getan. Selbst der Leser blieb bei einigen der ästhetisch gelungenen Video-Sequenzen ratlos.

Ein großes Lob also an die Gäste aus Hannover: Es ist ihnen gelungen, durch ihre herausragende schauspielerische Leistung die Mitte der Welt an diesem Abend ins Regensburger Velodrom zu holen.

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