MyMz

Beseelt von den Rätseln dieser Welt

Gestern wurde die Regensburger Kurzfilmwoche eröffnet. MZ-Autor Fred Filkorn sprach mit Super-8-Filmerin Dagie Brundert, einem Stargast des Festivals.

Dagie Brundert gehört zu den Stargästen der 16.Regensburger Kurzfilmwoche. Foto: Bernd Brundert

Wann hast Du Deinen ersten Film gemacht und was hat Dich damals dazu inspiriert?

Dagie Brundert: Das ist schon saulang her, das war 1988. Ich habe an der HdK (Hochschule der Künste) in Berlin studiert. Unser Professor hatte eine einfache Super-8-Kamera. Ich habe mit einer Freundin so herumprobiert, bis wir bei Woolworth auf Barbiepuppen gestoßen sind und daraus den Animationsfilm „23 Barbiepuppen kippen um“ gemacht haben.

Du drehst ausschließlich auf Super-8-Film. Was sind für Dich die Vorteile gegenüber anderen Formaten?

Dagie Brundert: Anderen Filmformaten wie 16mm oder 35mm gegenüber hat Super-8 einfach einen preislichen Vorteil, ohne Filmförderung sind die anderen einfach unbezahlbar. Dem Videoformat gegenüber hat Super-8 einen ganz klaren ästhetischen Vorteil. Mir gefällt die große Klarheit, Schärfe und Ausgeleuchtetheit von Video nicht so gut. Super-8 ist da nicht so kristallscharf, es ist warmfarbiger, körniger und intimer. Super-8 lässt den Aufnahmen ihr Geheimnis.

Am Samstag zeigst Du in der Reihe „Cinema Mi Vida“ ab 20 Uhr im Wintergarten einige Deiner Arbeiten. Du hast mehr als 60 Filme gedreht. Nach welchen Kriterien hast Du die Auswahl für Regensburg zusammengestellt?

Dagie Brundert: Zunächst einmal chronologisch, aus jeder Schaffungsepoche sollte ein Film vertreten sein. Dann habe ich auch solche ausgesucht, die sonst selten zu sehen sind. Raritäten wie „Der Feld-Wald-Wiesenfilm“, der vorher noch nie öffentlich gezeigt wurde. Das ist mein erster selbst entwickelter Film.

Haben Deine Filme ein gemeinsames Grundthema? Etwas, dass sie verbindet?

Dagie Brundert: Ich denke, dass sind Dinge, die mich persönlich berühren. Dinge, über die ich gerade sowieso nachdenke und mir Wert erscheinen, abgefilmt zu werden.

Deine Filme haben ja oft etwas verspielt Mystisches.

Dagie Brundert: Als „alter Hippie“ bin ich beseelt von den Rätseln dieser Welt. Rätsel und Wunder, die mir im ganz normalen Alltag begegnen. Da kommt mir das Super-8-Format entgegen, da ich meine Ideen sehr schnell umsetzen kann. Auch die Welt der Biologie interessiert mich. Zum Beispiel das Schmetterlingsschmarotzertierchen, das seine winzigen Eier in den Ohren von Schmetterlingen ablegt.

Dagie Brundert tritt am Sonntag, 20Uhr im Regensburger Kino Wintergarten, Andreasstraße 28, auf.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht